Am Freitagabend kommt Aue

Krallen sich die Löwen zum Wiesn-Start die Tabellenführung?

15.09.2022 | Stand 16.09.2022, 12:02 Uhr

Zurück auf dem Platz: Nach seiner Knieverletzung mischt Phillipp Steinhart wieder im Training der Löwen mit. Eine Rückkehr gegen Aue kommt für den Leistungsträger aber wohl noch zu früh. −Foto: Imago Images

Von Matthias Vogt

Das letzte Oktoberfest liegt drei Jahre zurück. Ein Oktoberfest mit den Münchner Löwen als Tabellenführer sogar noch länger. Fünf Jahre ist’s her, damals spielten die Sechziger noch in der Regionalliga Bayern, aus der es am Saisonende bekanntermaßen nach oben ging. Aufsteigen will der TSV 1860 nun auch in dieser Saison. Und mit einem Heimsieg gegen Erzgebirge Aue könnte er an diesem Freitagabend (19 Uhr/Magenta Sport) pünktlich zum Wiesn-Start an die Spitze der 3. Liga zurückkehren.

Zumindest bis Samstagnachmittag, wenn die SV Elversberg dann in Halle nachlegen kann, würden die Münchner wieder vorne stehen. Ob im alltäglichen Löwen-Dress oder im speziellen Wiesn-Trikot, das auch die Mannschaft heute Abend tragen wird – die Fans könnten sich am Samstag, zum Oktoberfest-Auftakt, dann als stolzer Tabellenführer auf der Theresienwiese präsentieren. Zuvor soll am Freitagabend im Grünwalder Stadion „die Post abgehen“, wie Trainer Michael Köllner betont. Denn zum einen sind die Löwen nach der ersten Saisonniederlage, die beim 1:4 in Elversberg ja gleich eine recht heftige war, auf Wiedergutmachung aus, was Köllner während der Woche schon im Training registriert hat: „Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt“, sagt er und stellt klar: „Ich werde nicht wegen eines Spiels den Charakter meiner Mannschaft infrage stellen.“ Gegen Aue müsse und werde sein Team wieder marschieren, „und die letzten Prozente bringen dann die Fans“, sagt er.

Denn zum anderen werde es trotz der so unterschiedlichen Vorzeichen im Vergleich zur Vorwoche ein nicht weniger anspruchsvolles Spiel. Auch wenn es der TSV 1860 nach dem neuen Tabellenführer diesmal „nur“ mit dem Letzten zu tun bekommt, der nach seinem Zweitliga-Abstieg Gefahr läuft, durchgereicht zu werden, und bei dem es unter anderem um die Zukunft von Trainer Timo Rost gehen wird. „Natürlich hat Aue gewaltigen Druck im Kessel“, weiß Köllner, der aber auch sagt: „Angeschlagene Gegner sind nicht leicht zu bespielen. Der Tabellenplatz ist kein Maßstab. Für uns ist dieses Spiel ein Top-Spiel.“

Gewinnen die Löwen – ohne Kapitän Stefan Lex und ohne Routinier Quirin Moll (beide muskuläre Probleme) – dieses Top-Spiel und damit auch ihr fünftes Heimspiel in dieser Saison, würden sie mindestens als Tabellenzweiter und – wie es sich auch Köllner wünscht – „mit einem guten Gefühl“ in die Länderspielpause gehen. Eine Pause, in der es erstmals nach drei Jahren wieder ein Oktoberfest gibt. Vielleicht ja sogar mit einem Tabellenführer TSV 1860 München.