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15.10.2019 | 13:57 Uhr

Ein Fußball-Abend der Schande: Von Affenlauten und Militärgrüßen

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Sie haben es wieder getan: Die türkischen Spieler salutieren, als sie ihr Tor gegen Frankreich feiern. −Foto: dpa

Sie haben es wieder getan: Die türkischen Spieler salutieren, als sie ihr Tor gegen Frankreich feiern. −Foto: dpa

Sie haben es wieder getan: Die türkischen Spieler salutieren, als sie ihr Tor gegen Frankreich feiern. −Foto: dpa


Die EM-Qualifikation wurde am Montagabend von rassistischen Entgleisungen bulgarischer Chaoten und dem erneut provokanten Torjubel türkischer Fußballer überschattet. Für einen sportlichen Höhepunkt sorgte immerhin Cristiano Ronaldo.

Am Abend der Schande rückte der Sport in den Hintergrund. Affenlaute und Hitlergrüße von bulgarischen Chaoten, militärische Botschaften der türkischen "Wiederholungstäter": Nicht zum ersten Mal geriet die EM-Qualifikation am Montag zur Plattform widerlicher Hetze und unnötiger Provokation. Der Europäischen Fußball-Union (UEFA) steht deshalb jede Menge Arbeit bevor.

Der Verband will zwar zunächst "die offiziellen Spielberichte analysieren und dann über etwaige Maßnahmen entscheiden". Alles andere als die Einleitung von Ermittlungen in einem ersten und die Verkündung nötiger Sanktionen in einem zweiten Schritt wäre aber eine Überraschung - weil die Betroffenen bereits in der Vergangenheit negativ auffielen.

Von einer "inakzeptablen Situation" sprach daher auch Englands Trainer Gareth Southgate, nachdem seine Schützlinge in Sofia Affenlaute, höhnische Gesänge und gar den Hitlergruß von den Rängen erdulden mussten. "Wir haben aber die richtigen Antworten gegeben" - durch den 6:0-Kantersieg und die Beschwerden bei den Offiziellen, die zweimal zu einer Unterbrechung und einem drohenden Abbruch der einseitigen Partie führten.

Vor dem Abbruch stand das Duell zwischen Weltmeister Frankreich und der Türkei zwar nicht, der Torjubel der Gäste nach dem Treffer zum 1:1-Endstand sorgte allerdings erneut für heftige Diskussionen und Unverständnis. Vielleicht senkte Torschütze Kaan Ayhan vom Bundesligisten Fortuna Düsseldorf vorsichtshalber auch deshalb den Kopf, als seine Mitspieler vor den feiernden Fans den rechten Arm zum militärischen Gruß hoben. Das hatten sie schon in der Vorwoche beim Sieg gegen Albanien (1:0) getan, Ayhan damals allerdings auch.

Die Geste wird als Bezug auf die Offensive türkischer Streitkräfte in Nordsyrien gewertet, sie verstößt deshalb gegen die UEFA-Richtlinien, wonach politische Äußerungen in den Stadien verboten sind. Dem Verband TFF drohen nun Konsequenzen.

Bei einer Aufnahme von Ermittlungen sind Sanktionen von einer Ermahnung über eine Geldstrafe bis hin zu einer Platzsperre oder gar Punktabzug möglich. Eine harte Strafe gilt aber als unwahrscheinlich, weil die UEFA den Spielern wohl erst einmal nachweisen müsste, dass sie mit der Geste tatsächlich die umstrittene Türkei-Offensive in Nordsyrien befürworten.

Zweifellos rassistisch waren hingegen die Vorfälle in Bulgarien. Und das wird vermutlich nicht nur zum den Richtlinien entsprechenden Geisterspiel inklusive Geldstrafe von 50.000 Euro führen, sondern auch Verbandspräsident Boris Michailow den Job kosten. Die Forderung nach dem "sofortigen Rücktritt" kam am Dienstag immerhin vom Premierminister Bojko Borissow höchstpersönlich. Bei Facebook schrieb der Spitzenpolitiker weiter, es sei "unzulässig, dass Bulgarien ... mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Verbindung gebracht wird".

Genau damit dürfte aber der sportlich glänzende Auftritt der Engländer, die Ende März in Montenegro mit ähnlichen Beleidigungen konfrontiert wurden, künftig in Verbindung gebracht werden. "Man wird sich an eine Nacht erinnern, die eine Schande für den Fußball gebracht hat", titelte der Daily Mirror.

Dieses Schicksal muss Superstar Cristiano Ronaldo nicht befürchten. Der Portugiese erzielte beim 1:2 in der Ukraine den 700. Treffer seiner Karriere. "Die Rekorde kommen natürlich. Ich jage nicht nach ihnen, sie suchen mich", sagte Ronaldo. − sid












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