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"Krieg", "Verrat", "Hass"  |  19.04.2021  |  22:03 Uhr

Weltweiter Aufschrei nach Gründung der Super League – jetzt spricht Liverpool-Coach Klopp

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Nachdenklich: Jürgen Klopp steht den Plänen einer Super League, an der auch sein FC Liverpool teilnehmen will, kritisch gegenüber. Das betonte er in einem Interview mit Sky Sports am Rande des Premier-League-Spiels gegen Leeds United. −Foto: afp

Nachdenklich: Jürgen Klopp steht den Plänen einer Super League, an der auch sein FC Liverpool teilnehmen will, kritisch gegenüber. Das betonte er in einem Interview mit Sky Sports am Rande des Premier-League-Spiels gegen Leeds United. −Foto: afp

Nachdenklich: Jürgen Klopp steht den Plänen einer Super League, an der auch sein FC Liverpool teilnehmen will, kritisch gegenüber. Das betonte er in einem Interview mit Sky Sports am Rande des Premier-League-Spiels gegen Leeds United. −Foto: afp


"Krieg", "Verrat", "Hass", "Verbrechen", "Tod" – die Fußball-Revolution durch die Gründung der Super League hat einen weltweiten Aufschrei mit martialischer Rhetorik ausgelöst. Das Milliardenprojekt von zwölf europäischen Topklubs unter dem Dach der US-Investmentbank JPMorgan trifft auf den erbitterten Widerstand einer kaum für möglich gehaltenen Koalition aus Verbänden, Ligen, Fans und Politik. Auch die Bundesliga-Branchenführer Bayern München und Borussia Dortmund wollen nicht mitmachen.

Laut BVB-Vorstandsboss Hans-Joachim Watzke war es die "klare Meinung" in der Chefetage der europäischen Klubvereinigung ECA, "dass man die Pläne zur Gründung einer Super League ablehnt". Watzke betonte, dies gelte auch für den Rekordmeister aus München. Beide Großklubs hätten "in allen Gesprächen zu 100 Prozent deckungsgleiche Auffassungen vertreten". Bayern-Trainer Hansi Flick sagte, dass er "voll hinter der Aussage des Vereins und von Dortmund" stehe: "Das wäre nicht gut für den europäischen Fußball." Gelobt wurden die Bayern und der BVB dafür ausdrücklich von der Europäischen Fußball-Union (UEFA), die nach SID-Informationen an ihrer Reform der Champions League festhalten wird. "Wir danken den Klubs in anderen Ländern, insbesondere den französischen und deutschen Klubs, die sich geweigert haben, sich dem anzuschließen", ließ die UEFA wissen: "Wir fordern alle Fußballliebhaber, Anhänger und Politiker auf, gemeinsam mit uns gegen ein solches Projekt zu kämpfen. Dieses anhaltende Eigeninteresse einiger weniger hat zu lange gedauert. Genug ist genug."

In ihrem "Kampf" steht die UEFA nicht allein. Die sonst so zerstrittenen Vertreter aus den verschiedenen Lagern haben sich zusammengefunden. Neben dem Weltverband FIFA machen die großen Verbände wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die wichtigsten Ligen wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Fangruppierungen gemeinsam Front gegen die Super League. Die FIFA erklärte ihre "Missbilligung einer geschlossenen europäischen "Ausreißerliga" außerhalb der internationalen Fußballstrukturen". Diese Missbilligung und der bereits zuvor ausgesprochene Bann von Klubs sowie Spielern für internationale Wettbewerbe und Turniere wie der WM-Endrunde dürfte zwangsläufig zu juristischen Auseinandersetzungen führen, für die sich beide Seiten bereits wappnen. So haben die Organisatoren der Super League "vor den zuständigen Gerichten" einen Antrag gestellt, um "die reibungslose Einrichtung" des Wettbewerbs sicherzustellen.

Klopp, Tuchel und Guardiola stehen unter Druck

Die internationalen Medien ahnen bereits, wohin das führen wird. "Fußball im Krieg. Die Entscheidung droht den englischen Fußball zu spalten", schrieb die englische Daily Mail. Nach Ansicht des Guardian kann "nur jemand, der Fußball wirklich hasst", hinter der Super League stehen.

Die italienische Gazzetta dello Sport warf ECA-Boss Andrea Agnelli vor, dass er die UEFA wie die ECA "verraten" habe. Le Monde aus Frankreich will erkannt haben, dass "die Wölfe aus dem Wald" gekommen sind. Bei diesen "Wölfen" stehen unter anderem die Top-Trainer Jürgen Klopp (FC Liverpool), Thomas Tuchel (FC Chelsea) und Pep Guardiola (Manchester City) unter Vertrag. Coach Bo Svensson vom FSV Mainz 05 sieht sie unter Druck. "Jürgen, Thomas und Pep stehen in der Pflicht", sagte Svensson: "So wie ich sie kenne, stehen sie für andere Werte – nicht für immer noch mehr Geld."

Geschäftsführer Rudi Völler von Bayer Leverkusen argumentierte ähnlich. "Für einen Klub, bei dem die Fans You"ll never walk alone singen, ist das beschämend", sagte der Weltmeister von 1990 in Richtung Liverpools. Die Super League bezeichnete Völler in der Bild als "Verbrechen am Fußball". Das Fan- und Ultragruppen-Bündnis ProFans sieht das Konstrukt als "Horrorvision", erhofft sich aber zugleich einen neuen, puren Fußball. "Es wäre vielleicht ein reinigendes Gewitter. Wenn wir hinterher eine Spaltung haben, haben wir vielleicht einen Teil, von dem wir sagen: Da sind wir wieder mit dem Herzen dabei", sagte Sprecher Sig Zelt dem SID.

Im Sinne der Fans hat auch die Spitze der EU-Kommission die Gründung der europäischen Super League heftig kritisiert. "Wir müssen ein werteorientiertes europäisches Sportmodell verteidigen, das auf Vielfalt und Inklusivität basiert", twitterte der griechische Kommissions-Vizepräsident Margaritis Schinas: "Es gibt keinen Spielraum dafür, es für die wenigen reichen und mächtigen Vereine zu reservieren."

Die italienische Gazzetta dello Sport warf ECA-Boss Andrea Agnelli vor, dass er die UEFA wie die ECA "verraten" habe. Le Monde aus Frankreich will erkannt haben, dass "die Wölfe aus dem Wald" gekommen sind. Bei diesen "Wölfen" stehen unter anderem die Top-Trainer Jürgen Klopp (FC Liverpool), Thomas Tuchel (FC Chelsea) und Pep Guardiola (Manchester City) unter Vertrag. Coach Bo Svensson vom FSV Mainz 05 sieht sie unter Druck. "Jürgen, Thomas und Pep stehen in der Pflicht", sagte Svensson: "So wie ich sie kenne, stehen sie für andere Werte – nicht für immer noch mehr Geld."

Klopp: "Die Menschen sind nicht glücklich darüber, und das kann ich verstehen"

Klopp äußerte sich am Montagabend beim englischen Sender "Sky Sport" – und zeigte Verständnis für die Kritik: "Die Menschen sind nicht glücklich darüber, und das kann ich verstehen", sagte der 53-Jährige: "Das Wichtigste im Fußball sind die Fans und das Team. Wir müssen sicherstellen, dass nichts dazwischen kommt." Er selbst habe erst am Sonntag von den Plänen erfahren.

Bereits 2019 hatte sich Klopp gegen eine mögliche Eliteliga europäischer Spitzenklubs ausgesprochen. "Ich hoffe, diese Super League wird es nie geben", betonte der Coach damals in einem Interview mit dem "kicker". Dieser Ansicht sei er weiterhin. "Meine Meinung hat sich nicht geändert", sagte Klopp vor der Premier-League-Partie bei Leeds United am Montagabend.

Vor der Begegnung hatten sich Fans beider Lager vor dem Stadion versammelt und gemeinsam gegen die Super League protestiert. Neben Bannern drehte ein mit einem Anti-Super-League-Schriftzug ausgestattetes Flugzeug seine Runden über der Heimstätte des Aufsteigers. Auch die Mannschaft von Teammanager Marcelo Bielsa setzte ein Zeichen: Während des Aufwärmens trugen die Spieler ein Shirt mit dem Aufdruck "Earn it. Football is for the fans" (Verdient es euch. Fußball ist für die Fans). − sid/red












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