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09.04.2013 | 08:00 Uhr

Den FC Bayern im Herzen − und auf der Zunge: Stephan Lehmann

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Einfach mal fallen lassen: Stadionsprecher Stephan Lehmann inmitten jubelnder Bayern-Fans. Für solche Momente hat er "Tage voller Sonne" komponiert.  − Foto: Imago

Einfach mal fallen lassen: Stadionsprecher Stephan Lehmann inmitten jubelnder Bayern-Fans. Für solche Momente hat er "Tage voller Sonne" komponiert.  − Foto: Imago

Einfach mal fallen lassen: Stadionsprecher Stephan Lehmann inmitten jubelnder Bayern-Fans. Für solche Momente hat er "Tage voller Sonne" komponiert.  − Foto: Imago


Er ist die Stimme des FC Bayern München: Stephan Lehmann (50), Vater von Leonie (5) und Ben (wird im Juli 2), Radio-Moderator, Song-Schreiber, Theaterschauspieler, Multitalent. Seit 1996 hängen Tausende bei Bayern-Heimspielen an seinen Lippen − und hören seine Lieder. Denn Lehmann textete den "Stern des Südens", zusammen mit Willy Astor komponierte der die inzwischen offizielle Bayern-Hymne. Doch der Rocksong ist nicht das einzige Lied, dass der Bayern1-Moderator (seit 2009) dem Lieblingsclub auf den Leib schrieb: Auch die Ballade "Tage voller Sonne" stammt aus der Feder des gebürtigen Münchners, für den es seit der Jugend nur einen Verein gibt: den FCB. 1996 suchte der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß eine bayernweit bekannte Stimme als Nachfolger von Stadionsprecher Andi Wenzel − er fand Herrn Lehmann beim Radiosender Antenne Bayern. Seine ersten Mannschaftsaufstellungen las er am 21. August 1996 beim Spiel gegen den VfL Bochum vor, inzwischen hat der "eingefleischte Rote" alle sportlichen Höhen und Tiefen des Jobs beim Rekordmeister erlebt, seine Liebe bleibt. Auch an "schattigen" Tagen, wie dem 19. Mai 2012, dem verlorenen "Finale dahoam"....Der 19. Mai 2012 war ein Tag voller Sonne − und dann ging für die Bayern-Fans die Sonne unter. Stephan Lehmann, Sie sind ein Mann des Wortes und des Liedguts: Welches Wort und welches Lied fallen Ihnen dazu ein?

Lehmann: Das kann ich spontan gar so nicht sagen, es war ein Tag mit Licht und Schatten, wobei der Schatten am Ende überwog.

Also kein "Tag voller Sonne"?

Lehmann: Die "Tage voller Sonne" beziehen sich auf die überwiegend schönen Momente, die man als Bayern-Fan in den letzten 40 Jahren erleben durfte. Aber zu jedem Sieg gehört auch eine Niederlage, es gibt Yin, und es gibt Yang. Und dieser 19. Mai war mit Sicherheit einer der schlimmsten Momente eines Bayern-Fans. Aber diese Mutter aller Niederlagen schmälert ja nicht, dass man als Bayern-Fan schon viele Tage voller Sonne erlebt hat − und noch erleben darf.

Allein mit dem Mikro vor 70 000: Stephan Lehmann weiß schon noch, was Lampenfieber ist.

Allein mit dem Mikro vor 70 000: Stephan Lehmann weiß schon noch, was Lampenfieber ist.

Allein mit dem Mikro vor 70 000: Stephan Lehmann weiß schon noch, was Lampenfieber ist.


Wie verlief Ihr 19. Mai?Lehmann: Ich war schon um 9 Uhr morgens in der Arena, habe den Ablauf mit dem Regisseur durchgesprochen, bin dann ins Olympiastadion zum Spiel der Legenden. Anschließend bin ich bis 17 Uhr durch München spaziert und habe den wunderschönen Tag genossen: Sonnenschein, strahlend blauer Himmel, die friedlichen Fan-Lager. So blöd es klingt: Auch wenn der Abend für uns schlecht ausging, überwiegt die Erinnerung an die schönen Tage und Wochen davor, die Vorfreude auf das Finale − diese Zeit möchte ich nicht missen.

Hallo, Locke: Stephan Lehmann begegnet Bayern-Maskottchen Berni.

Hallo, Locke: Stephan Lehmann begegnet Bayern-Maskottchen Berni.

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Sie waren beim "Finale dahoam" quasi nur der zweite Mann in eigenen Reich. Komisch?

Lehmann: Nein, lustig. Beim Halbfinale in Madrid habe ich ja gebetet, dass ich nicht der Haupt-Moderator bin, sonst hätte Real Madrid ja das Finale gegen Chelsea gespielt. So war es am 19. Mai ganz anders, weil ich sehr oft aus der Südkurve moderiert habe, ganz nah bei den Fans. Für die Gesamt-Logistik war ich nicht verantwortlich, konnte rein die Fan-Seite des FC Bayern vertreten − das hat mir sehr gefallen.

Und wie war es, am Ende die Sieger-Hymne "Blue is the colour" zu hören − und nicht den "Stern"?

Lehmann: Darf ich ehrlich sein: Als Arjen leider diesen Elfmeter in der Nachspielzeit verschießt… Der Reihe nach: Ich hätte schwören können, ich hätte Haus und Hof verloren, dass wir nach dem Führungstreffer von Thomas Müller in der 83. Minute den Pott holen, ich war mir so sicher.

Entschuldigung, waren Sie 1999 in Barcelona nicht dabei?Lehmann: Ich war auch 1999 in Barcelona dabei. Aber nochmal, ich war mir am 19. Mai 2012 so sicher, dass wir es haben, weil wir so drückend überlegen waren. Dann fällt dieser Ausgleich, und dann fällt`s du erst mal in ein ganz tiefes Loch. Denkste dir, o.k., jetzt gehen wir in die Verlängerung, aber als Arjen den Elfer verschießt, war mir klar: Das kann nicht gut ausgehen.

Wie sehr leiden Sie mit dem FCB, wie sehr sind Sie Fan?Lehmann: Ich bin ein großer Bayern-Fan, sonst könnte ich den Job, so wie ich ihn mache, nicht machen. Ich bin ein Bindeglied zwischen den Interessen des Vereins, der Sponsoren und den Menschen im Stadion. Und ich versuche immer, diese Brücke zu schlagen. Dabei muss ich natürlich anders auftreten als ein Fan, der in der Südkurve steht und seinen Gefühlen und Emotionen freien Lauf lässt. Was ich ins Stadionmikro spreche, hören 70 000 Menschen. Vom Ministerpräsidenten auf der Ehrentribüne bis zum Fan irgendwo im Stadion. Und das ist manchmal ein schmaler Grat. Manchmal würde gerne emotionaler agieren, ein bisschen mehr aus mir rausgehen – aber bei mir entscheidet der Bauch.

Was ist ein "No go" für einen Stadionsprecher des FC Bayern? Lehmann: Jegliche Verunglimpfung des Gegners. Ich halte nichts davon, Aggressionen oder Rivalitäten zu schüren. Man kann mit Stimme und Worten viel machen, das ist nicht zu unterschätzen. Man kann eine Mannschaft fies begrüßen, aber so etwas mache ich nicht, denn ich habe eine klare Denke: Ohne einen Gegner könnten wir gar nicht spielen. Aber – und jetzt kommt’s – ich mache keinen Hehl daraus, dass ich ein Roter bin. Ich bin auch nicht der Sprecher der Allianz Arena. Nein, ich bin der Sprecher des FC Bayern München, ich kann gar keine Spiele von 1860 München moderieren, die würden mich − sinngemäß − aus dem Stadion hauen.



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Dokumenten Information
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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Leipzig
5
12:3
13
2.
Bayern München
5
22:8
12
3.
Dortmund
4
8:2
9
4.
Stuttgart
5
10:6
8
5.
Mönchengladbach
5
8:8
8
6.
Frankfurt
5
7:9
8
7.
Augsburg
4
5:3
7
8.
Bremen
4
6:6
7
9.
Union Berlin
5
8:6
6
9.
Hoffenheim
4
8:6
6
11.
Leverkusen
4
3:2
6
12.
Freiburg
5
6:9
6
13.
Wolfsburg
4
2:2
4
14.
Bielefeld
4
3:6
4
15.
Hertha BSC Berlin
5
9:12
3
16.
Köln
5
5:9
2
17.
Schalke 04
4
2:16
1
18.
Mainz
5
4:15
0





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