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Fußball-Ikone erleidet Herzstillstand | 25.11.2020 | 17:34 Uhr

Dreitägige Staatstrauer in Argentinien: Fußball-Welt weint um Diego Maradona

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Auf dem Höhepunkt: Maradona führt Argentinien 1986 in Mexiko zum WM-Titel. −Fotos: dpa

Auf dem Höhepunkt: Maradona führt Argentinien 1986 in Mexiko zum WM-Titel. −Fotos: dpa

Auf dem Höhepunkt: Maradona führt Argentinien 1986 in Mexiko zum WM-Titel. −Fotos: dpa


Die Fußball-Welt trauert um Diego Armando Maradona. Der argentinische Nationalheld, dieser geniale Künstler am Ball, dessen Leben so viele, tragische Wendungen nahm, ist am Mittwoch im Alter von nur 60 Jahren gestorben. Weltmeister, Serienmeister, UEFA-Cup-Sieger, Dopingsünder, gescheiterter TV-Moderator und Kokain-Junkie in Personalunion - eigentlich viel zu viel für ein einziges Leben. Erst kürzlich hatte der "Goldjunge" einen Krankenhaus-Aufenthalt überstanden. Argentinien weint, sogar die Regierung handelte und ordnete kurz nach der Todesnachricht eine dreitägige Staatstrauer an.

Es gibt unzählige Anekdoten über Maradona: Wie er seine Gegenspieler reihenweise narrte, wie er sogar den Tod gerade noch umdribbelte, wie er mit einem Luftgewehr auf Journalisten schoss oder sogar eine Kirche nach ihm benannt wurde? Als Fußballer war Maradona so unbeschreiblich gut wie vielleicht niemand davor oder danach. Als Mensch war er viele Jahre später mal so dick, dass er kaum sprechen konnte. Diego Armando Maradona: Dieser Name steht für ein Leben zwischen den Extremen, zwischen Himmel und Hölle, zwischen Genie und Wahnsinn.

Der argentinische "Goldjunge" ist gestorben. Diego Armando Maradona erlag am Mittwoch im Alter von 60 Jahren einem Herzleiden.

Der argentinische "Goldjunge" ist gestorben. Diego Armando Maradona erlag am Mittwoch im Alter von 60 Jahren einem Herzleiden.

Der argentinische "Goldjunge" ist gestorben. Diego Armando Maradona erlag am Mittwoch im Alter von 60 Jahren einem Herzleiden.


Maradona war am 11. November, gut eine Woche nach der Operation wegen einer Hirnblutung, aus einem Krankenhaus in einem Vorort von Buenos Aires entlassen worden. Beim einstigen Superstar war zunächst von emotionalem Stress, Blutarmut und Dehydrierung die Rede. Bei den Tests wurde dann eine Blutung zwischen harter Hirnhaut und Gehirn festgestellt.

Die Hand-Gottes wird geboren: Maradona erzielt 1986 im WM-Viertelfinale gegen England das 1:0 – mit der Hand. Später trifft er nach einem 50-Meter-Solo zum 2:0, der Treffer wird zum Tor des Jahrhunderts gewählt. −Foto: imago images

Die Hand-Gottes wird geboren: Maradona erzielt 1986 im WM-Viertelfinale gegen England das 1:0 – mit der Hand. Später trifft er nach einem 50-Meter-Solo zum 2:0, der Treffer wird zum Tor des Jahrhunderts gewählt. −Foto: imago images

Die Hand-Gottes wird geboren: Maradona erzielt 1986 im WM-Viertelfinale gegen England das 1:0 – mit der Hand. Später trifft er nach einem 50-Meter-Solo zum 2:0, der Treffer wird zum Tor des Jahrhunderts gewählt. −Foto: imago images


Hier lesen Sie: "Danke, dass es dich gab, Diego": So reagiert die Sportwelt auf Maradonas Tod – Seine besten Szenen im Video.

Maradona habe den möglicherweise schwierigsten Moment seines Lebens überstanden, sagte sein Anwalt Matías Morla da. Der frühere "Pibe de Oro" (Goldjunge) sei gewillt, sich wegen persönlicher Probleme zu rehabilitieren: "Es wird Maradona noch eine Weile geben."

Im September 2019 übernahm Maradona den Trainerposten beim Erstligisten Gimnasia y Esgrima La Plata. Auf Instagram zeigte er sich mit einem kleinen Hund auf dem Arm, mit einer Taktiktafel im Garten oder mit einer einem Astronautenhelm ähnelnden Spezialmaske zum Schutz vor dem Coronavirus auf dem Kopf. Auf den Fotos sieht Maradona meist schlank und gesund aus, einmal trug er sogar eine modische Brille. Die Botschaft war: Es geht ihm gut. "Man muss anmerken, dass er seine Lebenskrise, die da entstanden ist nach dem Fußball, anscheinend gemeistert hat", sagte Günter Netzer kurz vor Maradonas 60. Geburtstag am 30. Oktober.

Für den Ex-Nationalspieler ist Maradona so wie für viele Menschen ein Mythos geblieben. Die Legende beginnt in der Siedlung Villa Fiorito am Rande von Buenos Aires, wo "El Pibe de Oro" (der Goldjunge) früh vom Erstligisten Argentinos Juniors entdeckt wird. Als zwölf Jahre alter Balljunge soll er den Zuschauern mit seinen Kabinettstückchen während der Halbzeitpausen schon mehr Unterhaltung als die erste Mannschaft geboten haben. Im Alter von 15 Jahren gibt er sein Debüt in der ersten Liga, mit 16 ist er Nationalspieler, mit 17 Torschützenkönig und als 19-Jähriger erstmals Südamerikas Fußballer des Jahres.

Seine Karriere nimmt einen steilen Aufstieg. Unter anderem wird er mit Argentinien 1986 Weltmeister. Doch auch abseits des Platzes wird er genauso unkontrollierbar wie für seine Gegenspieler. Er verfällt dem Kokain ("Eine Line - und ich fühlte mich wie Superman"), zieht zum Teil von Sonntagabend bis Mittwoch um die Häuser, um danach bis zum nächsten Spiel am Wochenende wieder alles auszuschwitzen. Seine Nationalmannschaftskarriere endet bei der WM 1994 wegen einer zweiten, monatelangen Doping-Sperre durch die FIFA.

"Diego hatte ein Leben wie ein Traum. Und wie ein Alptraum", sagte sein langjähriger Fitnesstrainer Fernando Signorini. Unvergessen sind die "Hand Gottes", mit der er bei der WM 1986 gegen England getroffen hatte, oder sein Jahrhunderttor nach einem unfassbaren Dribbling im selben Spiel. Unvergessen sind aber auch die Jahre später erschienenen Bilder vom kugelrunden Maradona mit schrillblonden Haaren. Er scheiterte als TV-Moderator und argentinischer Nationalcoach, verbrachte Wochen in Krankenhäusern, ließ sich den Magen verkleinern und schrammte mehrmals knapp am Tod vorbei.

"Ich glaube, er hält sich für einen Gott, und das könnte einer der Gründe für seine Probleme sein", sagte vor vielen Jahren mal der Leiter der Klinik Güemes in Buenos Aires, Héctor Pezzella, wo Maradona 2007 in Behandlung war.

Der Ausnahme-Spieler hat sich nie geschont, weder auf noch neben dem Platz. "Er lebt jeden Moment, als wäre es sein letzter", sagte sein Fitnesstrainer Signorini einmal. "Wenn Diego einmal nicht mehr da ist, wird er noch mehr geliebt werden." − dpa/sid












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