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Meinung zum Bayern-Beben  |  18.04.2021  |  11:55 Uhr

Kommentar zum Flick-Rücktritt: Watschn für die Bosse, aber ganz ungelegen kommt ihnen der Schritt nicht

von Andreas Lakota

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Der Zoff zwischen Hansi Flick und Brazzo Salihamidzic war Auslöser für den Rücktritt des Trainers. −Foto: dpa

Der Zoff zwischen Hansi Flick und Brazzo Salihamidzic war Auslöser für den Rücktritt des Trainers. −Foto: dpa

Der Zoff zwischen Hansi Flick und Brazzo Salihamidzic war Auslöser für den Rücktritt des Trainers. −Foto: dpa


Erfolgstrainer Hansi Flick will und wird den deutschen Rekordmeister Bayern München zum Saisonende vorzeitig verlassen. Überraschend kommt diese Entscheidung nach dem Dauerärger der letzten Wochen nicht mehr. Für die Bayern-Bosse ist Flicks Entscheidung eine Watschn, wenngleich ihnen der freiwillige Rückzug gar nicht mehr so ungelegen kommen dürfte – ein Kommentar.

Die Bayern haben erneut die Schale – doch dieses Mal auch den Salat. Erfolgscoach Hansi Flick bittet um Vertragsauflösung und macht den Bayern-Bossen damit einen fetten Strich durch die Meisterrechnung. Dass der Trainer tatsächlich von sich aus um Kündigung bittet, ist eine saftige Watschn für die Verantwortlichen an der Säbener Straße. Flick werde zu 100 Prozent auch in der neuen Saison an der Linie stehen, ließ Karl-Heinz Rummenigge vor nicht einmal vier Wochen verlauten. Die Aussicht, vom großen und glorreichen FC Bayern zum biederen DFB zu wechseln, würde ihm lediglich ein Schmunzeln entlocken, frotzelte Rummenigge. Ähnlich selbstherrlich klang Ehrenpräsident Uli Hoeneß, als er das Gedankenspiel mit Flick als Bundestrainer als "völlig hirnrissig" bezeichnete. "Die deutsche Nationalmannschaft ist ja nicht gerade der Traum aller schlaflosen Nächte. Dafür würde ich doch niemals den FC Bayern verlassen." Flick tut nun genau das – und beschert den Bayern-Bossen damit die größte Niederlage seit langem.

Zuzuscheiben haben sich die Münchner den Abschied des Sextuple-Coaches selbst. Man könnte auch sagen: Flick wurde vergrault. Im Dauer-Zwist zwischen Trainer und Sportchef Brazzo Salihamidzic verloren die Verantwortlichen zuletzt komplett die Kontrolle. Rückendeckung für den Trainer gab es kaum, seine Forderung nach mehr Mitsprache bei Transfers und Kaderplanung wurden nicht erfüllt. Warum? Weil ein Trainer in München grundsätzlich nicht zu viel Macht erhalten soll. Auch Flick nicht, der die Mannschaft nach dem Rauswurf von Nico Kovac im Rekordtempo wiederbelebte und zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte führte.

Flick spürte mehr und mehr, dass die Bosse nicht so eindeutig hinter ihm stehen, wie er sich das gewünscht hätte. Am Ende waren die Risse zu tief, die Enttäuschung zu groß, der Spaß weg. Dass Flick sein Ding durchzieht und tatsächlich hinwirft, überrascht nicht. Rücktritt als Sportdirektor beim DFB, Rücktritt als Sportchef in Hoffenheim – Flick handelte schon in der Vergangenheit immer konsequent, wenn er das Gefühl hatte, mit seinen Ideen und Wünschen nicht durchzudringen oder Absprachen nicht eingehalten wurden.

Nun verzichtet Flick also freiwillig auf den vermeintlich begehrtesten Job im deutschen Profi-Fußball. Rummenigge, Kahn und Co. hatten dies sicher nicht erwartet. Ganz so ungelegen wie es auf den ersten Blick erscheint, dürfte ihnen der Abschied aber gar nicht mehr kommen. Flick erwies sich zuletzt immer häufiger als unbequemer Angestellter. Er forderte Transfers, kritisierte die Vereinspolitik und stellte sich öffentlich hinter ausgebootete Spieler wie Boateng oder Alaba. Dass die Bosse den Konflikt zwischen Flick und Sportdirektor Salihamidizic schwelen ließen und nicht mit einem Machtwort beendeten, verstärkt den Verdacht, dass man den bei der Mannschaft so beliebten Chefcoach am Ende gar nicht mehr um jeden Preis halten wollte. Denn auch in der neuen Saison wäre Dauer-Ärger programmiert gewesen. Es sei denn, Bayern hätte Salihamidizic entlassen. Doch diese Entscheidung konnten die Verantwortlichen eigentlich nicht treffen, sie hätte den Trainer schließlich über den Verein gestellt.

Wie es bei Flick nun weitergeht, ist klar. Er wird zum DFB wechseln, kann sich dort mit sieben Titeln im Gepäck eine starke Machtposition als Bundestrainer ausbedingen. Und die Bayern? Da liegt der Druck nun auf Salihamidzic. Der Sportdirektor muss schnell einen neuen Coach besorgen. Und das wird alles andere als einfach. Eigentlich stehen die Münchner vor den gleichen Problemen wie im Jahr 2019. Damals scheiterten alle Versuche, einen ihrer Wunschtrainer loszueisen. Am Ende griffen die Bosse zur Notlösung Nico Kovac – und scheiterten damit gnadenlos. Auch jetzt ist kein deutscher Top-Trainer frei. Klopp und Tuchel sind auf der Insel gebunden, Julian Nagelsmann hat in Leipzig Vertrag bis 2023. Ein guter Plan B könnte Xabi Alonso sein. Doch auch der frühere Bayern-Spieler hat kürzlich seinen Kontrakt bei San Sebastian verlängert. Zu haben wäre im Sommer Jogi Löw. Der Bundestrainer war tatsächlich schon einmal Kandidat in München – aber das ist lange her. Und auf die Idee, nochmals bei Jupp Heynckes anzurufen, dürfte selbst Uli Hoeneß nicht mehr kommen ...

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Dokumenten Information
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Letzte Änderung am






Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Bayern München
14
45:15
34
2.
Dortmund
14
35:22
30
3.
Leverkusen
14
35:19
27
4.
Freiburg
14
25:13
25
5.
Hoffenheim
14
30:22
23
6.
Union Berlin
14
22:20
23
7.
Mainz
14
20:14
21
8.
Wolfsburg
14
15:20
20
9.
Köln
14
23:23
19
10.
Bochum
14
15:22
19
11.
RB Leipzig
14
25:18
18
12.
Frankfurt
14
18:20
18
13.
Mönchengladbach
14
18:24
18
14.
Hertha BSC Berlin
14
15:29
15
15.
VfB Stuttgart
14
20:25
14
16.
Augsburg
14
14:25
13
17.
Bielefeld
14
10:20
10
18.
Greuther Fürth
14
12:46
1





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