Premier League: Liverpool immer noch sieglos

Kloppos Erfolgszauber scheint verflogen – wann sehen die Reds-Bosse rot?

23.08.2022 | Stand 23.08.2022, 13:44 Uhr

Laute Anweisungen vom Spielfeldrand: Während Jürgen Klopp (links) vergeblich viel schreien musste in Old Trafford, konnte Kollege Erik ten Hag mit dem 2:1-Sieg Manchester United einen Befreiungsschlag landen. −Foto: dpa



Drei Spiele, zwei magere Punkte, noch kein Sieg: Nie ist Jürgen Klopp (55) mit dem FC Liverpool schlechter in eine Premier-League-Saison gestartet. Ist sein Erfolgszauber im verflixten siebten Jahr an der Anfield Road verflogen?

Es ist nicht so, dass der erfolgsverwöhnte „Kloppo“ (Punkte-Schnitt in 383 Pflichtpartien der Reds: 2,08!) jetzt in Panik verfällt. Dass er mit dem FC Liverpool nach drei Spieltagen in der Saison 2022/23 noch immer sieglos ist, „besorgt“ ihn zwar. „Aber es ist wie im Leben: Wenn es regnet, muss man auch raus“, sagte der Trainer nach dem 1:2 beim sportlich nicht minder kriselnden englischen Rekordmeister Manchester United. Viele weitere Rückschläge indessen werden sich die Reds-Bosse wohl kaum gefallen lassen.

Klopp bleibt trotz des Fehlstarts positiv. „Das war kein Katastrophenspiel von uns“, meinte er in Manchester, zwischenzeitlich habe man „einen Haufen richtig gutes Zeug auf den Platz“ gebracht. „Das, was am meisten weh tut, ist das Ergebnis - und damit müssen wir jetzt umgehen.“

Der Rückstand auf Tabellenführer FC Arsenal beträgt schon jetzt sieben Zähler. „Wir waren immer ein hart arbeitendes Team, wir waren immer ehrlich, immer leidenschaftlich“, sagte Linksverteidiger Andy Robertson. Darauf müsse man sich wieder besinnen, dann würden auch die Ergebnisse kommen. „Aber sie müssen schnell kommen.“

Dafür setzt Klopp große Hoffnungen in die eigenen Fans. „Samstag muss Anfield rocken, und wir müssen das Feuer, einen Rhythmus entfachen“, sagte der ehemalige BVB-Coach. „Wir werden genau das tun, was jeder Liverpool-Fan von uns erwartet: Um unser Leben kämpfen.“ Allein schon wegen der größeren individuellen Klasse sollte das im Normalfall für einen Sieg gegen Bournemouth reichen. Nur dass gerade nicht viel normal ist bei den Reds. Klopps Team tut sich extrem schwer, gut in die Spiele reinzukommen. Bis der LFC den gewohnten Druck auf den Gegner aufbauen kann, dauert es ungewöhnlich lange.

Passend dazu hat Liverpool in den bisherigen Partien gegen Crystal Palace, Fulham und United jeweils zur Halbzeit mit 0:1 zurückgelegen. Dass dann noch Stammspieler wie Thiago, Ibrahima Konaté, Diogo Jota oder Joel Matip verletzt fehlten, macht die Sache nicht leichter. Auch der Abgang von Angreifer Sadio Mané zum FC Bayern München konnte bisher nicht kompensiert werden. Der als Nachfolger verpflichtete und sicherlich hochveranlagte Darwin Núñez musste gegen Manchester wegen einer Rotsperre aussetzen.

− sid/ws