Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...





Meinung zum Bayern-Beben  |  18.04.2021  |  11:55 Uhr

Kommentar zum Flick-Rücktritt: Watschn für die Bosse, aber ganz ungelegen kommt ihnen der Schritt nicht

von Andreas Lakota

Lesenswert (23) Lesenswert ein KommentarKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken


  • Artikel 51 / 206
  • Pfeil
  • Pfeil




Der Zoff zwischen Hansi Flick und Brazzo Salihamidzic war Auslöser für den Rücktritt des Trainers. −Foto: dpa

Der Zoff zwischen Hansi Flick und Brazzo Salihamidzic war Auslöser für den Rücktritt des Trainers. −Foto: dpa

Der Zoff zwischen Hansi Flick und Brazzo Salihamidzic war Auslöser für den Rücktritt des Trainers. −Foto: dpa


Erfolgstrainer Hansi Flick will und wird den deutschen Rekordmeister Bayern München zum Saisonende vorzeitig verlassen. Überraschend kommt diese Entscheidung nach dem Dauerärger der letzten Wochen nicht mehr. Für die Bayern-Bosse ist Flicks Entscheidung eine Watschn, wenngleich ihnen der freiwillige Rückzug gar nicht mehr so ungelegen kommen dürfte – ein Kommentar.

Die Bayern haben erneut die Schale – doch dieses Mal auch den Salat. Erfolgscoach Hansi Flick bittet um Vertragsauflösung und macht den Bayern-Bossen damit einen fetten Strich durch die Meisterrechnung. Dass der Trainer tatsächlich von sich aus um Kündigung bittet, ist eine saftige Watschn für die Verantwortlichen an der Säbener Straße. Flick werde zu 100 Prozent auch in der neuen Saison an der Linie stehen, ließ Karl-Heinz Rummenigge vor nicht einmal vier Wochen verlauten. Die Aussicht, vom großen und glorreichen FC Bayern zum biederen DFB zu wechseln, würde ihm lediglich ein Schmunzeln entlocken, frotzelte Rummenigge. Ähnlich selbstherrlich klang Ehrenpräsident Uli Hoeneß, als er das Gedankenspiel mit Flick als Bundestrainer als "völlig hirnrissig" bezeichnete. "Die deutsche Nationalmannschaft ist ja nicht gerade der Traum aller schlaflosen Nächte. Dafür würde ich doch niemals den FC Bayern verlassen." Flick tut nun genau das – und beschert den Bayern-Bossen damit die größte Niederlage seit langem.

Zuzuscheiben haben sich die Münchner den Abschied des Sextuple-Coaches selbst. Man könnte auch sagen: Flick wurde vergrault. Im Dauer-Zwist zwischen Trainer und Sportchef Brazzo Salihamidzic verloren die Verantwortlichen zuletzt komplett die Kontrolle. Rückendeckung für den Trainer gab es kaum, seine Forderung nach mehr Mitsprache bei Transfers und Kaderplanung wurden nicht erfüllt. Warum? Weil ein Trainer in München grundsätzlich nicht zu viel Macht erhalten soll. Auch Flick nicht, der die Mannschaft nach dem Rauswurf von Nico Kovac im Rekordtempo wiederbelebte und zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte führte.

Flick spürte mehr und mehr, dass die Bosse nicht so eindeutig hinter ihm stehen, wie er sich das gewünscht hätte. Am Ende waren die Risse zu tief, die Enttäuschung zu groß, der Spaß weg. Dass Flick sein Ding durchzieht und tatsächlich hinwirft, überrascht nicht. Rücktritt als Sportdirektor beim DFB, Rücktritt als Sportchef in Hoffenheim – Flick handelte schon in der Vergangenheit immer konsequent, wenn er das Gefühl hatte, mit seinen Ideen und Wünschen nicht durchzudringen oder Absprachen nicht eingehalten wurden.

Nun verzichtet Flick also freiwillig auf den vermeintlich begehrtesten Job im deutschen Profi-Fußball. Rummenigge, Kahn und Co. hatten dies sicher nicht erwartet. Ganz so ungelegen wie es auf den ersten Blick erscheint, dürfte ihnen der Abschied aber gar nicht mehr kommen. Flick erwies sich zuletzt immer häufiger als unbequemer Angestellter. Er forderte Transfers, kritisierte die Vereinspolitik und stellte sich öffentlich hinter ausgebootete Spieler wie Boateng oder Alaba. Dass die Bosse den Konflikt zwischen Flick und Sportdirektor Salihamidizic schwelen ließen und nicht mit einem Machtwort beendeten, verstärkt den Verdacht, dass man den bei der Mannschaft so beliebten Chefcoach am Ende gar nicht mehr um jeden Preis halten wollte. Denn auch in der neuen Saison wäre Dauer-Ärger programmiert gewesen. Es sei denn, Bayern hätte Salihamidizic entlassen. Doch diese Entscheidung konnten die Verantwortlichen eigentlich nicht treffen, sie hätte den Trainer schließlich über den Verein gestellt.

Wie es bei Flick nun weitergeht, ist klar. Er wird zum DFB wechseln, kann sich dort mit sieben Titeln im Gepäck eine starke Machtposition als Bundestrainer ausbedingen. Und die Bayern? Da liegt der Druck nun auf Salihamidzic. Der Sportdirektor muss schnell einen neuen Coach besorgen. Und das wird alles andere als einfach. Eigentlich stehen die Münchner vor den gleichen Problemen wie im Jahr 2019. Damals scheiterten alle Versuche, einen ihrer Wunschtrainer loszueisen. Am Ende griffen die Bosse zur Notlösung Nico Kovac – und scheiterten damit gnadenlos. Auch jetzt ist kein deutscher Top-Trainer frei. Klopp und Tuchel sind auf der Insel gebunden, Julian Nagelsmann hat in Leipzig Vertrag bis 2023. Ein guter Plan B könnte Xabi Alonso sein. Doch auch der frühere Bayern-Spieler hat kürzlich seinen Kontrakt bei San Sebastian verlängert. Zu haben wäre im Sommer Jogi Löw. Der Bundestrainer war tatsächlich schon einmal Kandidat in München – aber das ist lange her. Und auf die Idee, nochmals bei Jupp Heynckes anzurufen, dürfte selbst Uli Hoeneß nicht mehr kommen ...

Hier lesen Sie

- Bundestrainer statt Bayern-Ärger? Flick bittet Münchner Bosse um Vertragsauflösung
- Lothar Matthäus legt nach: Julian Nagelsmann wird Nachfolger von Flick
- Der Flick-Hammer! So reagieren die Bayern-Profis, Trainer-Kollegen und TV-Experten












Sicherheitscode:




Dokumenten Information
Copyright © heimatsport.de 2021
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am






Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Bayern München
31
86:40
71
2.
Leipzig
31
55:25
64
3.
Wolfsburg
31
54:32
57
4.
Frankfurt
31
62:47
56
5.
Dortmund
31
66:42
55
6.
Leverkusen
31
51:35
50
7.
Mönchengladbach
31
59:46
46
8.
Union Berlin
31
47:38
46
9.
Stuttgart
32
54:52
42
10.
Freiburg
31
45:46
41
11.
Hoffenheim
31
45:50
36
12.
Mainz
31
34:50
35
13.
Augsburg
32
32:49
33
14.
Hertha BSC Berlin
30
38:49
30
15.
Bremen
31
34:51
30
16.
Bielefeld
31
23:51
30
17.
Köln
31
32:56
29
18.
Schalke 04
30
18:76
13





Zum dritten Mal in dieser Pandemie-Saison sind die Mitgliedsvereine des Bayerischen Fußball-Verbandes aufgerufen, ihre Meinung abzugeben. −Foto: BFV-Archiv

Die Nachspielzeit in der Corona-Saison des Amateurfußballs ist noch immer nicht abgelaufen...



Anders als in der Tanzshow mit Juroren zählt bei den Sechzigern nur das Ergebnis der "gnadenlosen Anzeigentafel", wie Löwen-Coach Michael Köllner sagt. In sieben der letzten neun Drittligaspiele stand dort allerdings mindestens ein 1860-Tor mehr als beim jeweiligen Gegner, manchmal noch mehr. −Foto: Imago Images

"Es geht nicht um einen Ästhetik-Preis, sondern um Erfolg", sagt Michael Köllner...



Schock im DFB-Pokal-Halbfinale: Dortmunds Rechtsverteidiger Mateu Morey erleidet eine schwere Knieverletzung. Hier wird er von medizinischen Betreuern erstversorgt. In Plattling erfolgte nun der operative Eingriff. −Foto: Imago Images

Die Schmerzensschreie von Mateu Morey gingen selbst den Fernsehzuschauern durch Mark und Bein...



Gegen Vorwürfe und Kritik wehren müssen sich die DFB-Chef Fritz Keller (rechts) und sein Stellvertreter Rainer Koch. −Foto: Andreas Gora/dpa

DFB-Vizepräsident Rainer Koch, zugleich BFV-Präsident, wehrt sich gegen Vorwürfe...



Mit seinem alten-neuen Arbeitgeber beim alten Arbeitgeber unterlegen: Trainer Markus Weinzierl musste sich bei seiner Rückkehr mit dem FC Augsburg in Stuttgart geschlagen geben. −Foto: Weller, dpa

Besser, aber noch nicht gut genug: Der FC Augsburg muss auch unter Rückkehrer Markus Weinzierl...





Zum dritten Mal in dieser Pandemie-Saison sind die Mitgliedsvereine des Bayerischen Fußball-Verbandes aufgerufen, ihre Meinung abzugeben. −Foto: BFV-Archiv

Die Nachspielzeit in der Corona-Saison des Amateurfußballs ist noch immer nicht abgelaufen...



−Symbolfoto: Lakota

Der Fahrplan für den Abbruch der Corona-Saison 19/21 steht: Der BFV stellt seinen rund 4500 Vereinen...



Gegen Vorwürfe und Kritik wehren müssen sich die DFB-Chef Fritz Keller (rechts) und sein Stellvertreter Rainer Koch. −Foto: Andreas Gora/dpa

DFB-Vizepräsident Rainer Koch, zugleich BFV-Präsident, wehrt sich gegen Vorwürfe...







Facebook


 Facebook Like-Box aktivieren 

(dies stellt eine direkte Verbindung Ihres Browsers zu Facebook her)









realisiert von Evolver