1860 in der Ergebniskrise

Wieder Wirbel bei den Löwen: Ein falscher Maulwurf lässt Trainer Köllner toben

11.11.2022 | Stand 12.11.2022, 16:20 Uhr

Unter Zugzwang: 1860-Coach Michael Köllner. −Foto: Imago Images

Trotz der Ergebniskrise hat Trainer Michael Köllner von Drittligist TSV 1860 München weiter das Vertrauen der Vereinsführung.

„Es gab in den letzten Tagen einige Spekulationen in den Medien. Aber ich spekuliere nicht, ich analysiere. Es gibt in keiner Form ein Ultimatum“, sagte Günther Gorenzel, Geschäftsführer Sport, vor dem Heimspiel gegen Rot-Weiß Essen am Montag (19 Uhr). Die ambitionierten Löwen haben die letzten drei Ligapartien allesamt verloren und stehen nicht mehr länger auf einem Aufstiegsplatz.

„Wir wissen, dass wir uns in den letzten Spielen nicht mit Ruhm bekleckert haben. Nur, wir wissen genau, woran es liegt und ich erkenne einen ganz klaren Plan von unserem Cheftrainer“, sagte Gorenzel.

Prominenten Beistand gibt es außerdem noch von einem weiteren Löwen: Denn während in der „Bild-Zeitung“ schon über Köllners Ablösung nach einem möglicherweise erfolglosen Heimspiel gegen Essen spekuliert wurde, stärkte neben Gorenzel auch Hasan Ismaik dem Trainer demonstrativ den Rücken. „Natürlich bin ich auch enttäuscht über diesen Einbruch“, schreibt der 1860-Mehrheitsgesellschafter in seinem neuesten Facebook-Post, betont aber: „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und nun alles in Frage stellen, auch den Trainer nicht.“

Köllner selbst kritisierte indes die internen Probleme im Verein. „Wenn irgendwelche Insider Information zur Presse durchstecken, ist das kein Ruhmesblatt für einen erfolgreichen Verein. Damit schlagen wir uns schon seit Wochen herum“, sagte der Trainer. Diese bewusst gestreuten Fehlinformationen hätten dazu beigetragen, dass die Löwen zuletzt nicht erfolgreich waren.

Was den 52-Jährigen zudem stört: Dass schon in den vergangenen Wochen immer wieder negative Stimmung (auch gegen seine Person) verbreitet worden sei. Ein Bild, in das auch kritische Interviews, wie etwa von Präsident Robert Reisinger, immer wieder passten. Jeder müsse sich im Klaren sein, was er mit solchen Aktionen bewirke. „Wenn du Unruhe schaffst, tust du nichts für den Erfolg“, sagte Köllner während seines Rundumschlags.

Gegen Aufsteiger Essen wollen die Löwen nun die Trendwende schaffen. „Wir werden alles dafür tun, in die Erfolgsspur zurückzukehren“, sagte Köllner, schob aber nach: „Das wird eine schwere Partie für uns“. Abräumer Quirin Moll ist wegen Krankheit fraglich. Innenverteidiger Michael Glück wurde nach seinem Nasenbeinbruch erfolgreich operiert, ist aber noch keine Option für das Essen-Spiel.

− dpa