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06.11.2019 | 08:25 Uhr

Kommentar zum Rücktritt von Löwen-Trainer Daniel Bierofka: Wacht endlich auf!

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Trat am Dienstag als Löwen-Trainer zurück: Daniel Bierofka (40). −Foto: dpa

Trat am Dienstag als Löwen-Trainer zurück: Daniel Bierofka (40). −Foto: dpa

Trat am Dienstag als Löwen-Trainer zurück: Daniel Bierofka (40). −Foto: dpa


Der TSV 1860 München muss sich einen neuen Trainer suchen: Nach dem überraschenden Rücktritt von Daniel Bierofka droht dem ohnehin heillos zerstrittenen Drittligisten eine echte Sinnkrise. Und die hat er sich selbst eingebrockt. heimatsport.de-Redakteur Alexander Augustin äußert in seinem Kommentar Verständnis für Bierofkas Entscheidung, der nicht weiter Spielball einer völlig konfusen Vereinspolitik sein wollte:

In einer an Dämlichkeiten sehr reichen Geschichte des TSV 1860 München werden diese Tage ein besonderes Kapitel bekommen. Daniel Bierofka hört als Trainer auf. Nicht weil er muss, nicht weil er will. Er kann nicht anders. Derjenige, der dem TSV nach dem Totalabsturz 2017 eine Perspektive gab, wird seit Monaten aus dem Verein heraus bekämpft – weil er einer der wenigen ist, die ganz offen ansprechen, dass das aktuelle "Dahinwurschteln" auf Dauer in der Versenkung des deutschen Fußballs enden wird. Bierofka, der Herzens-Löwe: gemobbt, zermürbt zwischen den Mühlsteinen Investor und e.V.

In einer der finstersten Stunden der Löwen opferte sich Bierofka regelrecht auf, bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Dass die Vereinsseite um Präsident Robert Reisinger ihm zum Dank immer wieder Steine in den Weg legt, ja sabotiert, ist eine Sauerei, die sich Bierofka nicht länger gefallen lassen wollte. Verständlich. Der Gipfel: die fragwürdige wie unnötige Mitteilung vor einigen Wochen, dass Sechzig auch problemlos ohne Bierofka weiter bestehen würde. Verbunden mit dem Satz, dass der Trainer "einen für die Verhältnisse in der dritten Liga gut dotierten Vertrag besitze". Das las sich schon damals, als wolle man Bierofka wegmobben. Dass nun wohl aus dem inneren Zirkel des Vereins erneut Negativ-Gerüchte über ihn gestreut wurden, brachte das Fass zum Überlaufen.

Investor Hasan Ismaik dagegen stellte sich immer demonstrativ vor den Trainer. Nur: Von dessen lobenden Facebook-Posts konnte sich Bierofka auch nichts kaufen. Ismaik, genauso stur wie die Vereinsseite, hätte seinem Lieblings-Trainer mehr geholfen, wenn er sich um eine Deeskalation der Gesamtlage bemüht hätte. So fehlt dem Verein die Perspektive und Bierofka die Arbeitsgrundlage. Er wird sie an anderer Stelle finden, bei einem Verein, der sein Herzblut mehr schätzt. Man kann Daniel Bierofka nur alles Gute wünschen – und den handelnden Personen beim TSV 1860 München, dass sie endlich aufwachen. Einen lauteren Weckruf als diesen kann es fast nicht geben. Nur, das zeigt die an Dämlichkeiten reiche Vereinsgeschichte: Wenn sie bei Sechzig, dem selbst ernannten "schlafenden Riesen", eines können, dann ist es, die Schlummertaste zu drücken.

Rücktritt offiziell bestätigt um 23.05 Uhr

Am späten Dienstagabend bestätigte der Verein offiziell den Rücktritt. Investor Hasan Ismaik hatte sich noch mit Daniel Bierofka getroffen, wollte den Trainer zum Bleiben überreden – vergeblich. "Leider konnte ich ihn nicht mehr umstimmen. Es wird schwer die Lücke, die Daniel hinterlässt, zu schließen. Für mich geht Daniel Bierofka als Held", wird der Jordanier in der Pressemitteilung der Löwen zitiert. In den sozialen Medien machte Ismaik seinem Ärger dann Luft: "Ich fordere die Personen auf, die mit ihrer hinterhältigen Taktik 1860 ganz bewusst schaden wollen, sich zu erkennen geben und die Gründe für ihr feiges Handeln zu nennen. Ich hoffe, dass denjenigen bewusst ist, was sie mit ihrer Diskreditierung Bierofkas anrichten, wenn er den Verein verlässt. Viele Spieler sind ausschließlich wegen ihm zu 1860 gewechselt, weil sie unter ihm arbeiten wollen."

Von Vereinsseite hieß es zum Rücktritt: "Die Entscheidung des Trainers hat auch uns überraschend getroffen", kommentierte Geschäftsführer Sport Günther Gorenzel. "Wir werden nun in den nächsten Tagen akribisch den Markt sondieren. Eine Lösung mit mir an der Seitenlinie wird es nicht geben, das gebührt der Respekt vor Daniel." Bis auf weiteres wird Oliver Beer die Mannschaft betreuen und sie auch auf das Spiel in Halle vorbereiten. Gorenzel bedauerte Bierofkas Schritt und würdigte dessen Leistung: "Ich möchte mich an dieser Stelle von Herzen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit der letzten Jahre bedanken. Wir wünschen ihm viel Erfolg auf seinem weiteren sportlichen Werdegang."

Michael Scharold, der kaufmännische Geschäftsführer meinte: "Daniel war nach dem Abstieg in die Regionalliga der Anker für das taumelnde Schiff. In der schwierigsten Phase des Vereins ist er vorangeschritten und hat in kürzester Zeit eine Mannschaft aufgebaut, die am Ende den sofortigen Aufstieg in die 3. Liga schaffte. Im letzten Jahr hat er unter der Doppelbelastung mit der Ausbildung zum Fußballlehrer die Klasse gehalten. Die nun knapp 2,5 Jahre waren sehr ereignisreich und nur durch extremen persönlichen Einsatz von Daniel Bierofka zu stemmen. Der Dank für diesen Einsatz kann gar nicht groß genug sein."












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