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09.04.2013 | 08:00 Uhr

Den FC Bayern im Herzen − und auf der Zunge: Stephan Lehmann

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Einfach mal fallen lassen: Stadionsprecher Stephan Lehmann inmitten jubelnder Bayern-Fans. Für solche Momente hat er "Tage voller Sonne" komponiert.  − Foto: Imago

Einfach mal fallen lassen: Stadionsprecher Stephan Lehmann inmitten jubelnder Bayern-Fans. Für solche Momente hat er "Tage voller Sonne" komponiert.  − Foto: Imago

Einfach mal fallen lassen: Stadionsprecher Stephan Lehmann inmitten jubelnder Bayern-Fans. Für solche Momente hat er "Tage voller Sonne" komponiert.  − Foto: Imago


Allein mit dem Mikro vor 70 000: Stephan Lehmann weiß schon noch, was Lampenfieber ist.

Allein mit dem Mikro vor 70 000: Stephan Lehmann weiß schon noch, was Lampenfieber ist.

Allein mit dem Mikro vor 70 000: Stephan Lehmann weiß schon noch, was Lampenfieber ist.


Hallo, Locke: Stephan Lehmann begegnet Bayern-Maskottchen Berni.

Hallo, Locke: Stephan Lehmann begegnet Bayern-Maskottchen Berni.

Hallo, Locke: Stephan Lehmann begegnet Bayern-Maskottchen Berni.


Wie verlief Ihr Abend am 19. Mai? Sie haben sich die Niederlage ja bestimmt noch mal auf Video angesehen?Lehmann: Ich stand beim Elfmeterschießen einen Meter hinter dem Netz, habe das Drama mit meinem IPhone, mit zittriger Hand, privat gefilmt. Die Clips habe ich mir danach noch ein bisschen anschauen müssen, weil ich nicht wusste: Ist das Wirklichkeit oder träume ich? Nach dem Schlusspfiff war ich fertig wie alle Anderen. Wenn ich an das Gesicht vom Uli Hoeneß denke, der ja in sich zusammengesackt ist ... Ich musste danach direkt zum Bankett, ich sollte moderieren, alles war vorbereitet. Eigens fürs Finale habe ich ein Kick-Board gekauft, um schnell vom Stadion zum Parkplatz am Kieferngarten zu kommen. Auf dem Weg habe Kathrin Müller-Hohenstein getroffen, sie war genau so verwirrt wie ich. Aber auf dem Kickboard konnte ich etwas Dampf ablassen. Im Postpalast, beim Bankett, haben die Verantwortlichen des FC Bayern dann entschieden, dass keine Party mehr stattfindet, weil natürlich kein Mensch Lust auf Party hatte.

Das hatte den Charakter eines Leichenschmauses?Lehmann: Ja klar, alles andere wäre unnormal gewesen.

Aber bei einer Leich sammelt man auch neue Kräfte? Lehmann: Das war aber am Abend des 19. Mai 2012 nicht möglich. Viele der geladenen Gäste kamen und man hat gemeinsam seine Wunden geleckt − so gut es ging. Die Spieler sind schnell nach Hause, die wussten auch nicht, was passiert war.

Ihr englischer Kollege war während des Spiels ein wenig durcheinander, der hat ja keine Einwechslung richtig angesagt?Lehmann: Für ihn war das auch anders, er war emotional sehr ergriffen. Ich habe schon mehr Erfahrung: 1999 bei der sehr, sehr schlimmen Niederlage in Barcelona, 2001 bei großem Triumph in Mailand und 2010 in Madrid gegen Mailand war ich als Sprecher dabei. Privat als Bayern-Fan habe ich die Finals 1982 in Rotterdam gegen Aston Villa und 1987 in Wien gegen Porto erlebt − also insgesamt sechs CL-Finale, davon fünf verloren, jetzt mog i nimmer.

Ein Finale in Wembley findet also ohne Sie statt?Lehmann: Schaun mer mal.

War das Spiel am 19. Mai die Initialzündung für diese, erfolgreiche Saison?Lehmann: Jede Mannschaft steckt Nackenschläge anders weg. Nach der Super-Watschn eine Woche zuvor gegen Dortmund, die 2:5-Niederlage in Berlin kann ich mir bis heute nicht erklären, haben unsere Spieler das super weggesteckt. Da zeigt sich, wie sehr sie Profis sind und sich wieder auf ihren Beruf konzentriert haben. Und ich glaube auch, dass Matthias Sammer – ohne Christian Nerlinger zu nahe treten zu wollen – schon durch seine pure Anwesenheit großen Anteil daran hat, dass der FC Bayern so konzentriert zu Werke geht.

Einen Psychologen hat der FCB nach dem 19. Mai nicht eingestellt?Lehmann: Nein. Es gibt sicher Menschen beim FC Bayern, die psychologisch bewandert sind, aber von einem reinen Psychologen wüsste ich jetzt nichts. Den hat man bei dem Saisonverlauf eigentlich nicht nötig.

In Dortmund steht der Kollege vor der gelben Wand und lässt sich feiern, solch einen Personen-Kult mögen Sie nicht. Obwohl, Sie werden bei transfermarkt.de geführt?Lehmann: Sicher − es gibt einen Schweizer Fußball-Profi, der Stephan Lehmann heißt.

Absolut sicher, bei transfermarkt.de ist vom Stadionsprecher Lehmann die Rede?

Lehmann: Und was koste ich?

Nichts.

Lehmann: Darüber sollte ich nachdenken. Dabei bin ich doch der "erfolgreichste Stadionsprecher der Welt", in Brasilien gibt’s vielleicht noch einen, der mehr Titel gewonnen hat.

Zählen Sie Ihre Spiele?Lehmann: Gute Frage, nein. Angefangen habe ich im August 1996 gegen den VfL Bochum und bis heute kein Heim-Pflichtspiel des FC Bayern versäumt. Mit zwei kleinen Ausnahmen: Beim Abschiedsspiel von Olli Kahn war ich rund die Geburt meiner Tochter leider verhindert. Um beim Supercup letztes Jahr gegen Dortmund habe ich mir einfach den Luxus gegönnt, mit meiner Familie Urlaub zu machen.

Grob geschätzt können es an die 500 Spiele gewesen sein.Lehmann: Und dazu noch etliche Auswärtsspiele, etliche.

Gab’s niemals Ärger mit der Familie oder bei Bekannten, weil Stadionsprecher Lehmann ein Familienfest verpasst?Lehmann: Nein, weil ja jeder weiß, dass dieser Job nicht unbedingt sofort von jemand Anderem gemacht werden kann. Alle in meinem Umfeld haben Verständnis dafür. Und mir macht es Spaß, und solange es mir Spaß macht, bleibe ich Stadionsprecher des FC Bayern.

Ihr schönstes Spiel im Olympiastadion und in der Arena?Lehmann: Schwierig zu sagen, es gab viele schöne Spiele. Herausragend im Olympiastadion war im Jahr 2000 die Partie gegen Bremen, als wir geistig mehr in Unterhaching waren, wo Leverkusen mit Michael Ballack verlor und wir Meister wurden. Bei der Party abends in Sauerlach im Gewächshaus hat Uli Hoeneß spontan die Spvgg Unterhaching eingeladen. Die kamen zur mitternächtlichen Stunde − das sind Momente beim FC Bayern, die ich nie vergessen werde. Negativer Höhepunkt ist natürlich der 19. Mai 2012. Zusammen mit Willy Astor haben Sie den "Stern des Südens" komponiert, die offizielle Bayern-Hymne. Was wohl noch wenigere Menschen wissen: Hinter dem Song "Tage voller Sonne" steckt auch Stephan Lehmann - wie kam’s dazu?

Lehmann: Als ich 1996 beim FC Bayern anfing, gab’s den Song "Forever Nummer one" von Andrew White, eine Ballade. Aber ich habe gesagt, wir brauchen etwas, das abgeht: einen Rock-Song. Mein Freund Willy Astor und ich, wir haben uns vier Tage am Waginger See weggesperrt und den "Stern des Südens" produziert − alles kam rein aus dem Bauch. Und das ist für mich auch die einzig logische Erklärung für den wahnsinnigen Erfolg dieses Lieds. Weil die Leute merken, dass dieser Song von Menschen gemacht wurde, die es ehrlich meinen. "Tage voller Sonne" ist in dieser Beziehung fast noch ein besseres Beispiel.

Warum haben Sie sich nicht mit dem "Stern des Südens" begnügt?

Lehmann: Der "Stern" ist ein Rock-Song, die "Tage" eine Ballade − dazwischen liegen zwölf Jahre.



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Dokumenten Information
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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Bayern München
22
62:31
49
2.
Leipzig
22
40:18
47
3.
Wolfsburg
22
35:19
42
4.
Frankfurt
22
45:30
42
5.
Leverkusen
22
40:24
37
6.
Dortmund
22
45:31
36
7.
Union Berlin
22
35:25
33
8.
Mönchengladbach
22
38:33
33
9.
Freiburg
22
35:34
31
10.
Stuttgart
22
39:35
29
11.
Hoffenheim
22
36:39
26
12.
Bremen
21
24:31
23
13.
Augsburg
22
22:35
23
14.
Köln
22
20:36
21
15.
Hertha BSC Berlin
22
26:40
18
16.
Bielefeld
21
18:38
18
17.
Mainz
22
23:43
17
18.
Schalke 04
22
15:56
9





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