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Ingolstadt patzt, Löwen jubeln  |  18.04.2021  |  15:51 Uhr

"Wahnsinn" im Olympiastadion: 1860 München und die 2. Liga – plötzlich wieder alles in eigener Hand

von Alexander Augustin

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Löwen-Jubel im Olympiastadion: Das gab es zuletzt vor anderthalb Jahrzehnten. −Foto: imagoimages

Löwen-Jubel im Olympiastadion: Das gab es zuletzt vor anderthalb Jahrzehnten. −Foto: imagoimages

Löwen-Jubel im Olympiastadion: Das gab es zuletzt vor anderthalb Jahrzehnten. −Foto: imagoimages


Dass Sascha Mölders (36) mit dem TSV 1860 München gerne noch einmal in der 2. Bundesliga spielen möchte, ist ein offenes Geheimnis. Insofern hätte sich der Stürmer nach dem 2:0-Sieg – der vierte Dreier in Folge – am Samstag gegen Stadtrivale Türkgücü einfach freuen können. Darüber, dass sein Team nach fast aussichtsloser Lage vor einigen Wochen wieder mittendrin ist im Rennen um die Aufstiegsplätze. Und auf einen schönen Abend mit Frau Ivonne am 13. Hochzeitstag. Doch Mölders dachte nicht dran.

Er wolle dem "Sportskameraden Kothny" mal etwas sagen, setzte er kurz nach Abpfiff am BR-Mikrofon an. Der 24-jährige Türkgücü-Geschäftsführer, Max heißt er mit Vornamen, habe ja schon vor Monaten gesagt, dass sein Verein die Löwen eines Tages als Nummer zwei der Stadt ablösen werde. "Dazu kann ich nur eines sagen", fuhr Mölders fort: "Selbst wenn Sechzig irgendwann einmal in der Kreisliga C spielen sollte, ist es unmöglich, dass Sechzig München von irgendwem in München abgelöst wird. Für mich ist es unerklärlich, solche Aussagen zu treffen."

Kapitän Mölders hatte bei seinem verbalen Konter eine höchst souveräne Vorstellung seiner Mannschaft im Rücken. Bei der Rückkehr ins Olympiastadion nach 16 Jahren hatten die Löwen zu keinem Zeitpunkt etwas anbrennen lassen. Die Tore des Altöttingers Richard Neudecker (60. Minute) und von Innenverteidiger Semi Belkahia (83.) ließen vergessen, dass Mölders, im 1860-Fanlager nur "Fußballgott" genannt, an diesem Nachmittag seine menschliche Seite gezeigt hatte. Gleich mehrmals hatte er einen Treffer auf dem Fuß, konnte sein mit 20 Toren schon üppig gefülltes Torekonto aber nicht aufstocken.

Egal, denn die größte Reaktion auf die forschen Ansagen aus dem Türkgücü-Lager lieferte die Elf von Michael Köllner auf dem Platz. Nach zuletzt 13 Punkten aus fünf Spielen hatten 1860 die Möglichkeit, vorübergehend Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen herzustellen. Dynamo Dresden befindet sich in Quarantäne. Dass sich der FC Ingolstadt einen Tag später beim 0:0 gegen Meppen nicht mit Ruhm bekleckern würde, war an diesem Samstagnachmittag noch nicht klar. Nach dem Strauchler des oberbayerischen Rivalen haben die Löwen nun nur noch zwei Punkte Rückstand – und mit dem direkten Duell gegen die Schanzer am letzten Spieltag (22. Mai) zumindest den Sprung auf den Relegationsplatz in der eigenen Hand.

Während die Konkurrenten in Richtung Saisonende stolpern, legte Sechzig gegen Türkgücü wieder mit aller spielerischen Macht los. Der Rottaler Fabian Greilinger musste den gelbgesperrten Vorlagengeber Phillipp Steinhart ersetzen – und machte seine Sache auf der ungewohnten Linksverteidiger-Position hervorragend.

Und auch sonst griffen viele Rädchen wieder ineinander, Neudecker agierte als Lenker im offensiven Mittelfeld, Dennis Dressel auf der defensiven Position als stabiler Ballverteiler. Ergebnis war ein deutliches Chancenplus und mit zunehmender Spieldauer immer ratloser werdende Gastgeber. Neudecker scheiterte per Dropkick am ehemaligen Burghauser Torhüter Rene Vollath (19.), Mölders (27.) und Lex (32.) vergaben ebenfalls aus aussichtsreicher Position. Beim Stand vom 1:0 schoss Lex am leeren Tor vorbei (74.), Mölders vergab kurz vor Schluss das 3:0 (88.).

Nur einmal kam Türkgücü richtig gefährlich vors Tor von Marco Hiller: Kurz nach Neudeckers Führungstreffer tauchte Ex-Löwe Sebastian Maier frei vor Hiller auf – der parierte im Eins-gegen-Eins stark. Sechzigs Sieg sorgte nicht nur für Jubel auf dem Platz, sondern auch auf dem Olympiaberg. Dort hatten sich rund 100 Fans – mit bester Aussicht ins Stadion und unter Aufsicht der Polizei – postiert. Immer wieder drangen Fangesänge ins weite Rund. Ultras riefen auf einem Banner die "Road to Gelsenkirchen" aus, der FC Schalke 04 könnte schon bald Gegner der Löwen sein – wenn diese ihren Lauf fortsetzen. Auf Temperatur sind sie nach diesem Sieg im kleinen Derby auf jeden Fall. Das bewies auch der Trainer.

Nicht nur Mölders hatte nach dem wichtigen Sieg das Messer zwischen den Zähnen. Auch der ansonsten sehr diplomatische Michael Köllner (51) legte anschließend bei "Magenta Sport" gegen den Gastgeber nach: "Wir wollten vor allem die Ansage der Verantwortlichen von Türkgücü kontern, wir seien nicht in der Lage, vorne mitzuspielen. Das entscheiden nicht die. Das Thema haben wir geregelt." Köllner bezog sich auf eine Aussage Kothnys auf der Spieltags-Pressekonferenz.

Am Dienstag, beim Heimspiel gegen Viktoria Köln (19 Uhr/Magenta Sport), kann 1860 nun vorübergehend auf Platz zwei springen – und wäre dann erstmals der Gejagte. Aber mit großmundigen Ansagen von Verfolgern können sie ja umgehen, das haben sie am Samstag bewiesen.

Vom Spiel hatte heimatsport.de live berichtet. Hier gibt’s den Ticker zum Nachlesen.












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Letzte Änderung am






Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Dresden
35
54:29
66
2.
Rostock
35
50:32
66
3.
1860 München
35
65:29
64
4.
Ingolstadt
35
48:38
64
5.
Saarbrücken
35
64:49
55
6.
Wehen
35
56:47
55
7.
Verl
36
65:53
54
8.
Viktoria Köln
35
48:53
49
9.
Magdeburg
35
38:41
47
10.
Türkgücü München
36
44:50
46
11.
Halle
35
44:55
46
12.
Mannheim
35
45:52
45
13.
Zwickau
35
42:44
44
14.
Duisburg
35
48:57
43
15.
Kaiserslautern
35
39:47
38
16.
Meppen
35
35:56
38
17.
Uerdingen
35
35:45
37
18.
Bayern München II
35
44:53
36
19.
Lübeck
35
37:54
31
20.
Unterhaching
35
37:54
28





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