SVS präsentiert seinen Kader

Kein Saisonziel, aber ein großes Schaldinger Versprechen: „Wir werden euch nicht enttäuschen“

06.07.2022 | Stand 18.07.2022, 8:58 Uhr
Andreas Lakota

Alte und neue Gesichter: Sportchef Markus Clemens stellte die Mannschaft vor. −Fotos: Andreas Lakota

Von Andreas Lakota

Ein bisschen verwundert war Markus Clemens schon, als er auf die voll besetzte Tribüne blickte. Ja sogar ein Stück weit überwältigt.

„Dass so viele Leute nach einem Abstieg zur Saisoneröffnung kommen, ist eine riesengroße Ehre“, sagte der langjährige Sportliche Leiter des SV Schalding am Montagabend bei der Kadervorstellung am Reuthinger Weg ins Mikrofon. Eine Ehre. Und zugleich betrachtet Clemens den Zuspruch von Fans und Sponsoren als Auftrag. „Es ist unsere Schuldigkeit, einen SVS auf den Platz zu zaubern, der es wert ist, zum Zuschauen zu kommen.“

Schon nach dem letzten Regionalligaspiel im Mai gegen Fürth (0:5) hatte Trainer Stefan Köck angekündigt, um jeden Fan kämpfen zu wollen. Nach einer enttäuschenden Saison soll bei Heimspielen im Passauer Westen endlich wieder das Feuer lodern, das viele Jahre lang zahlreiche Besucher lockte. „Ich kann euch eines versprechen“, rief Clemens dem Publikum zu. „Die Mannschaft, die künftig am Reuthinger Weg aufläuft, wird ehrlichen und sauberen Fußball zeigen und euch viel Freude bereiten.“

Das Wort Wiederaufstieg wollte indes niemand der Verantwortlichen in den Mund nehmen. Aber einige Aussagen ließen schon erkennen, dass sich die Schaldinger mit ihrer neu formierten Mannschaft durchaus etwas ausrechnen in der Bayernliga Süd. Der Stachel des Abstiegs sitze nach wie vor tief, erklärte Clemens. Und fügte dann an: „Aber bei uns hat niemand den Kopf in den Sand gesteckt. Wir sind alle Willens, das Ding zu drehen.“ Ein konkretes Saisonziel wurde nicht ausgegeben. Zumindest nicht öffentlich. „Ich weiß nicht, auf welchem Tabellenplatz wird landen. Und ich werde auch keine Parolen raushauen“, sagte Clemens. „Aber wir sind alle extrem motiviert und werden unsere Fans und Sponsoren nicht enttäuschen.“

Alle Unterstützer hätten dem SVS die Treue gehalten, informierte Clemens. Mehr noch: Man konnte sogar zwei neue Sponsoren aus der Mode bzw. Trachtenmodebranche gewinnen. Neu ist auch das Auswärtstrikot. In der Fremde wird Schalding künftig im ungewohnten Blau auftreten, „nachdem wir in schwarz gefühlt jedes Spiel verloren haben“, scherzte Clemens und verriet, das man extra eine „Trikotfindungskommission“ gegründet hätte, um das Leiberl zu designen.

Anschließend stellte der Sportchef die Neuzugänge vor. Diese hätten sich bereits bestens integriert. Überhaupt, so ist zu hören, sei die Harmonie im Team wesentlich größer als in der Vorsaison, als einige – mittlerweile abgewanderte – Spieler immer wieder für Unruhe sorgten.

Sportlich hat die Mannschaft von Trainer Stefan Köck noch Luft nach oben, das haben die Testspiele am Wochenende (0:0 gegen Deggendorf, 2:3 gegen Landkreisauswahl Freyung) gezeigt. „Die Auftritte waren beide eher bescheiden. Aber wir werden das im Lauf der Woche aufarbeiten und verbessern“, sagt Clemens. „Wir sind noch mitten in der Vorbereitung und bei uns ist alles auf den ersten Spieltag ausgerichtet. Daher ist klar, dass wir uns noch steigern müssen – und auch werden.“

Die Spieler selbst freuen sich schon auf den Start. Nach vielen Jahren harter Abstiegskampf ist die Sehnsucht groß, endlich wieder mal weiter vorne mitzumischen – und Angriffsfußball zu spielen. „Ich hoffe“, sagte etwa Routinier Markus Gallmaier (29), „dass wir mit unserer vollen Offensivkraft spielen werden“. Ein Wunsch, der sicher auch dem Publikum gefallen würde...