1:1 gegen Essen

Wieder kein Sieg und keine Ruhe um Köllner: Das Löwen-Jahr endet im Krisenmodus

14.11.2022 | Stand 15.11.2022, 13:51 Uhr

Die Löwen-Fans zündeten im letzten Heimspiel des Jahres im wahrsten Sinne des Wortes ein Feuerwerk. −Foto: imagoimages

Von Matthias Vogt

Das Löwen-Jahr endet im Krisenmodus. Beim Heimspiel am Montagabend beendeten die Sechziger zwar Torflaute und Niederlagenserie, den Essener Ausgleichstreffer zum 1:1 (0:0) in der Nachspielzeit nehmen die Sechziger trotzdem als Schock mit in die Pause.

Wieder kein Sieg, der nächste Rückschlag im Aufstiegskampf: Es bleiben in den nächsten Wochen viele offene Fragen beim TSV 1860. Wohl auch die nach Michael Köllners Zukunft. Denn beim Montags-Heimspiel ging es ja nicht nur um einen versöhnlichen Abschluss dieses Drittligajahres, um eine gute Ausgangsposition im Aufstiegskampf, sondern ein paar Medienberichten zufolge auch um den Job des Trainers. Das Unentschieden taugt nun zumindest nicht für eine große Stimmungswende rund um den Traditionsklub.

„Wir haben kämpferisch alles gegeben und die Mannschaft ist an die Grenze gegangen. Aber so ein Standard zum Schluss darf uns nicht passieren“, bemängelte Köllner bei Magenta Sport und bezeichnete den Ausgang als „unheimlich bitter“.

Auf was es in einem so wichtigen Spiel ankommt, hatte Köllner unter anderem schon dadurch klargemacht, dass er mit Joseph Boyamba und Martin Kobylanski zwei prominente Sommerzugänge für dieses letzte Spiel des Jahres aus dem Kader gestrichen hatte. Die naheliegende Botschaft: Nur, wer sich voll in den Dienst der Mannschaft stellt, erhält seine Chance – ohne Rücksicht auf Namen und Status.

Viel besser als in Bayreuth, gegen Saarbrücken und in Freiburg (dreimal ohne eigenen Treffer) lief es zunächst allerdings auch diesmal nicht. In einer insgesamt zähen Partie schoss Youngster Marius Wörl, nachdem er von Fynn Lakenmacher perfekt in Szene gesetzt wurde, zunächst knapp am Tor vorbei (22.). Auf der anderen Seite touchierte ein Freistoß von Niklas Tarnat bei der besten Essener Möglichkeit noch den Pfosten (37.).

Im zweiten Durchgang lösten die Löwen dann zumindest einen elementaren Problempunkt und beendeten ihre Torflaute aus den vergangenen Wochen. Als Albion Vrenezi den Ball in der 76. Minute per Strafstoß (Stefan Lex war vorher gefoult worden) sehr souverän, halbhoch im Essener Tor unterbrachte, durften die Löwen-Fans nach exakt 356 Minuten mal wieder jubeln. Die Durststrecke war vorbei, die Niederlagenserie gefühlt auch – bis Felix Bastians in der Nachspielzeit per Kopfball nach einem Freistoß zum Ausgleich und die Löwen bis ins Mark traf (90.+1).

Und so endet das 1860-Jahr nach riesiger Euphorie im Sommer, einem Startrekord und gereiften Aufstiegsträumen in einer handfesten Krise. In das Auswärtsspiel bei Waldhof Mannheim am 14. Januar geht der einstige Topfavorit auf den Aufstieg nur noch als Tabellensechster. „Es sind aber noch 21 Spiele. Jetzt geht es darum, dass wir in der Pause hart und lange arbeiten, damit wir beim ersten Rückrundenspiel in Mannheim voll da sind. Es sind noch 21 Punkte und wir sind 3 Punkte hinter dem Tabellenzweiten. Da ist noch viel Luft in der ganzen Saison drin“, sagte hinterher Coach Köllner bei Magenta.