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Überraschende Entscheidung  |  23.06.2022  |  14:22 Uhr

Der Hinteregger-Hammer: Frankfurt-Profi (29) beendet Karriere und will "Leben neu ausrichten"

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Für die Fans in Frankfurt wurde Martin Hinteregger in dreieinhalb Jahren zur Ikone. −Foto: dpa

Für die Fans in Frankfurt wurde Martin Hinteregger in dreieinhalb Jahren zur Ikone. −Foto: dpa

Für die Fans in Frankfurt wurde Martin Hinteregger in dreieinhalb Jahren zur Ikone. −Foto: dpa


Vor fünf Wochen stand Martin Hinteregger allein vor der Fankurve des Estadio Ramon Sanchez Pizjuan von Sevilla, die Fans feierten ihren Kultprofi mit seinem eigenen Song. Doch der Besteigung des Europa-League-Throns folgte ein Absturz in Rekordzeit - der nun in der Bruchlandung Karriere-Ende mündet.

Mit seinem überraschenden Rücktritt zieht der Österreicher mit nur 29 Jahren die Konsequenzen aus den Geschäftsbeziehungen zu einem rechtspopulistischen Politiker. Er kommt damit wohl dem öffentlich längst kolportierten Rauswurf von Eintracht Frankfurt zuvor.

"In den vergangenen Wochen haben sich rund um meinen Hinti-Cup, den ich mit Herzblut und besten Gewissens ausgetragen habe, einige Themen ergeben, deren Tragweite mir erst im Nachhinein klar geworden ist", ließ sich Hinteregger kleinlaut in der Pressemitteilung des Vereins zitieren. "Emotionale, vielleicht unbedachte Worte" seinerseits hätten zu Irritationen geführt, für die er um Entschuldigung bitte.

Einen Zusammenhang zwischen dem Karriere-Ende und seinem jüngsten Skandal - nur einer von vielen - räumte er nicht ein. Vielmehr habe er seit "vergangenem Herbst erste Gedanken, nach der Saison aufzuhören", erklärte der langjährige Abwehrboss: "Den Sieg in der Europa League habe ich deswegen so ausgiebig genossen, weil ich da schon wusste, dass es meine letzte große Siegesfeier mit den fantastischen Fans in dieser Stadt sein würde, die meine zweite Heimat geworden ist."

Hinteregger war schon immer der etwas andere Profi. Einer mit Ecken und Kanten, der nahezu kein Fettnäpfchen ausließ. Alkohol-Eskapaden, provozierte Klubwechsel, Ausplaudern von Interna oder Verharmlosung von Gewalt - und zuletzt die gemeinsame Organisation des "Hinti Cups" mit dem Rechtspopulisten Heinrich Sickl. Anschließend sah er sich in der Opferrolle, beklagte öffentlich eine mediale Hetzjagd - die Kontakte zu Sickl hielt er aufrecht.

Diese Entwicklung brachte wohl auch bei den Klubbossen der Eintracht das Fass zum Überlaufen, besonders Präsident Peter Fischer propagiert schließlich immer wieder das Bild des weltoffenen Vereins. Am Mittwoch wurde Hinteregger samt Berater Christian Sand zum Rapport einbestellt, doch der am Pranger stehende Skandalprofi ging selbst in die Offensive - und die SGE entsprach seinem Wunsch.

"Martins Schritt verdient Respekt und Anerkennung", sagte Sportvorstand Markus Krösche: "Nicht zuletzt aufgrund seiner aufrichtigen Entschuldigung für sein Verhalten in den zurückliegenden Tagen und Wochen und seiner deutlichen und glaubhaften Distanzierung von rechtem Gedankengut bleibt er in Frankfurt als verdienter Spieler und Europapokalsieger immer willkommen." Hinteregger stellte auch nochmals klar: "Rechtes, intolerantes und menschenverachtendes Gedankengut verurteile ich aufs Schärfste."

Von den Fans wurde er über Jahre geliebt. Seine "Hinti Army" widmete ihm einen eigenen Song, feierte jede gelungene Aktion mit Sprechchören. Sportlich avancierte Hinteregger nach durchwachsener Hinrunde zuletzt wieder zum Anführer; er verabschiedet sich mit dem größten Erfolg seiner Karriere.

Zuletzt hätten sich Siege "nicht mehr so gut angefühlt, dafür tat jede Niederlage doppelt so weh", erklärte Hinteregger. Es gelte nun, etwas Abstand zu gewinnen und sein "Leben neu auszurichten". − sid












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