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Viel Lob für den neuen Coach  |  07.10.2021  |  06:00 Uhr

Verspielt, dominant und überraschend offene Worte: 100 Tage Nagelsmann – die erste Bayern-Bilanz

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Angekommen beim FC Bayern: Julian Nagelsmann. −Foto: afp

Angekommen beim FC Bayern: Julian Nagelsmann. −Foto: afp

Angekommen beim FC Bayern: Julian Nagelsmann. −Foto: afp


So einen Trainer hatten die Bayern auch noch nicht. Julian Nagelsmann rauscht schon mal mit dem Elektro-Skateboard über das Vereinsgelände. Die vielen Vereinsmitarbeiter sollen ihn ja "nicht wie einen Außerirdischen sehen", sagte er jüngst, "nur weil ich der Profi-Cheftrainer bin."

Der 34-Jährige möchte sich nahbar geben beim Fußball-Rekordmeister, bei dem er an diesem Freitag 100 Tage im Amt ist. Der ein Jahr ältere Kapitän Manuel Neuer berichtet von einem "ganz offenen Umgang" mit dem noch so jungen Chef, den er als "verspielt" bezeichnet und "trotzdem sehr dominant" erlebt.

Nagelsmann ist sehr ehrgeizig. Er sei nicht zum erfolgreichsten deutschen Verein gekommen, um "alles auf den Kopf zu stellen", sagte er bei seiner Vorstellung vor drei Monaten. Einen unverkennbaren Fußball à la Nagelsmann will er trotzdem im Team implementieren.

Der Oberbayer aus Landsberg am Lech hat sich nach den ersten Profischritten in Hoffenheim (2016 bis 2019) und bei RB Leipzig (2019 bis 2021) die Bayern zugetraut. Er spricht von einem "Traumjob".

Bayern-Chef Oliver Kahn beabsichtigt, mit Nagelsmann "eine neue Ära anzugehen." Nach Hansi Flicks Ankündigung im Sommer, vorzeitig gehen zu wollen, um Bundestrainer werden zu können, war Nagelsmann laut Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic die "1A-Wunschlösung" als Nachfolger. Dafür floss eine Rekordablösesumme an RB Leipzig, die durch Bonuszahlungen auf über 20 Millionen Euro anwachsen kann.

Nagelsmann findet es "nicht verkehrt", dass inzwischen auch für Trainer hohe Summen bezahlt werden. Schließlich sei der Chefcoach "mit die wichtigste Person im Club. Deshalb finde ich es relativ normal, dass irgendwann Trainer auch was kosten", sagte er in der neuesten Ausgabe des Podcasts "Einfach Mal Luppen" der Spielerbrüder Felix und Toni Kroos. Nagelsmann erhielt in München einen Fünfjahresvertrag. Salihamidzic nannte das "ein Statement".

Der Schnellsprecher, Fußball- und Taktikfreak Nagelsmann ist an der Säbener Straße in gewaltige Fußstapfen getreten. Vorgänger Flick ist als Allesgewinner mit dem Triple 2020 und insgesamt sieben Titeln das Richtmaß für ihn. Der Bundestrainer gönnt seinem Nachfolger dessen vielversprechenden Start in München. Von elf Pflichtspielen gewann Nagelsmann neun. Die einzige Bayern-Niederlage gab es just zum Ende der 100-Tage-Schonfrist beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt.

"Ich finde, Julian ist ein toller Trainer, ein Top-Trainer. Gerade in seinen jungen Jahren ist das schon sehr erstaunlich. Er macht eine herausragende Arbeit", sagte Flick der Deutschen Presse-Agentur.

Aus Flicks Sicht war es "konsequent, dass er Trainer von Bayern München wird." Die Saisonvorbereitung verlief holprig. Aber aktuell steht Nagelsmann mit den Bayern in Bundesliga und Champions League jeweils auf Platz eins. Im Supercup gegen Borussia Dortmund gewann er beim 3:1 seinen ersten Titel überhaupt als Profi-Coach. Dieser Prestigeerfolg gegen den nationalen Rivalen war eine Starthilfe.

"Ich freue mich wirklich zu sehen, wie die Mannschaft Fußball spielt", sagt Flick, der häufig Tribünengast bei Bayern-Spielen ist. Als Nationalcoach profitiert er direkt von Nagelsmanns Arbeit. Im aktuellen Länderspielaufgebot stehen gleich acht Münchner Profis.

Berührungsängste gäbe es zwischen ihnen nicht, sagt Flick. Warum auch? "Ich habe mit Julian nullkommanull Probleme. Wir tauschen uns öfter aus. Das gehört einfach dazu. Wir kennen uns schon länger. Es ist im Fußball normal, dass ein Nachfolger kommt, wenn man geht."

In einer Art Trainer-Doppelpass haben sie etwa Leroy Sané zu Saisonbeginn im Verein und Nationalteam Vertrauen geschenkt und in die richtige Spur gelenkt. "Wir sprechen über Spieler, wir sprechen über Positionen. Es ist besser, wenn man dieselbe Sprache spricht", sagt Flick zum Austausch und zum Zusammenspiel mit Nagelsmann.

Kahn erkennt schon "eine Handschrift" des neuen Trainers im Münchner Spiel: "Julian versteht es, den Spielern Veränderungen schnell beizubringen." Besonders glücklich ist Salihamidzic, der nach dem Spannungsverhältnis zu Flick nun mit einem Trainer zusammenarbeitet, mit dem er einen engen Austausch pflegt, dessen "Input" er schätzt.

Nagelsmann steht in München auch nach 100 Tagen noch am Anfang. "Wir haben eine Entwicklung, die andauert. Wir werden noch besser", glaubt Salihamidzic. Nach der Länderspielpause müssen sich die Bayern im Liga-Topspiel beim punktgleichen Tabellenzweiten Bayer Leverkusen beweisen. Der zehnte Meistertitel nacheinander ist das, was von Nagelsmann im Premierenjahr mindestens als Ausbeute erwartet wird.

Nagelsmann war anfangs gespannt, wie sich die Arbeit mit Topstars anfühlt. Er hat als Trainer Neuland betreten. Er ist jetzt der Chef von Weltklassekönnern wie Torjäger Robert Lewandowski oder Torwart Neuer: "Dass wir diese Spieler haben, die immer Spiele entscheiden können, ist wertvoll. Das brauchst du auf diesem Top-Top-Niveau. Wenn du erfolgreich sein willst, brauchst du diese Einzelspielerqualität."

Die erste 100-Tage-Etappe in München bewertet Nagelsmann lieber vorsichtig: "Ich weiß, wie die Medienwelt und auch die Fußballwelt funktionieren. Generell werden Menschen sehr schnell in den Himmel gelobt, aber auch schnell fallen gelassen – wenn es andersrum geht."

Ob er es erschafft, seinen Fünfjahresvertrag in München zu erfüllen? "Die Geschichte zeigt, dass es fast unmöglich ist bei Bayern, so lange", sagte Nagelsmann lachend. Sein Plan für eine ordentliche Halbwertszeit als Trainer? "Du musst deine Idee immer mal wieder anpassen, dich weiterentwickeln und nicht immer nur das Gleiche machen. Oder eben auch den Kader immer wieder verändern", sagte Nagelsmann: "Es ist in der Liebe auch so, du musst ständig dran arbeiten, dass die Beziehung reizvoll bleibt. Und das ist in der Beziehung zwischen Trainer und Spieler auch nicht anders."

Das Angebot des erfolgreichsten deutschen Clubs habe er annehmen müssen, urteilt der Coach im im Podcasts "Einfach Mal Luppen" . "Wenn man sich eine Karriere malt, dann wäre sicherlich noch mal ein Jahr oder zwei Jahre woanders nicht verkehrt gewesen. Aber jede Chance im Leben hat ein Verfallsdatum. Es gibt halt oft eine einmalige Chance, manchmal kommt noch eine zweite, aber selten auf dem Niveau – und die musst du einfach ergreifen", sagte Nagelsmann, den zuvor ein anderer "großer deutscher Club dreimal" wollte. "Und dreimal hat es aus unterschiedlichen Themen nicht funktioniert. Und da habe ich gelernt, dass du nicht alles vor dir herschieben kannst."

Grundsätzlich habe er sowas wie einen Karriereplan, "aber der muss natürlich variabel bleiben", erklärte Nagelsmann weiter So sei der Wechsel nach Leipzig "geplant" gewesen. "Ich hatte damals auch die Option, zu Klubs zu gehen, die ein höheres Niveau hatten als Leipzig, aber das habe ich nicht als gesund angesehen, sondern ich wollte einen Zwischenschritt machen, wo ich etwas lernen kann."












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Dokumenten Information
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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Dortmund
8
22:14
18
2.
Bayern München
7
24:7
16
3.
Leverkusen
7
20:7
16
4.
Freiburg
8
12:6
16
5.
Union Berlin
8
12:9
15
6.
Wolfsburg
8
9:10
13
7.
Köln
8
13:14
12
8.
RB Leipzig
8
16:8
11
9.
Hoffenheim
8
17:11
11
10.
Mönchengladbach
8
10:11
11
11.
Mainz
8
8:8
10
12.
VfB Stuttgart
8
13:14
9
13.
Hertha BSC Berlin
8
10:21
9
14.
Frankfurt
8
9:12
8
15.
Bochum
8
5:16
7
16.
Augsburg
7
3:13
5
17.
Bielefeld
7
3:10
4
18.
Greuther Fürth
8
5:20
1





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