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12.01.2019 | 10:15 Uhr

Im Bayerwald gereift, von Tuchel entdeckt – Stephan Hains ungewöhnlicher Weg in den Profifußball

von Alexander Augustin

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Gefürchtet: Stephan Hain (rechts) ist bei der Spvgg Unterhaching mit 13 Treffern aktuell Top-Torjäger der 3. Liga. −Foto: Jan Hübner/imago

Gefürchtet: Stephan Hain (rechts) ist bei der Spvgg Unterhaching mit 13 Treffern aktuell Top-Torjäger der 3. Liga. −Foto: Jan Hübner/imago

Gefürchtet: Stephan Hain (rechts) ist bei der Spvgg Unterhaching mit 13 Treffern aktuell Top-Torjäger der 3. Liga. −Foto: Jan Hübner/imago


Nur 3,5 Prozent aller Fußball-Talente der großen deutschen Klubs schaffen den Durchbruch. In einer Serie mit regionalen Top-Kickern zeigt die Heimatzeitung, wie unterschiedlich Karrieren verlaufen können. Teil 4: Stephan Hain (30), der nie im Fußball-Internat war und doch eine beachtliche Karriere hinlegte – auch dank Thomas Tuchel.

Man sieht ihm das nicht direkt an, aber ja, Stephan Hain ist im persönlichen Umgang ganz harmlos. Seit sich der gebürtige Zwiesler einen Vollbart stehen lässt, ist vom schüchternen Jungen aus dem Bayerischen Wald zumindest äußerlich nicht mehr viel übrig. Dafür passt sein Erscheinungsbild nun umso besser zu seinem Auftreten auf dem Platz. Der 30-Jährige hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren 69 Pflichtspieltore geschossen. Mit 32 Regionalliga-Treffern hat er die Spvgg Unterhaching 2017 zum Aufstieg geschossen. Auch in der laufenden Drittliga-Saison hat er schon wieder 13 mal getroffen. Die Münchner Vorstädter liegen auf Platz fünf – zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Haching und Hain, das passt. Auch weil das Umfeld seinem Charakter entgegen kommt: "Hier ist es ruhig. Das entspricht meinem Gemüt", sagt er. Wenn es um ihn herum still war, war Stephan Hain immer am besten.

Ruhmannsfelden, 2007. Wer Ruhe sucht, kommt ihr dort sehr nahe. In der Marktgemeinde zwischen Viechtach und Regen sind sie zu der Zeit vor allem auf eines stolz: die Nachwuchsarbeit der Spielvereinigung. Die A-Jugend spielt Bayernliga, zweithöchste Spielklasse. Im Sturm: Stephan Hain, gerade volljährig geworden. Auf der Sportanlage am Lerchenfeld gastieren in dieser Zeit fast wöchentlich die großen Namen in Bayerns Fußball – und Hain trifft gegen die meisten. 27 Tore wird er am Ende der Saison erzielt haben. Eindruck hinterlässt er vor allem beim Jugend-Trainer des FC Augsburg, einem gewissen Thomas Tuchel. "Ich habe ihn in den zwei direkten Duellen überzeugt", blickt Hain zurück. "Er hat mich dann kontaktiert und nach Augsburg eingeladen." Tuchel soll ab der nächsten Saison die zweite Mannschaft der Fuggerstädter in der Landesliga übernehmen und sucht einen Stürmer. Hain hat es ihm angetan.

Hains ungewöhnlicher Weg: "Gut, nicht so früh im Fokus zu stehen"

"Ich bin mit Mama und Papa nach Augsburg gefahren und mir war schnell klar, dass ich das machen will." Hain geht nach Schwaben, beendet dort die Fachoberschule und macht da weiter, wo er in Ruhmannsfelden aufgehört hat. In seiner ersten Saison im Herrenfußball macht er 31 Tore in 33 Landesliga-Spielen. "Tuchel hat mir sehr viel beigebracht, das war eine ganz wichtige Zeit", sagt der Zwiesler heute. Nach der Saison trennen sich die Wege. Tuchel geht zu Mainz, von dort nach Dortmund und trainiert heute die Weltauswahl von Paris St. Germain. Hain wechselt auch, aber nur innerhalb des Vereins. Jos Luhukay holt ihn zur Zweitliga-Mannschaft des FCA. Mit 20 ist Hain Profi – ohne jemals in einem Nachwuchsleistungszentrum gespielt zu haben.

"Ich hatte nie ein Angebot, in eine Jugendakademie zu wechseln", erinnert er sich, "aber der Traum vom Profifußball war schon da." Wäre er von zu Hause weggegangen, wenn er die Möglichkeit gehabt hätte? Hain sagt: Nein. "Ich bin nicht traurig darüber, wie es gelaufen ist. Natürlich hast du in einem Nachwuchsleistungszentrum bessere Bedingungen, aber du wirst halt auch von zu Hause weggerissen – ohne zu wissen, ob es am Ende überhaupt klappt." Hain, der Familienmensch, genießt die Jugend daheim im Bayerischen Wald – und das Fußballspielen in Ruhmannsfelden, lange unter dem Radar. "Es war gut, nicht so früh im Fokus zu stehen."

In Augsburg kann sich Hain gegen die Aufmerksamkeit aber nicht mehr wehren – spätestens seit dem 8. Mai 2011. Im vorletzten Liga-Spiel gegen den FSV Frankfurt wird er kurz vor Schluss eingewechselt und schießt den FCA in die Bundesliga. Der Stürmer steht erstmals im bundesweiten Fokus. In der Eliteliga kommt er kaum zum Einsatz, hilft zeitweise in der zweiten Mannschaft aus, dort, wo sein Weg bei den Schwaben begann. 2013 endet er. Hain wechselt zurück in die zweite Liga, zu 1860 München. Sportlich eine Nummer kleiner als Augsburg, medial mindestens eine größer. Es sollte das schwerste Kapitel seiner Laufbahn werden.

"Beide Seiten haben sich damals mehr erwartet", sagt Hain heute. Er ist oft und lange verletzt, öffentlich wird ihm übel mitgespielt. Der damalige Vize-Präsident der Löwen Peter Helfer schimpft über ihn: "Wenn ich dauernd nur in den Boden schaue, ist es klar, dass ich meine Mitspieler nicht sehe. Der hat überhaupt kein Selbstbewusstsein." Was eine sportliche Kritik sein soll, stellt den Menschen Stephan Hain infrage.

"Durch die Zeit bei Sechzig weiß ich, was ich hier habe"

Er selbst will eigentlich nicht viele Worte über die Zeit verlieren – und tut es doch: "Ich habe vor allem das mediale Umfeld unterschätzt. Es war definitiv ein sehr unglückliches Kapitel. Ich habe mich nie richtig wohl gefühlt." Als er nach drei Jahren und einem Tor für Sechzig nach Haching wechselt, ist es für ihn ein weiterer sportlicher Rückschritt – auf den ersten Blick: Die Spielvereinigung spielt gerade Regionalliga. Doch Hain fühlt sich sofort wohl. "Durch die Zeit bei Sechzig weiß ich zu schätzen, was ich hier habe. Bei Haching spüre ich ungebrochenes Vertrauen, bei Sechzig war das nicht der Fall."

Mehr Vertrauen, weniger Aufmerksamkeit. Für Hain ist das der Faktor zum Erfolg. Er schießt Haching zurück in den Profifußball und entwickelt sich auch persönlich – nicht nur in Sachen Gesichtsbehaarung. Den BWL-Bachelor hat er in der Tasche, den Master macht er gerade im Fernstudium. "Ich sehe mich später aber nicht in der Wirtschaft, eigentlich will ich dem Sport verbunden bleiben." Doch erstmal will er besonders dem Fußball verbunden bleiben. "Ich hoffe, dass ich schon noch ein paar Jahre spielen kann." Noch einmal höherklassig? "Das wäre schon das Ziel." In Haching oder woanders? "Ein Wechsel ist keine Option. Der Verein will ja mittelfristig hoch und ich würde mich freuen, wenn ich noch länger Bestandteil des Teams sein darf." Trainer Claus Schromm dürfte dagegen wenig einwenden. "Phänomenal" sei Hains Zug zum Tor, sagte er einmal: "Dabei sagt er immer, er sei nicht der Schnellste. Aber dem ein oder anderen ist er gedanklich dann doch voraus." Nicht nur auf dem Platz.












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Dokumenten Information
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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
VfL Osnabrück
38
56:31
76
2.
Karlsruher SC
38
64:38
71
3.
SV Wehen Wiesbaden
38
71:47
70
4.
Hallescher FC
38
47:34
66
5.
Würzburger Kickers
38
56:45
57
6.
Hansa Rostock
38
47:46
55
7.
FSV Zwickau
38
49:47
52
8.
Preußen Münster
38
48:50
52
9.
1. FC Kaiserslautern
38
49:51
51
10.
Spvgg Unterhaching
38
53:46
48
11.
KFC Uerdingen 05
38
47:62
48
12.
TSV 1860 München
38
48:52
47
13.
SV Meppen
38
48:53
47
14.
FC Carl Zeiss Jena
38
48:57
46
15.
SG Sonnenhof Großaspach
38
38:39
45
16.
Eintracht Braunschweig
38
48:54
45
17.
Energie Cottbus
38
51:58
45
18.
Sportfreunde Lotte
38
31:46
40
19.
Fortuna Köln
38
38:64
39
20.
VfR Aalen
38
45:62
31





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