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Hochzeit, Vaterfreuden, Stammplatz | 14.01.2022 | 10:00 Uhr

"Jetzt will ich’s nochmal wissen": Wie der Burgkirchener Maxi Thiel 2021 sein Glück fand – auf und neben dem Platz

von Alexander Augustin

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Ein Gruß an die junge Familie: Mit zwei "L"s sendet Maxi Thiel eine Liebesbotschaft an Frau Lisa und Sohn Lio. Das private Glück treibt ihn bei Wehen Wiesbaden derzeit zu Top-Leistungen. −F.: Frey/imago images

Ein Gruß an die junge Familie: Mit zwei "L"s sendet Maxi Thiel eine Liebesbotschaft an Frau Lisa und Sohn Lio. Das private Glück treibt ihn bei Wehen Wiesbaden derzeit zu Top-Leistungen. −F.: Frey/imago images

Ein Gruß an die junge Familie: Mit zwei "L"s sendet Maxi Thiel eine Liebesbotschaft an Frau Lisa und Sohn Lio. Das private Glück treibt ihn bei Wehen Wiesbaden derzeit zu Top-Leistungen. −F.: Frey/imago images


Erst aus Heidenheim weggeschickt, jetzt beim SV Wehen Wiesbaden gesetzt: Maximilian Thiel (28) aus Burgkirchen (Lkr. Altötting) hat 2021 sein Glück gefunden – als Stammspieler auf dem Platz sowie als Ehemann und Vater im Privaten.

Etwas Genugtuung verspüre er schon, da macht Maximilian Thiel gar keinen Hehl draus: "Ich habe von Verantwortlichen aus bestimmt zehn verschiedenen Vereinen gehört: ‚Wir wollen erstmal schauen, ob du es noch draufhast.‘" Er hat es noch drauf, der 28 Jahre alte Oberbayer aus Burgkirchen (Lkr. Altötting). Sieben Tore und drei Vorlagen hat der Offensivspieler beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden in 20 Spielen gesammelt. "Die Statistik spricht natürlich voll für mich und meine Entscheidung." Am Samstag (14 Uhr / Magenta Sport) will er zum Jahresauftakt gegen 1860 München seinen Lauf fortsetzen.

Vier Jahre spielt Thiel für den 1. FC Heidenheim, der sich in dieser Zeit zu einer Top-Mannschaft in der 2. Bundesliga entwickelt hat. Problem nur: Thiel selbst ist in dieser Zeit mehr auf Reha als auf dem Platz. Schwere Verletzungen werfen ihn immer wieder zurück. Der härteste Schlag: Sein Kreuzbandriss im Sommer 2019. In zwei Jahren macht Thiel nur noch fünf Ligaspiele für den FCH. Im vergangenen Sommer endet sein Vertrag, der Klub verlängert ihn nicht mehr, das ist früh klar.

"Es war eine schwierige Phase für mich", erzählt Thiel. Durch die Pandemie und die lange Zeit der Geisterspiele fehlen den Vereinen wichtige Einnahmen, viele von ihnen halten sich auf dem Transfermarkt zurück, erst recht bei einem Offensivspieler mit einer langen Verletzungshistorie und geringen Einsatzzeiten. "Es waren echt harte Wochen dabei", sagt Thiel rückblickend. "Der 30. Juni kommt näher, du weißt, dass dein Vertrag ausläuft, bekommst kein Gehalt mehr. Und der Jüngste bin ich auch nicht mehr, da machst du dir natürlich Gedanken."

Thiel fährt probeweise mit dem SV Sandhausen ins Trainingslager – und bekommt eine Absage. "Ich wäre gerne in der 2. Bundesliga geblieben, aber die Signale waren einfach da, dass das erst einmal schwierig werden wird."

Als Vater und Ehemann ein besserer Fußballer

Das Angebot aus Wiesbaden ist ein Glücksfall für Maximilian Thiel. "SVWW-Geschäftsführer Nico Schäfer hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, für ein Jahr zu unterschreiben – ganz ohne Druck." Er macht das und hat es auch ein halbes Jahr später nicht bereut. "Ich war in jedem Spiel auf dem Platz, habe einige gute Partien gemacht. Es tut einfach gut, das Vertrauen zu spüren und glücklich zu sein."

Dazu hat Thiel allen Grund – auch abseits des Platzes. Im Sommer hat er seine langjährige Freundin Lisa geheiratet, im November wurden sie Eltern eines Sohnes. Auch das sei ein Grund für seinen Lauf. "Dadurch, dass es privat so super läuft, habe ich auch den Spaß am Fußball wiedergefunden. Ich habe gemerkt, dass ich mehr bin als nur der Fußballer Maxi Thiel. Ich bin jetzt auch der Vater, der Ehemann. Das hat mich reifen lassen." Für die junge Familie sei Wiesbaden zudem das perfekte Pflaster. "Es ist eine tolle Stadt, sehr ruhig – und ich werde respektiert."

Die sportlichen Ziele will er aber bei all dem privaten Glück nicht aus den Augen verlieren: "Mein Ziel ist weiterhin die 2. Bundesliga – am liebsten natürlich hier in Wiesbaden." Gespräche über einen Verbleib über den Sommer hinaus habe es noch nicht gegeben, aber in den nächsten Monaten könnten sich manche Dinge auch von selbst regeln. Der SVWW geht als Tabellen-Achter in die restlichen 18 Spiele dieser Drittliga-Saison. Auf Platz zwei sind es sechs Punkte Rückstand. Im Duell mit dem TSV 1860 München geht’s nun für beide Mannschaften schon um alles: "Wer gewinnt, spielt oben mit." Einen Durchhänger dürfen sich sowohl die Sechzger als auch die Wiesbadener nicht mehr erlauben.

Am Samstag geht’s gegen die Löwen

Der SVWW hatte seine Delle zur Mitte der Hinrunde. Nach einem starken Saisonstart mit Platz eins nach dem 6. Spieltag ging plötzlich fast gar nix mehr. "Wir waren eine neu zusammengewürfelte Truppe, das braucht Zeit. Anfangs lief viel für, dann plötzlich alles gegen uns." Trainer Rüdiger Rehm musste gehen, Markus Kauczinski kam – und mit ihm der Erfolg. Von den vergangenen sieben Spielen haben Thiel und Co. nur eines verloren, in den letzten acht Partien hat der Oberbayer fünfmal getroffen. Das "schönste Tor meiner Karriere" schoss Thiel allerdings schon im August. Mit seinem ersten Treffer im Wiesbaden-Trikot schaffte er es gleich in jede Highlight-Show: Von der Mittellinie überwand er Duisburgs Torwart Leo Weinkauf zum 2:0-Endstand.

Ein Sinnbild für die letzten Monate des Maxi Thiel: Er glaubt an sich, traut sich wieder etwas zu. Das zeigt er nicht nur mit seinen Leistungen auf dem Feld, sondern auch mit seinen Aussagen abseits davon. Ob er angesichts seiner neuen Rolle als Ehemann und Vater auch manchmal schon über das Karriereende hinaus denke? "Daran habe ich in den letzten Monaten keinen Gedanken verschwendet. Ich bin in einem guten Alter, bin in vielen Dingen noch professioneller geworden. Jetzt will ich’s nochmal wissen."












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Dokumenten Information
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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Magdeburg
36
83:39
78
2.
Braunschweig
36
61:36
64
3.
Kaiserslautern
36
56:27
63
4.
1860 München
36
67:50
61
5.
Mannheim
36
58:40
60
6.
Osnabrück
36
56:48
58
7.
Saarbrücken
36
50:44
53
8.
Wiesbaden
36
49:44
51
9.
Dortmund II
36
51:48
49
10.
Zwickau
36
46:44
47
11.
Freiburg II
36
34:42
47
12.
Meppen
36
47:60
47
13.
Viktoria Köln
36
39:52
45
14.
Halle
36
46:48
43
15.
Duisburg
36
46:71
42
16.
Verl
36
56:66
40
17.
Viktoria Berlin
36
44:62
37
18.
Würzburg
36
34:59
30
19.
Havelse
36
28:71
23





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