1:1 gegen Ingolstadt

Erst Erleichterung, dann Enttäuschung: Brückl-Tor reicht dem SV Schalding nicht

05.08.2022 | Stand 06.08.2022, 16:26 Uhr

Kapitän Chris Brückl traf zum 1:0. −Foto: Lakota

Von Andreas Lakota

Kein Befreiungsschlag für den SV Schalding: Nach zwei Niederlagen in Folge blieb im Bayernliga-Heimspiel am Freitagabend gegen den FC Ingolstadt II die erhoffte Sieg-Reaktion aus. Am Ende stand ein 1:1, das den SVS nicht wirklich weiterbringt.

Wie groß die Anspannung im Passauer Westen derzeit ist, zeigte sich in der 72. Spielminute. Christian Brückl kam nach einem Gewühl im Strafraum an den Ball und versenkte diesen aus dem Rückraum trocken im Netz. Danach brachen im Schaldinger Lager alle Dämme. Trainer Stefan Köck stürmte auf den Torschützen zu, fiel diesem um den Hals, das ganze Team kam angerannt, begrub den Kapitän unter sich. Selbst Sportchef Markus Clemens, der hinter der Bande stand, stürmte auf den Platz und feierte dieses so wichtige Tor. Allerdings hielt die Freude nur kurz. Nach einer Trinkpause passte die SVS-Defensive nicht auf, Mario Götzendorfer kam zum Abschluss, traf nur drei Minuten später zum 1:1 für Ingolstadt II. Enttäuschung statt Erleichterung.

Der Frust beim SVS war hinterher natürlich entsprechend. Auch Coach Stefan Köck sprach von einer „großen Enttäuschung über dieses Ergebnis“. Man habe sich mehr erwartet, hatte auf einen überzeugenden Sieg gehofft. „Leider haben wir nach der Führung wieder einen individuellen Fehler gemacht. Das ist natürlich ärgerlich“, urteilte Köck und analysierte: „Wir haben in der Abwehr etwas umgestellt, wollten nach dem 1:4 in Ismaning zunächst Stabilität reinbekommen. Das hat ganz gut funktioniert. Mit viel Moral und Kampfgeist habe man dann die Führung erzwungen, „ein typisches Schalding-Tor“ sei es gewesen. Dass man nur drei Minuten später den Ausgleich schlucken musste, sei natürlich extrem bitter und frustrierend.

350 Zuschauer waren an diesem Freitagabend an den Reuthinger Weg gekommen. Sie sahen einen bemühten SVS, der zu Beginn mit viel Schwung und ansehnlichem Fußball startete, aber sich keine wirklich zwingenden Chancen erspielen konnte – und dann mit zunehmender Spieldauer abbaute und wieder in alte Muster verfiel – hoch und weit. Von den Gästen kam offensiv auch nicht viel, kurz vor der Pause bot sich Ishak Karaogul aber die dicke Chance aufs 1:0 – doch er scheiterte aus fünf Metern an Keeper Daniel Schedlabuer.

In Halbzeit zwei nahm die Partie deutlich mehr Schwung auf. Schalding schaltete einen Gang nach oben, kam jetzt immer wieder gefährlich vors Tor, agierte aber im letzten Drittel oft überhastet oder im Abschluss zu ungenau. Als Brückl dann nach 71 Minuten den Ball endlich im Tor unterbrachte, schien der Befreiungsschlag geschafft. Doch weit gefehlt. Nur wenig später machte Ingolstadt die Euphorie wieder zunichte.

In der Schlussphase musste dann Schiedsrichter Florian Islinger mit muskulären Problemen vom Platz. Schiedsrichter-Beobachter Patrick Ilg (SV Perlesreut) zog sich um und sprang als Linienrichter ein, Michael Sperger übernahm die Spielleitung. Recht viel mehr passierte aber nicht mehr, außer dass es kurz vor Abpfiff noch zu einer Rudelbildung kam, in deren Folge Markus Gallmaier mit Gelb-Rot vom Platz musste. Und, dass der eingewechselte Maxi Moser am Ende fast noch den Lucky-Punch gesetzt hätte, doch FCI-Keeper Maurice Dehler lenkte den Ball über die Latte.