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Die große heimatsport.de-Übersicht | 19.06.2022 | 06:00 Uhr

Hoffnungsträger, Senkrechtstarter, Vereinslose: So geht es den Fußball-Profis aus der Region

von Alexander Augustin

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Guter Dinge: Fabian Greilinger (l.) ist in der abgelaufenen Saison bei den Löwen der Durchbruch gelungen, Marius Willsch (2.v.r.) kann wohl bald wieder ins Training einsteigen.

Guter Dinge: Fabian Greilinger (l.) ist in der abgelaufenen Saison bei den Löwen der Durchbruch gelungen, Marius Willsch (2.v.r.) kann wohl bald wieder ins Training einsteigen.

Guter Dinge: Fabian Greilinger (l.) ist in der abgelaufenen Saison bei den Löwen der Durchbruch gelungen, Marius Willsch (2.v.r.) kann wohl bald wieder ins Training einsteigen.


Sie haben Aufstiege gefeiert oder Abstiege betrauert. Sie waren Stammspieler oder mussten fast die komplette Saison zuschauen. Sie gehören weiter zum Kern ihrer Mannschaft oder müssen sich einen neuen Klub suchen. Wir zeigen die Lage der Fußballprofis aus Südostbayern.

Bayerwald-Fraktion in Wien

Es war ein mutiger Schritt, den der Regener Lukas Mühl (25) im vergangenen Sommer gewagt hat: Der Innenverteidiger galt als gesetzt beim 1. FC Nürnberg, für den er schon seit frühester Jugend spielte, doch Mühl sehnte sich nach einem "Tapetenwechsel", wie er selbst sagte. Er wagte den Schritt ins Ausland, in die österreichische Bundesliga zu Austria Wien – und wurde in der Hauptstadt in Windeseile heimisch. Kaffeeliebhaber Mühl gefällt nicht nur das Lebensgefühl in der Stadt, auch bei den "Veilchen" fühlt er sich rundum wohl. Unter Trainer Manfred Schmid entwickelte er sich sofort zum Führungsspieler, verpasste nur drei Partien, erzielte im Stadtderby gegen Rapid ein Tor – und trug so maßgeblich dazu bei, dass die Austria im August in die Playoffs zur Europa League einsteigen darf. Eine Teilnahme an der Conference League ist in jedem Fall sicher.

Im Interview mit dem "Kicker" sagte Austria-Coach Schmid über seinen Abwehrchef aus dem Bayerwald: "Lukas Mühl war überragend." Beste Voraussetzungen also für eine weitere Zusammenarbeit. Mühls Vertrag läuft noch bis zum kommenden Sommer. Und auch privat läuft es: Mit seiner langjährigen Freundin Tatjana erwartet er Nachwuchs.

In der kommenden Saison wird in der Austria-Hintermannschaft dann Niederbairisch gesprochen, denn seit Mittwochnachmittag steht auch offiziell fest: Christian Früchtl (22) aus Bischofsmais (Lkr. Regen) wechselt vom FC Bayern zu den "Veilchen". Damit bestätigten sich übereinstimmende Medienberichte der letzten Tage. Zuletzt trainierte Früchtl nach Informationen der Heimatzeitung auch privat in Deggendorf, um sich auf seinen neuen Arbeitgeber aus der österreichischen Hauptstadt vorzubereiten. "Ich war dritter Tormann bei Bayern München, da bekommst du nicht viel Spielpraxis. Zuletzt war ich auch viel auf der Ersatzbank, aber mein klares Ziel ist natürlich zu spielen. Auch deshalb habe ich mich entschieden, zur Austria zu kommen", begründet Früchtl seinen Wechsel.

Bald Teamkollegen bei Austria: Lukas Mühl (links) und Noch-Bayern-Keeper Christian Früchtl. −Fotos: imago images

Bald Teamkollegen bei Austria: Lukas Mühl (links) und Noch-Bayern-Keeper Christian Früchtl. −Fotos: imago images

Bald Teamkollegen bei Austria: Lukas Mühl (links) und Noch-Bayern-Keeper Christian Früchtl. −Fotos: imago images


Seine Zeit beim FC Bayern geht damit nach acht Jahren zu Ende. Beim deutschen Rekordmeister, in dessen Jugend er zum Nachfolger von Manuel Neuer reifen sollte, stagnierte die Karriere des Bayerwäldlers zuletzt. Trainer Julian Nagelsmann verhalf ihm am letzten Spieltag gegen Wolfsburg noch zum kurzen Bundesliga-Debüt – wohl als Abschiedsgeschenk. Wie die Austria mitteilte, hat Früchtl bis 2025 in Wien unterschrieben. Er könnte aber schon bald wieder zum FCB zurückkehren. Die Bayern haben sich laut "Bild" eine Rückkaufoption gesichert.

Nach acht Jahren Fürth: Neustart in Augsburg

Er war vor einem Jahr großer Aufstiegsheld bei Greu-ther Fürth: Maxi Bauer (22) aus Windorf (Lkr. Passau). Der Innenverteidiger machte in der abgelaufenen Saison 26 Bundesliga-Partien und war zeitweise mit einem Marktwert von drei Millionen Euro der wertvollste Akteur im Kader der Franken. Doch nach acht Jahren beim Kleeblatt war Bauer nach einer Luftveränderung. Seinen auslaufenden Vertrag hat er nicht verlängert – und unterschrieb im Februar für fünf Jahre beim FC Augsburg. So darf der Niederbayer trotz Abstiegs mit Fürth weiter Bundesliga spielen.



Shootingstar und Pechvogel

Es war die vielleicht beste Saison in der noch jungen Karriere des Fabian Greilinger (21). Der Flügelspieler aus Kirchdorf am Inn (Landkreis Rottal-Inn) hat sich mit seiner Schnelligkeit und seiner unbekümmerten Art für den Drittligisten TSV 1860 München bereits unverzichtbar gemacht. Greilinger, dessen ganze Familie weiß-blau ist, hat in der abgelaufenen Saison für seinen Herzensklub 25 Ligaspiele (drei Tore) gemacht, ist dazu zweimal im DFB-Pokal aufgelaufen.

Dass der Niederbayer seinen Vertrag in Giesing bereits im Frühjahr bis 2024 verlängert hat, kam daher nicht überraschend. "Fabian steht mit seiner Art des Spiels und seinen Tugenden zu 100 Prozent für die Werte, welche den TSV 1860 München verkörpern, und ist eine Bereicherung für jede Mannschaft", lobte ihn Geschäftsführer Günther Gorenzel. Auch Trainer Michael Köllner gilt als großer Fan von Greilinger. "Dieser Verein ist schon immer sehr besonders für meine Familie und für mich, deshalb freue ich mich, den Weg mit den Löwen weiterzugehen", sagte der 21-Jährige selbst nach seiner Vertragsverlängerung.

Als Mister Unverzichtbar galt auch Marius Willsch (31) bei den Löwen lange. Nach einer überragenden Saison 2020/21 warf den Passauer allerdings eine Schambeinentzündung zurück. Nach einem kurzen Comeback zum Jahreswechsel musste er mit einer Patellasehnenreizung erneut lange pausieren. Nun befindet sich der Rechtsverteidiger im Aufbautraining und war sogar beim Vorbereitungsstart der Löwen am Freitag ganz normal dabei.

Der Weg zurück in die Startelf dürfte allerdings weit werden. Yannick Deichmann hatte die Rolle als Willsch-Ersatz in der abgelaufenen Saison sehr gut gemacht, dazu stößt mit Christopher Lannert (vom SC Verl) ein weiterer Rechtsverteidiger zum Team. Willschs Vertrag an der Grünwalder Straße läuft noch bis zum kommenden Sommer.

Der Eine gesetzt, der Andere nicht

Auf den ersten Blick verliefen die Spielzeiten von Julian Justvan (24, l.) und Robin Yalcin (28, r.) nicht sehr verschieden: Der Dingolfinger Justvan machte in der Offensive 33 Spiele für den SC Paderborn, der Deggendorfer Yalcin kam in der Defensive auf 25 Einsätze. Und doch fällt die Bewertung ganz unterschiedlich aus: Justvan war absoluter Leistungsträger bei den Ostwestfalen, Yalcin machte nur drei Partien über 90 Minuten.

Seine Rückkehr aus der Türkei (zuletzt in Sivasspor) hatte sich der Niederbayer sicher anders vorgestellt. Nachdem sein Jahresvertrag beim SCP ausgelaufen ist, steht Yalcin nun vorerst ohne Verein da, sein Marktwert hat sich binnen eines Jahres von 2 Millionen auf 900000 Euro mehr als halbiert.

In dieser Hinsicht hat sich Justvan auf Augenhöhe mit seinem bisherigen Teamkollegen gehievt. Bei Trainer Lukas Kwasniok genießt er höchste Wertschätzung – die logische Konsequenz: Im Winter hat er seinen Vertrag beim Zweitligisten vorzeitig bis 2025 verlängert.

Plötzlich Profis

Eine wahre Fabelsaison haben die beiden Niederbayern Tobias Stockinger (22, links) und Daniel Steininger (27, rechts) hinter sich. Mit der Spvgg Bayreuth haben sie die Regionalliga Bayern dominiert und dürfen sich auf das Abenteuer 3. Liga und Spiele gegen 1860, Dynamo Dresden und Waldhof Mannheim freuen.

Für Stockinger (aus Straßkirchen, Lkr. Passau) wird es die erste Saison als Profi, nachdem er im vergangenen Sommer vom SV Schalding nach Franken gewechselt ist. In 34 Spielen erzielte der offensive Mittelfeldspieler fünf Tore, bereitete acht weitere vor und war so einer der Erfolgsgaranten der "Oldschdod" – ebenso wie Steininger. Der Stürmer aus Sonnen (Lkr. Passau) brachte Profierfahrung aus Regensburg, Fürth und Magdeburg mit und steuerte in Bayreuth neun Tore sowie zwei Assists zum Aufstieg bei. Jetzt dürfen sich Stockinger und Steininger auf nationaler Bühne mit der Spvgg beweisen.

Verletzt und ohne Vertrag

Wahrlich nicht zu beneiden ist derzeit der Deggendorfer Torhüter Patrick Wiegers (32). Während sein Verein Dynamo Dresden aus der 2. Bundesliga abstieg, versuchte er irgendwie nach seinem Kreuzbandriss an Ostern 2021 wieder auf die Beine zu kommen – vergeblich, noch immer kämpft er mit den Folgen. Nach acht Jahren bei Dynamo steht er nun ohne Verein und Spielpraxis da. Für Wiegers wird es wohl extrem schwer, einen neuen Verein im Profibereich zu finden. Gut möglich, dass er in die Region zurückkehrt und sich einem höherklassigen Amateurverein anschließt.

Altöttinger Leistungsträger

Es war eine Saison, nach der sich Maximilian Thiel (29) aus Burgkirchen (Lkr. Altötting) lange gesehnt hatte: Endlich fit, Stammspieler, über Tore jubeln: Achtmal tat er das im Trikot des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden (fünf Vorlagen). Dennoch bleibt es für Thiel bei einem Jahr beim SVWW, er dürfte nach Höherem streben.

Ebenfalls Leistungsträger war der Altöttinger Richard Neudecker (25). Beim TSV 1860 München gehörte er zu den besten Mittelfeldspielern der 3. Liga (30 Spiele, sechs Tore, sieben Assists). Überraschend wechselte er vor wenigen Tagen zum Drittliga-Konkurrenten 1. FC Saarbrücken.

Ein Unglücksrabe sucht Anschluss

Seuchenmonate für Thomas Pledl (28) aus Bischofsmais (Lkr. Regen): Der Offensivmann in Diensten des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf hatte sich nach einer Durststrecke zurückgekämpft, war im März 2021 zurück in der Startelf. Dann kam die Partie gegen Nürnberg: Pledls Knie gab in einem Zweikampf nach, die Diagnose verheerend: Totalschaden. "Ich bin ein Kämpfer", kündigte er an. Doch wirklich erholt hat sich Pledl bis heute nicht. Auf 45 Einsatzminuten kam er in der Saison 21/22. Sein auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert, aktuell ist der einstige Junioren-Nationalspieler ohne Klub.

Hängepartie in Innsbruck

Ein bisschen ist er aus dem Fokus geraten, der Neuhausener (Lkr. Deggendorf) Marco Holz (32). Nachdem sein Vertrag beim damaligen Drittligisten Türkgücü München im Januar 2021 aufgelöst worden war, schloss sich der zentrale Mittelfeldspieler dem österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck an. Dort sammelte er durchaus Argumente für ein längeres Engagement: In 26 Spielen erzielte er in der abgelaufenen Saison vier Tore, bereitete vier weitere vor. Trotzdem hängt Holz, dessen Vertrag ausläuft, in der Luft: Wacker ist insolvent. Wie es mit dem Verein – und damit mit Holz – weitergeht, ist völlig unklar.












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