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Nach 106 Länderspielen  |  02.07.2021  |  14:27 Uhr

Für die einen genial, für die anderen "Querpass-Toni": Kroos tritt aus DFB-Team zurück

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Toni Kroos. −Foto: dpa

Toni Kroos. −Foto: dpa

Toni Kroos. −Foto: dpa


Toni Kroos hat sich ein bisschen Zeit gelassen. Drei Tage nach dem Scheitern der deutschen Nationalmannschaft im EM-Achtelfinale gegen England (0:2) wollte er mit der Entscheidung, die er längst gefällt hatte, aber nicht mehr hinter dem Berg halten. "106-mal habe ich für Deutschland gespielt, ein weiteres Mal wird es nicht geben", schrieb er am Freitag bei Instagram. Der Weltmeister von 2014 will künftig "mehr als Ehemann und Papa für meine Frau und meine drei Kinder da sein".

Der Schritt hatte sich abgezeichnet. "Eigentlich hätte ich ja 2014 aufhören müssen", hatte Kroos kürzlich erst gesagt, immerhin habe er seiner Frau versprochen: Wenn er Weltmeister sei, mache er Schluss. Auch 2018 habe er "überlegt", Bundestrainer Joachim Löw aber stimmte ihn noch einmal um. Die Sehnsucht nach mehr Zeit mit seiner "Jessi" und den drei Kindern Leon, Amelie und Fin ist seither noch größer geworden – nun hat sie gesiegt über den Wunsch, noch einmal einen Titel im DFB-Trikot zu gewinnen.

Wobei: "Den Entschluss, nach diesem Turnier aufzuhören, hatte ich schon länger gefällt", räumte Kroos nun ein. Ja, "es war mir schon länger klar, dass ich für die WM 2022 in Katar nicht zur Verfügung stehe". Tatsächlich ist der 31 Jahre alte gebürtige Greifswalder ja keiner, der spontan aus dem Bauch heraus handelt. Nur andere Umstände hätte er sich Kroos dann doch vorgestellt zum längst eingeplanten Abschied.

"Ich hätte mir sehnlichst gewünscht, und dafür habe ich nochmals alles gegeben, dass es am Ende 109 Länderspiele gewesen wären und dass noch dieser eine große Titel, der EM-Titel, zum Schluss dazugekommen wäre", ließ Kroos zum Abschied wissen. Es sollte nicht sein. Und doch klingt nun kaum Wehmut durch bei einem, der nicht unumstritten war. "Es war mir eine große Ehre, dass ich dieses Trikot über so einen langen Zeitraum tragen durfte. Ich habe es mit Stolz und Leidenschaft getan", betonte Kroos.

Elf Jahre, 106 Länderspiele mit 17 Toren und dem Weltmeistertitel 2014 – das war es dann also für einen, an dem sich von jeher die Geister geschieden hatten: Für die einen ist er der eleganteste deutsche Kicker seit "Kaiser" Franz Beckenbauer, für die anderen ein Schnösel und "Querpass-Toni". Sein Image als allzu kühles, ja arrogantes Nordlicht konnte er nie ganz ablegen, unter anderem, weil er sich wehrte gegen die 82 Millionen Besserwisser auf der Couch.

Den Nörglern gab Kroos deshalb auch noch mal einen mit, mit einen Schuss Ironie, versteht sich. "Danke an alle Kritiker für ihre Extramotivation", schrieb er, der ja auch von sich behauptet hat: "Ich zweifle nie an mir selbst." Das hat vor allem auch Löw nie getan, und so war der Bundestrainer a.D. auch der einzige, bei dem sich Kroos nun persönlich "ganz herzlich" bedankte: "Er hat mich zum Nationalspieler und Weltmeister gemacht. Er hat mir vertraut."

Er habe dieses Vertrauen auch "immer mit Leistung untermauert", sagte Kroos, wenngleich mit ihm auch eine der dunkleren Stunden in der Ära Löw verbunden ist: Dass er den damaligen Münchner im Halbfinale der EM 2012 als Sonderbewacher für Andrea Pirlo abstellte, gilt als eine der größten Fehler in Löws 15-jähriger Amtszeit. Doch davon abgesehen hat es Kroos weit gebracht: viermal Champions-League-Sieger, fünfmal Klubweltmeister, dazu Fußballer des Jahres 2018 - und eben Weltmeister 2014.

Kroos will sich nun auf Real Madrid konzentrieren, wo sein Vertrag noch bis 2023 läuft. Als sein Erbe bei der Nationalmannschaft steht Joshua Kimmich bereit. "Jo ist ein klasse Fußballer", sagte Kroos. Darüber, dass der Münchner das Spiel aus der Zentrale lenken kann, "sind wir uns alle einig". − sid












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