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Effenberg im Interview über den FC Bayern  |  14.06.2021  |  06:00 Uhr

"Effe" exklusiv, Teil 2: Warum es für Nagelsmann gefährlich werden könnte – und Gerland so wichtig war

von Andreas Lakota

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Stefan Effenberg. −Foto: Sport1

Stefan Effenberg. −Foto: Sport1

Stefan Effenberg. −Foto: Sport1


Auf dem Platz war er der absolute Chef. Und auch nach der Karriere hat sein Wort Gewicht. Stefan Effenberg. Der 52-Jährige, der den FC Bayern einst zu vielen Titeln führte, arbeitet mittlerweile als TV-Experte für SPORT1. Vor dem Start des Turniers sprach Tiger "Effe" mit der PNP. In Teil 1 des Interviews ging es um die Nationalmannschaft. In Teil 2 steht der FC Bayern im Mittelpunkt. Effenberg erklärt, warum es für Neu-Trainer Julian Nagelsmann gefährlich werden könnte und warum mit Hermann Gerland ein ganz wichtiger Faktor wegbricht.

Herr Effenberg, beim FC Bayern gibt es in der neuen Saison zahlreiche Veränderungen. Das komplette Trainerteam geht, jetzt verabschiedet sich auch noch Karl-Heinz Rummenigge. Sind das nicht etwas zu viele Neuerungen auf einmal?

Effenberg: Es wird auf jeden Fall eine ganz große Herausforderung für Oliver Kahn und die Verantwortlichen, das Ganze in die richtige Richtung zu lenken. Ich sage, es ist der größte Umbruch, den der FC Bayern jemals zu bewerkstelligen hatte. Uli Hoeneß hat sich zurückgezogen, jetzt auch noch Karl-Heinz Rummenigge, dazu kommen die ganzen Verträge, die im nächsten oder übernächsten Jahr auslaufen. Da kommt ganz intensive Arbeit auf die Verantwortlichen zu. Es ist eine entscheidende Phase, wohin die Reise der Bayern in den nächsten fünf bis sieben Jahren geht.

Nach dem Ärger zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic sind auch die Fans verstimmt. Wie gefährlich ist diese ganze Situation für den neuen Trainer Julian Nagelsmann?

Effenberg:
Julian Nagelsmann steht jedenfalls von Tag eins unter einem ganz anderen Druck als bei Hoffenheim oder Leipzig. Es ist etwas komplett anderes, ob du zum Erfolg verdammt bist oder auch Applaus für den zweiten Platz bekommst – und den kriegst du bei Bayern definitiv nicht. Es kann also durchaus gefährlich werden, zumal mit Hermann Gerland eine entscheidende Stütze wegbricht.

Mit Gerland bricht ein ganz wichtiger Faktor weg

Wie meinen Sie das?
Effenberg: Die Personalie geht vielleicht öffentlich ein bisschen unter. Aber Hermann Gerland ist beim FC Bayern ein Mann gewesen, der enorm wichtig war für das gesamte Team, fürs Klima. Ich kenne ihn persönlich sehr gut. Was er so gemacht hat, vor allem auch auf der menschlichen Ebene, war enorm wertvoll. Von daher: Wenn es unter Julian Nagelsmann nicht von Anfang an in die richtige Richtung geht, dann wird geredet, diskutiert – und dann muss man sehen, wie die Beteiligten dem Druck standhalten.

Wie schafft es ein Bayern-Trainer, dass das Team hinter ihm steht?
Effenberg: Wichtig ist, dass du die Führungsspieler schnell auf deine Seite ziehst. Das funktioniert in der Regel mit vielen Gesprächen, auch persönlichen Gesprächen. Ottmar Hitzfeld hat das so gemacht mit Oli Kahn, Giovane Elber und mir. Wenn du die Führungsspieler auf deiner Seite hast, werden viele Dinge innerhalb der Mannschaft von ihnen geregelt. Für Julian Nagelsmann ist es sicher die größte Herausforderung, das zu schaffen. Vom fachlichen und der Kompetenz her stellt sich bei ihm überhaupt keine Frage. Er ist ein Top-Trainer. Aber er muss jetzt dieses Gefühl entwickeln, wie ich mit diesen Top-Spielern umgehe. Bei Bayern München ist der Faktor Menschlichkeit ein ganz entscheidender. Daran sind in der Vergangenheit schon einige Trainer gescheitert. Niko Kovac, Carlo Ancelotti, Jürgen Klinsmann, Otto Rehhagel – in München darfst du nicht viele Fehler machen, sonst ist deine Zeit schnell vorbei.

Menschliche Komponente bei Bayern entscheidend

Trainer wie Hitzfeld, Heynckes oder zuletzt Flick haben dem Team auch gewisse Freiheiten gegönnt, die Mannschaft nicht zu sehr mit taktischen Details überfrachtet. Nagelsmann als junger, ehrgeiziger Trainer hat bisher anders agiert. Ein Risiko?
Effenberg: Könnte sein. Wenn du so eine Top-Qualität hast wie bei Bayern, ist die menschliche Komponente jedenfalls noch wichtiger als wenn du die Qualität nicht hast. Aber Julian Nagelsmann lernt ja ständig dazu und er weiß natürlich, dass er die Mannschaft des FC Bayern ein bisschen anders trainieren und führen muss als Leipzig oder Hoffenheim.

Werfen wir noch einen Blick auf den Kader. Muss personell nachgebessert werden?
Effenberg: Die Bayern sind nach wie vor sehr gut aufgestellt. Aber durch die Abgänge von Alaba und Boateng bricht dir eine Weltklasse-Innenverteidigung weg, die du eigentlich 1 zu 1 ersetzen musst. Entscheidend wird sein, dass die Mannschaft nicht mehr so viele Gegentore bekommt wie in der vergangenen Saison. Sicher hat Bayern die Power, um vorne fünf, sechs Treffer zu erzielen. Aber um international erfolgreich zu sein, braucht es in der Defensive mehr Stabilität. Das ist auch der Hauptpunkt, an dem Julian Nagelsmann arbeiten muss.

Ottmar Hitzfeld hat jüngst überraschend deutlich sein Unverständnis über Hansi Flicks selbst gewählten Abschied aus München geäußert. Verständlich?
Effenberg: Ich würde jetzt nicht diese klaren Worte wählen, die Ottmar Hitzfeld gewählt hat. Aber ich hätte mir schon auch gewünscht, dass Hansi Flick eine Ära prägt für sechs, sieben, vielleicht sogar acht erfolgreiche Bayern-Jahre. Aber für ihn persönlich war es sicher die richtige Entscheidung, es ein bisschen ruhiger angehen zu lassen. Und die Nationalmannschaft auf Vordermann zu bringen, ist ja auch eine Herausforderung.

Sehen wir denn auch einen Stefan Effenberg nochmals als Trainer?
Effenberg: Ich fühle mich sehr wohl in der Position, in der ich aktuell bin. Als Experte von SPORT1 bin ich viel unterwegs und kann da auch meinen Horizont erweitern. Alles andere wird sich zeigen. Ich mache mir da keinen Druck, will auch nichts ausschließen. Die Qualifikation für das Traineramt habe ich ja, daher schauen wir einfach mal, was die Zukunft bringt.

Hier lesen Sie: Effenberg exklusiv: Deutschland wird nur Erfolg haben, wenn diese Voraussetzung erfüllt ist.












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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Augsburg
0
0:0
0
2.
Bayern München
0
0:0
0
3.
Bielefeld
0
0:0
0
4.
Bochum
0
0:0
0
5.
Dortmund
0
0:0
0
6.
Frankfurt
0
0:0
0
7.
Freiburg
0
0:0
0
8.
Greuther Fürth
0
0:0
0
9.
Hertha BSC Berlin
0
0:0
0
10.
Hoffenheim
0
0:0
0
11.
Köln
0
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12.
Leverkusen
0
0:0
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13.
Mainz
0
0:0
0
14.
Mönchengladbach
0
0:0
0
15.
RB Leipzig
0
0:0
0
16.
Union Berlin
0
0:0
0
17.
VfB Stuttgart
0
0:0
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18.
Wolfsburg
0
0:0
0





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