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08.05.2013 | 22:35 Uhr

"Schmiddi", der große Schweiger: Hängt er bei Wacker noch ein Jahr dran?

von Alex Nöbauer

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Ein Gentleman genießt und schweigt. Ronald Schmidt müsste demnach einer der größten Edelmänner sein. Denn auch wenn man ihn anlässlich seines neuen vereinsinternen Rekords von 276 Spielen im Trikot von Fußball-Drittligist SV Wacker Burghausen sprechen will, wiegelt der 36-jährige Defensivmann ab.

"Ich will mich nicht äußern, mach lieber eine Geschichte mit den jüngeren Spielern", meint "Schmiddi", wie er von vielen gerufen wird. Früher war er auskunftsfreudiger, nun hat er sich zum großen Schweiger gewandelt. Seit Monaten habe keine Interviews mehr gegeben und möchte das auch so beibehalten. Auch als ihn das Fachmagazin "kicker" vorige Saison einmal zum Mann des Tages berief, gab es keine Aussagen vom gebürtigen Sachsen. Die Bescheidenheit spricht für das Wacker-Urgestein, genauso wie viele andere Dinge, die aus seinem Umfeld zu hören sind.

Geschäftsführer Florian Hahn möchte am liebsten elf solcher "Musterprofis" auf dem Platz stehen haben. "Er ist charakterlich einer der integersten Spieler. Er sieht immer, was zu tun ist, und packt an. Das ist absolut vorbildlich." Schmidt sei zu einer Identifikationsfigur gereift, die man eigentlich im Verein einbauen müsse. Hahn: "Wir basteln momentan an verschiedenen Konstrukten, entscheiden muss Ronald selbst."

Dieser lässt zumindest raus, dass er sich ein weiteres Jahr als Spieler durchaus vorstellen kann. Er fühle sich fit genug, auch im kommenden Jahr in der 3. Liga anzugreifen. Bei der Frage nach dem Stand der Gespräche tritt dann aber wieder sein Informationsstopp ein.

Elf Jahre, vier Monate und acht Tage – eben seit dem 1. Januar 2002 – die gleichen Trikotfarben tragen, das ringt auch Präsident Klaus Schultheiß Bewunderung ab. "So was ist ganz selten, das ist eine aussterbende Rasse", meint er über den Familienvater, der in seinen mittlerweile 277 Partien für den SVW 27 Tore erzielt hat. "Am Anfang war er den Trainern immer zu alt, doch am Ende haben sie alle auf ihn zurückgegriffen und er hat ihnen helfen können", erzählt Schultheiß mit einem Lachen. Daher sei es ihm auch wichtig, dass man in Zukunft auf Schmidts Erfahrung bauen kann. "Wir wollen ihn auf alle Fälle längerfristig im Verein halten. Er ist ein Vollprofi, das lebt er jeden Tag vor."

Geholt hatte ihn im Januar 2002 Rudi Bommer. Schmidt kickte damals in der Regionalliga Nord für den Dresdner SC. Gleich in seinem ersten halben Jahr bei Wacker kam Schmidt auf elf Spiele und ein Tor und trug damit zum sensationellen Aufstieg des SVW in die 2. Bundesliga bei – bis heute der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

An diesem Donnerstag könnte noch der Sieg im bayerischen Totopokal dazukommen. Es wäre der erste in der Geschichte von Wacker Burghausen und für Ronald Schmidt. Dazu müssen "Schmiddi" und seine Kollegen aber um 14 Uhr beim Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim gewinnen. Im Falle eines Sieges würden die Salzachstädter dann auch in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals einziehen und dem Verein überlebenswichtige Einnahmen bescheren. Intern wird mit rund 150 000 Euro kalkuliert.

Ob Schmidt dann wieder in der Startelf steht, das weiß nur Trainer Georgi Donkov. Zum alten Eisen zählt dieser den Routinier aber auf keinen Fall, stellt er klar. Immerhin hat der 42-Jährige ihn in dieser Saison schon 30-mal aufs Feld geschickt hat – übrigens genauso ein Rekord, denn nie lief Schmidt in einer Saison öfter für den SVW auf. "Er ist für sein Alter noch sehr fit und kann weiterhin mithalten. Ich muss ihn auch schon mal bremsen, dass er nach einer Verletzung nicht wieder zu früh ins Training einsteigt", weiß Donkov über seinen Schützling zu berichten. "Er ist ohne Frage ein echter Musterprofi." Und ein wahrer Gentleman, wenn man dem Sprichwort trauen darf, der seinen Erfolg und seinen Rekord lieber im Stillen feiert, als ihn groß nach außen zu tragen.












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Dokumenten Information
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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
VfL Osnabrück
29
42:21
58
2.
Karlsruher SC
29
46:29
54
3.
SV Wehen Wiesbaden
29
53:39
49
4.
Hallescher FC
29
34:25
49
5.
Würzburger Kickers
29
42:34
41
6.
1. FC Kaiserslautern
29
35:36
41
7.
Hansa Rostock
29
35:38
41
8.
TSV 1860 München
29
41:33
40
9.
KFC Uerdingen 05
29
33:43
40
10.
Spvgg Unterhaching
28
45:31
39
11.
SV Meppen
29
39:39
39
12.
Preußen Münster
29
34:36
38
13.
Sportfreunde Lotte
29
27:31
36
14.
Fortuna Köln
29
29:46
35
15.
FSV Zwickau
29
32:33
34
16.
Eintracht Braunschweig
29
35:45
32
17.
SG Sonnenhof Großaspach
29
24:29
31
18.
Energie Cottbus
28
35:45
30
19.
FC Carl Zeiss Jena
29
31:49
26
20.
VfR Aalen
29
36:46
25





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