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3. Liga | 20.05.2020 | 06:00 Uhr

Ausgebremster Antreiber: Löwen-Profi Kindsvater kommt die Corona-Pause nicht ungelegen

von Alexander Augustin

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Pfeilschneller Flügelspieler: Benjamin Kindsvater hat sich seit seinem Wechsel aus Burghausen 2017 beim TSV 1860 München etabliert. Zuletzt bremste ihn eine Leistenverletzung aus. −Foto: Haist/imago images

Pfeilschneller Flügelspieler: Benjamin Kindsvater hat sich seit seinem Wechsel aus Burghausen 2017 beim TSV 1860 München etabliert. Zuletzt bremste ihn eine Leistenverletzung aus. −Foto: Haist/imago images

Pfeilschneller Flügelspieler: Benjamin Kindsvater hat sich seit seinem Wechsel aus Burghausen 2017 beim TSV 1860 München etabliert. Zuletzt bremste ihn eine Leistenverletzung aus. −Foto: Haist/imago images


Es gibt sie auch, die Menschen, denen die Zwangspause in den vergangenen Wochen sogar eher gelegen kam. Benjamin Kindsvater (27) ist so einer. In einer Saison, die den TSV 1860 München noch zurück in die 2. Bundesliga führen könnte, war er bisher einer der Verlierer. Mal zwickte dem Flügelspieler die Schulter, seit November plagte er sich mit Leistenproblemen herum. Corona verschaffte ihm wertvolle Zeit. Jetzt ist der Traunreuter (Lkr. Traunstein) wieder fit – und trotz aller Widrigkeiten hungrig auf den Saisonendspurt, in den die 3. Liga voraussichtlich Ende Mai starten wird.

"Wenn es tatsächlich dazu kommen wird, sind wir sicherlich durch unser Trainerteam top vorbereitet", sagt er. Mehr als ein halbes Jahr sind die Löwen nun ungeschlagen – Corona-Pause eingerechnet. "Natürlich", sagt Kindsvater, "wollen wir dann unsere Serie fortsetzen und schauen, was machbar ist." Er will seinen Teil dazu beitragen, endlich. Der Aufstieg wäre die vorläufige Krönung einer Karriere, die beim SV Wacker Burghausen begann.

Als Kindsvaters Stern aufgeht, beginnt der der Salzachstädter zu sinken – 2014. Wacker steigt chancenlos aus der 3. Liga ab – mit dem jungen Blondschopf im Kader. Sein erstes Profijahr gerät für Kindsvater zum Desaster. Er selbst sieht das heute nicht mehr so eng. "Schade" sei der Abstieg gewesen, aber: "Ich war jung und wollte immer weiter machen – egal was passierte." Und er macht weiter, bei Wacker, in der Regionalliga. Der Verein hangelt sich in den Jahren von Enttäuschung zu Enttäuschung, begräbt den Profifußball am einstigen Zweitliga-Standort. Kindsvater bleibt, obwohl er schon damals zu den besten Fußballern der Regionalliga Bayern gehört.

"Ich wollte dem Verein einfach zur Seite stehen", sagt er. In den drei Spielzeiten nach dem Abstieg ist er der ruhige Offensivspieler bei Wacker unumstritten, geht mit insgesamt 18 Toren und acht Vorlagen voran. Doch der nächste Schritt bleibt aus. Bis im Frühjahr 2017 das Telefon klingelt. Es ist Daniel Bierofka, damals noch Trainer von Sechzigs U21, ein Regionalliga-Konkurrent von Wacker. Ein sportlicher Aufstieg wäre ein Wechsel zunächst nicht, doch Kindsvater sieht die Gelegenheit, sich über die Reserve für die Profis zu empfehlen. "Nach neun schönen Jahren in Burghausen wollte ich einfach was Neues sehen und erleben. Und Daniel Bierofka hat mich damals sehr überzeugt, diesen Schritt zu machen." Kindsvater unterschreibt im Mai 2017. Kurz darauf ist alles anders.

Nach dem Abstieg der Profis aus der 2. Liga implodiert der TSV 1860 München. Investor Hasan Ismaik verweigert Zahlungen, der Verein muss in der Regionalliga neu starten – mit Daniel Bierofka als Trainer und einer verstärkten Amateurmannschaft. "Keiner wusste, wie es weitergeht", erinnert sich Kindsvater. Für ihn persönlich wird der Absturz zum Glücksfall. Bierofka plant ihn als festen Bestandteil der ersten Mannschaft ein. Plötzlich spielt er vor 12500 Fans im ausverkauften Grünwalder Stadion – das erste Heimspiel steigt ausgerechnet gegen Wacker. "Da musste ich mich öfter kneifen. Ein unglaubliches Gefühl!"

Den ganzen Text lesen Sie am Dienstag, 19. Mai, im Sportteil der PNP (Online-Kiosk) – oder hier als registrierter Abonnent.












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