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Bundesliga soll Anfang Mai weitergehen  |  05.04.2020  |  11:16 Uhr

Kommentar: Der Profifußball versteht sich als systemrelevant – eine maßlose Selbstüberschätzung

von Alexander Augustin

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DFL-Geschäftsführer: Christian Seifert. −Foto: dpa

DFL-Geschäftsführer: Christian Seifert. −Foto: dpa

DFL-Geschäftsführer: Christian Seifert. −Foto: dpa


Die Corona-Krise hat den Fußball zum Erliegen gebracht, von der Bundesliga bis zur A-Klasse. Doch im Hintergrund schmieden gerade die beiden Bundesligen schon an Plänen, wie der Zirkus so schnell wie möglich wieder ins Rollen kommen könnte – ungeachtet der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, die noch mindestens bis 19. April gelten. Ein Zeichen dafür, wie wichtig sich der Profifußball auch in Zeiten nimmt, in denen er absolut unwichtig ist, kommentiert Redakteur Alexander Augustin:

Ein nur allzu nachvollziehbares Bedürfnis: Endlich einmal etwas anderes hören, lesen, sehen als Corona. Wann kommt ein Impfstoff? Was ist die beste Exit-Strategie? Wann wird wieder ein normales Leben möglich sein? Je komplizierter die Fragen, desto stärker das Bedürfnis nach Dingen, über die man sich nicht den Kopf zermartern muss. Auf den Fußball als Zerstreuungsobjekt Nummer eins in diesem Land war da immer Verlass. Und wenn es nach ihm geht, soll das auch in der Corona-Krise so bleiben. Während in ganz Deutschland Ausgangsbeschränkungen bis 19. April gelten, erlaubt die DFL ab Montag (6. April) das Mannschaftstraining wieder. Ab Anfang Mai soll die Bundesliga zu Ende gespielt werden. Die Saison abbrechen – wo kämen wir denn da hin?

Es sind Krisen, die das wahre Gesicht von Menschen und Institutionen hervorbringen. Während sich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung mit den Maßnahmen der Bundesregierung arrangiert, kocht die DFL, in der die Vereine der 1. und 2. Bundesliga organisiert sind, ihr eigenes Süppchen. Das Argument: Die Gesellschaft brauche etwas Ablenkung in diesen schwierigen Zeiten. Und was taugt da besser als Fußball – wenn schon nicht live im Stadion, dann zumindest vor dem Fernseher? Während die Virologen unter Hochdruck nach einem Impfstoff forschen, Ärztinnen und Ärzte, Kranken- und Pflegekräfte um das Leben von Corona-Patienten kämpfen, sollen sich die TSG Hoffenheim und der 1. FC Köln um die goldene Ananas in der Bundesliga duellieren. The show must go on!

Nun ist es durchaus legitim, sich Gedanken darüber zu machen, wie man eine Gesellschaft ablenken kann von den Sorgen, die diese Krise mit sich bringt. Nur geht es der DFL – man braucht gar nicht zynisch sein, um das zu erkennen – nicht um die Sache, sondern einzig um sich selbst. 750 Millionen Euro könnten den Vereinen insgesamt verloren gehen, wenn die Saison abgebrochen werden würde. Viel, sehr viel Geld. Daran hängen Arbeitsplätze. Der Klein-Gastronom mit seinen sieben Angestellten bangt aber gerade genauso um seine Existenz. Auch der Konzertveranstalter mit 20 Mitarbeitern. Zum normalen Leben werden sie in absehbarer Zeit trotzdem nicht zurückkehren dürfen. Dem Profifußball eine finanziell rettende Sonderstellung in Krisenzeiten einzuräumen, wäre ein fatales Signal.

Es ist eine geradezu widerliche Selbstinszenierung, die die Branche (mit Ausnahmen) in den vergangenen Wochen betreibt. Im Selbstverständnis ist der Profifußball sowieso längst mindestens so systemrelevant wie Krankenschwestern, Supermarktmitarbeiter und Pflegepersonal. Eine maßlose Überschätzung des eigenen Wirkens. Wenn der Fußball irgendwo so etwas wie systemrelevant ist, dann an der Basis, im Amateurbereich, wo er Menschen zusammenbringt, die sonst nicht zusammenkämen. Aber das ist ein anderes Thema. Denn aktuell ist der Fußball genau das, was er manchmal kokett selbst von sich behauptet: eine Nebensache. Eine der schönsten der Welt, aber derzeit auch eine absolut unwichtige.












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Dokumenten Information
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Letzte Änderung am






Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
FC Bayern München
29
86:28
67
2.
Borussia Dortmund
29
80:35
60
3.
RB Leipzig
29
74:31
58
4.
Borussia Mönchengladbach
29
57:35
56
5.
Bayer 04 Leverkusen
29
54:36
56
6.
VfL Wolfsburg
29
41:36
42
7.
TSG 1899 Hoffenheim
29
40:48
42
8.
Sport-Club Freiburg
29
38:41
38
9.
Hertha BSC
29
43:50
38
10.
FC Schalke 04
29
34:46
37
11.
Eintracht Frankfurt
29
49:53
35
12.
1. FC Köln
29
46:56
34
13.
FC Augsburg
29
40:56
31
14.
1. FC Union Berlin
29
34:52
31
15.
1. FSV Mainz 05
29
38:63
28
16.
Fortuna Düsseldorf
29
32:59
27
17.
SV Werder Bremen
29
30:62
25
18.
SC Paderborn 07
29
32:61
19





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