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Kritik am DFB wird lauter, Verband wehrt sich | 12.05.2020 | 18:23 Uhr

Streit um 3. Liga droht zu eskalieren – Für 1860 München ist Neustart "essenziell"

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1860 München und der FC Ingolstadt hoffen weiter auf eine Fortsetzung der Saison in der 3. Liga. Am letzten Spieltag würden sie im Grünwalderstadion aufeinandertreffen. −Foto: Bösl

1860 München und der FC Ingolstadt hoffen weiter auf eine Fortsetzung der Saison in der 3. Liga. Am letzten Spieltag würden sie im Grünwalderstadion aufeinandertreffen. −Foto: Bösl

1860 München und der FC Ingolstadt hoffen weiter auf eine Fortsetzung der Saison in der 3. Liga. Am letzten Spieltag würden sie im Grünwalderstadion aufeinandertreffen. −Foto: Bösl


Der Streit um die Fortsetzung der 3. Liga gewinnt auch zwischen Fußball und Politik an Schärfe. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff erhob nach einem Telefonat mit DFB-Präsident Fritz Keller deutliche Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund – aus der Frankfurter Verbandszentrale kam am frühen Dienstagabend umgehend eine vehemente Replik. "Hier wird ein unzutreffendes Bild gezeichnet", äußerte Generalsekretär Friedrich Curtius auf der DFB-Internetseite.

Haseloff hatte zuvor das Agieren des DFB im Streben um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs am 26. Mai kritisiert. Er empfinde es als unerträglich, dass der Verband in der Pandemielage Druck auf Politik und Vereine ausübe, sagte der CDU-Politiker. Eine Landesverordnung mit strengen Sportbeschränkungen sei erlassen worden, um Menschenleben zu schützen. Dass "mit dem Lizenzentzug gedroht wird für den Fall, dass man nicht mitspielt, das kann nicht die Spielregel in unserer Gesellschaft sein."

Dass es solchen Druck gebe, wies der DFB zurück. Es sei nicht "mit Zulassungsentzug und Konsequenzen" für Vereine gedroht worden, die sich gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs aussprächen, teilte Curtius mit und begründete den Versuch, die Spielzeit zu retten. "Die 3. Liga wäre bei einem freiwilligen Saisonabbruch in ihrer kompletten Struktur als Profiliga gefährdet und in Frage gestellt."

Nach einem Beschluss des DFB-Präsidiums soll die 3. Liga – vorbehaltlich der politischen Zustimmung – eigentlich in der letzten Maiwoche wieder loslegen. In Sachsen-Anhalt sind allerdings sportliche Wettkämpfe und Training unter wettkampfähnlichen Bedingungen bis Ende Mai verboten. Damit können auch der 1. FC Magdeburg sowie der Hallescher FC mindestens bis zum 27. Mai nur in Kleingruppen von maximal fünf Sportlern trainieren.

Insgesamt bleibt die 3. Liga auch nach dem Signal des DFB zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs tief gespalten. "Ich habe eine neue Abstimmung beantragt. Ich sehe es nicht ein, dass der DFB die Saison auf Basis eines veralteten Meinungsbildes, aber unter neuen Rahmenbedingungen, Stichwort neutraler Spielort, fortsetzen will", sagte Geschäftsführer Markus Kompp von Waldhof Mannheim.

Angesichts des neuen Rahmenterminplans, der vorsieht, elf Spieltage mit fünf englischen Wochen zu absolvieren, schlägt die SG Sonnenhof Großaspach Alarm. Einige Clubs seien bereits seit Wochen im kontaktlosen Training, die Entscheidungen der Behörden regional unterschiedlich. Das zeige, "dass ein fairer Wettbewerb schon jetzt nicht mehr möglich ist", heißt es auf der Homepage des Clubs.

Nach der Quarantäne für die Mannschaft des Zweitligisten Dynamo Dresden sieht auch Braunschweigs Sportdirektor Peter Vollmann die Fortsetzung der Saison kritisch. "Eine solche Mannschaft wird komplett zurückgeworfen, das ist ein Wettbewerbsnachteil, den man gar nicht mehr ausgleichen kann", sagte er der "Braunschweiger Zeitung".

Auch der wirtschaftliche Aspekt spielt für viele Clubs eine große Rolle in der Diskussion. "Wir stehen weiterhin vor wirtschaftlich für uns kaum lösbaren Aufgaben und es gibt nach wie vor viele offene Fragen. Ein einwöchiges Quarantäne-Trainingslager, ein eigener Mannschaftkoch, mehrere Mannschaftsbusse oder zusätzliche Kabinen und Sanitärräume erscheinen für die durch die Coronapandemie ohnehin finanziell angeschlagenen Vereine nicht vertretbar", sagte Malte Metzelder, Geschäftsführer Sport beim SC Preußen Münster.

Diese Meinung vertreten auch die ostdeutschen Traditionsvereine. Sie plädieren weiterhin für einen Abbruch. "Wir haben immer betont, dass wir die Saison sportlich und fair zu Ende spielen wollen. Aber aus unserer Sicht ist eine Fortsetzung im Moment aus vielen Gründen einfach nicht möglich", erklärte Zwickaus Sportdirektor Toni Wachsmuth. Es können keinen "sportlich fairen Wettbewerb" geben.

Der 1. FC Magdeburg drängt ebenfalls auf einen Abbruch. "Der DFB macht momentan viel Druck, will die Saison zu finanziellen Lasten vieler Vereine unbedingt fortsetzen. Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass das der falsche Weg ist und dass die Drittliga-Saison abgebrochen werden sollte - aus gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen", sagte Geschäftsführer Mario Kallnik der "Volksstimme" (Dienstag). Zudem monierte er das DFB-Vorhaben, neutrale Spielorte zuzulassen, sollten einige Stadien gesperrt sein. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper schließt Geisterspiele in der MDCC-Arena wegen der Corona-Eindämmungsverordnung derzeit aus.

Klar für die Fortsetzung der Saison sind weiter die bayerischen Vereine. 1860 Münchens Geschäftsführer Michael Scharold hob am Dienstag nochmals die Bedeutung des geplanten Neustarts hervor. Diese Entscheidung sei für den Verein "essenziell wichtig, aber auch für die Liga", sagte Scharold am Dienstag. "Deshalb mussten wir es schaffen, dass wieder Fußball gespielt wird, um uns als verlässlichen Vertragspartner gegenüber dem Fernsehen und Sponsoren zu zeigen." Der zum 30. Juni als Geschäftsführer scheidende Scharold verwies auf Verpflichtungen der Vereine. Fast jeder Club habe "einen Wettanbieter als Partner. Wenn wir nicht spielen, entziehen wir diesen Unternehmen ihre Existenzgrundlage. Viele Angestellte können nicht mehr ihren Beruf ausüben", sagte er. Scharold bezifferte die Verluste der "Löwen" in dieser Saison auf einen Beitrag "im mittleren sechsstelligen Bereich". Die Summe sei aber unter anderem auch von Gesprächen mit den Sponsoren abhängig.

Auch der SV Meppen begrüßt die Entscheidung zur Fortsetzung. Nicht äußern zum neuen Abstimmungsantrag der Mannheimer wollten sich der KFC Uerdingen und der MSV Duisburg, Viktoria Köln ist neutral. Der 1. FC Kaiserslautern teilte lediglich mit: "Es geht nicht um eine Abstimmung. Wir halten es dennoch für sinnvoll, uns bezüglich der Umsetzung und Realisierbarkeit des Rahmenterminkalenders hinsichtlich denkbarer Verzögerungen im Hinblick auf den 30. Juni nochmals auszutauschen", so Sportdirektor Boris Notzon. − dpa/red












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