Nur noch fünf Punkte Rückstand

Reyna lässt den BVB ganz spät jubeln – und nun ist Dortmund wieder Bayernjäger

25.01.2023 | Stand 26.01.2023, 12:33 Uhr

Moment des Glücks: Der eingewechselte Giovanni Reyna (r.) trifft zum späten 2:1-Siegtreffer für den BVB. −Foto: Imago Images

Von Jonas Wagner

Sebastien Haller schloss Giovanni Reyna liebevoll in die Arme und genoss den Augenblick. Wenige Minuten zuvor hatte Haller per Kopf Reyna den Last-Minute-Siegtreffer (90.+3) von Borussia Dortmund zum glücklichen 2:1 (1:1)-Erfolg beim FSV Mainz 05 aufgelegt und schon in seinem zweiten Pflichtspiel nach seiner Hodenkrebs-Erkrankung seine Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. „Das sind die emotionalsten Siege“, sagte Nationalspieler Julian Brandt bei Sky.

Der BVB nutzte damit den Patzer von Bayern München gegen Köln (1:1) aus und schob sich zum Abschluss der Hinrunde bis auf fünf Punkte an den Tabellenführer heran. Trainer Edin Terzic riss nach dem Abpfiff die Arme in die Höhe und stieß einen lauten Jubelschrei aus. Mit Haller und Reyna hatte er den Sieg eingewechselt. „Wir hatten eine starke Bank. Das tat uns gut“, stellte Brandt fest.

Ohne den gelbgesperrten Anführer Jude Bellingham fehlte Dortmund lange die Durchschlagskraft. Julian Ryerson (4.) glich mit seinem Premierentor in einer furiosen Anfangsphase die Führung der Gastgeber durch Jae-Sung Lee (2.) aus. „Da haben wir eine gute Reaktion gezeigt“, sagte Ersatz-Kapitän Niklas Süle.

Für die Borussen war es erst der zweite Auswärtssieg aus den vergangenen sieben Partien. Der Mainzer Sportdirektor Martin Schmidt nannte die Niederlage „maximal unglücklich“ und „unverdient“. Gerade in der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft „Paroli geboten“ und sei „näher drangewesen.“

Im Vergleich zum wilden Schlagabtausch gegen den FC Augsburg (4:3) wechselte Terzic zweimal. Süle rückte für Mats Hummels in die zuletzt äußerst unsichere Abwehr, Emre Can ersetzte Bellingham. Während Haller nach seinem emotionalen Debüt erneut auf der Bank saß, kam die Partie für den jüngst erkrankten Marco Reus zu früh.

Nach wackligem Beginn stabilisierten sich die Schwarz-Gelben schnell. Das Umschaltspiel der Mainzer, bei denen Stammtorhüter Robin Zentner (Rückenprobleme) erneut fehlte und Abwehr-Neuzugang Andreas Hache-Olsen debütierte, erstickte Dortmund im Keim und spielte sich gute Chancen durch Youssoufa Moukoko (8.), Süle (9.) und Karim Adeyemi (14.) heraus.

Den Druck hielten die Borussen jedoch nicht lange hoch. Dortmund fehlten in einer zähen Partie die Ideen, dazu wackelte die Defensive erneut vereinzelt. Gegen zu harmlose Gastgeber wurde dies anders als zuletzt aber nicht bestraft.

Deutlich mehr ließen Süle und Co. nach der Pause zu. Der BVB agierte zu passiv und hatte bei den Abschlüssen von Karim Onisiwo (57.) und Marcus Ingvartsen (60.) Glück. Terzic reagierte: Neben Haller kamen Reyna und Jamie Bynoe-Gittens, der bei der besten Chance zu ungenau abschloss (68.). Erst in der Schlussphase drückte der BVB wieder mehr und belohnte sich dank Haller und Reyna spät.

− sid