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Hätte Spiel abgebrochen werden müssen?  |  13.06.2021  |  09:41 Uhr

Nach Eriksen-Kollaps: Warum weitergespielt wurde – und die UEFA scharf kritisiert wird

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Sichtlich geschockte Mitspieler schirmten den kollabierten Mittelfeld-Star Christian Eriksen auf dem Feld ab. Nach mehr als 25 Minuten wurde der 29-Jährige vom Platz getragen. Später gab es vorsichtige Entwarnung: Eriksen war bei Bewusstsein und ansprechbar. −Foto: dpa

Sichtlich geschockte Mitspieler schirmten den kollabierten Mittelfeld-Star Christian Eriksen auf dem Feld ab. Nach mehr als 25 Minuten wurde der 29-Jährige vom Platz getragen. Später gab es vorsichtige Entwarnung: Eriksen war bei Bewusstsein und ansprechbar. −Foto: dpa

Sichtlich geschockte Mitspieler schirmten den kollabierten Mittelfeld-Star Christian Eriksen auf dem Feld ab. Nach mehr als 25 Minuten wurde der 29-Jährige vom Platz getragen. Später gab es vorsichtige Entwarnung: Eriksen war bei Bewusstsein und ansprechbar. −Foto: dpa


Die früheren Fußball-Weltmeister Christoph Kramer und Per Mertesacker haben die Fortsetzung des EM-Spiels zwischen Dänemark und Finnland nach dem Zusammenbruch von Christian Eriksen deutlich kritisiert.

"Da liegt der Fehler meiner Meinung nach bei der UEFA, die sagen muss: Wir haben eine weitere Sicht dazu, da wird heute nicht mehr gespielt. Ich weiß nicht, wer da eine andere Meinung haben kann", sagte Kramer am späten Samstagabend im ZDF.

Im EM-Vorrundenspiel zwischen Dänemark und Finnland war der 29 Jahre alte Däne Eriksen kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit auf dem Rasen zusammengebrochen und regungslos liegengeblieben. Sofort herbeigerufene Helfer leiteten lebensrettende Maßnahmen ein. Eriksen wurde ins Krankenhaus transportiert, wo sich sein Zustand nach Angaben des dänischen Verbandes stabilisierte. Das Spiel wurde nach mehr als anderthalb Stunden Unterbrechung wieder angepfiffen. Die Entscheidung, das Spiel noch am Samstagabend fortzusetzen, fällten nach übereinstimmenden Aussagen beide Mannschaften.

"Die Frage ist, kann einer von denen in diesem Moment einen klaren Gedanken fassen", sagte Kramer dazu. "Da sage ich einfach: Nein. Da ging es heute nicht um Fußball. Dann finde ich: Emotionen erstmal sacken lassen, eine Nacht drüber schlafen, dann kann man es immer noch spielen."

In einem ersten Interview nach der Partie sagte Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand einer Übersetzung im ZDF zufolge sichtlich ergriffen: "Wir hatten einen der unseren, der am Boden lag und um sein Leben kämpfte. Das bedeutet, dass Fußball völlig sinnlos wird. Wir sind froh, dass es ihm gut geht." Dazu sagte Mertesacker: "Wenn man das Interview im Nachgang hört, dann fragt man sich, warum die noch gespielt haben. Das ist meine Frage. Ich kann es nicht begreifen."

Auch Michael Ballack äußerte bei Magenta-TV Kritik. "Wenn man sich diesen ganzen Ablauf nochmal vor Augen führt, war es doch höchst kritisch, hier wieder anzupfeifen. Wer den Fußball einigermaßen normal gespielt und verstanden hat, für den ist das natürlich nicht nachvollziehbar", sagte der frühere DFB-Kapitän.

Der dänische Verband kündigte noch am Abend an, dass den Spielern und Eriksens Familie nun professionelle Hilfe in Form von psychologischer Betreuung angeboten werde. "Es ist eine traumatische Erfahrung, der sie ausgesetzt sind", sagte Trainer Hjulmand.

Der dänische Trainer wies allerdings auch das Gerücht zurück, dass beide Teams vom europäischen Verband zur Fortsetzung der Partie gedrängt wurden. "Wir hatten zwei Optionen: Das Spiel fortzusetzen oder morgen um 12.00 Uhr zu spielen. Jeder wollte heute spielen", sagte der ehemalige Coach von Mainz 05. Auch Finnlands Torschütze Pohjanpalo bestätigte: "Das Wichtigste ist: Es geht Christian gut. Er wollte, dass wir weiterspielen. Das dänische Team und wir haben diesen Wunsch respektiert." Nach Informationen des ZDF soll auch Eriksen im Krankenhaus über Facetime mit seinen Teamkollegen in Kontakt gestanden haben und sie zum weiterspielen animiert haben.

Hjulmand sprach aber noch von einem weiteren Argument: "Die Spieler waren sich sicher, heute nicht mehr schlafen zu können. Morgen zu spielen, hätte die Situation noch schwerer gemacht. So haben sie beschlossen, es hinter sich zu bringen. Das war ihre Entscheidung." Der Trainer nannte es "unglaublich, was meine Spieler geleistet haben. Ich könnte nicht stolzer auf meine Spieler sein."

Der Sportchef des übertragenden TV-Senders ZDF, Thomas Fuhrmann wies auch die Kritik zurück, nicht angemessen über den Zusammenbruch des dänischen Fußball-Stars Christian Eriksen beim EM-Spiel gegen Finnland berichtet zu haben. "Das ZDF ist mit dem tragischen Zwischenfall beim Spiel Dänemark-Finnland verantwortungsvoll umgegangen. Béla Réthy hat einfühlsam aus dem Stadion reportiert, die Kollegen im Studio die richtigen Worte gefunden. Ich kann auch keine Kritik an der internationalen Regie der UEFA üben. Als sich das Ausmaß der schweren Verletzung abzeichnete, gab es keine Naheinstellungen oder andere unpassende Bilder", sagte Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte Frank Überall als Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) Kritik geübt. "Ich finde es unerträglich, dass bei der Live-Übertragung im Fernsehen lange Zeit die Reanimation des Fußballers gezeigt wurde. Das ist unverantwortlich und widerspricht der journalistischen Ethik", sagte Überall und fügte hinzu: "Journalismus darf nicht derart voyeuristisch sein. Das ZDF ist in der Pflicht, diese eklatante Fehlentscheidung aufzuarbeiten."

Kritik gab es auch in Großbritannien an der BBC-Übertragung, woraufhin der Sender reagierte: "Wir entschuldigen uns bei allen, die sich darüber aufgeregt haben, dass die Bilder ausgestrahlt wurden. Die Übertragung im Stadion wird von der UEFA als Gastgeber kontrolliert. Sobald das Spiel unterbrochen wurde, haben wir unsere Berichterstattung so schnell wie möglich abgeschaltet."

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