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10.12.2019  |  10:35 Uhr

"Gegner haben die Angst und die Ehrfurcht verloren": Alarmstufe Rot bei den Bayern

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Vor Weihnachten braucht Bayern noch drei Siege – "sonst wird es schattig", sagt Thomas Müller (2.v.l.). −Foto: afp

Vor Weihnachten braucht Bayern noch drei Siege – "sonst wird es schattig", sagt Thomas Müller (2.v.l.). −Foto: afp

Vor Weihnachten braucht Bayern noch drei Siege – "sonst wird es schattig", sagt Thomas Müller (2.v.l.). −Foto: afp


Bei der Weihnachtsfeier in der schicken Säbener Lounge fand selbst Wüterich Joshua Kimmich an der Seite seiner Freundin Lina Meyer sein Lächeln kurz wieder. Für die schwer angeschlagenen Bayern-Stars war das Fest in der rot-weiß-rot leuchtenden Allianz Arena am Sonntag eine willkommene Ablenkung vom tristen Alltag. Bei "weihnachtlicher Musik und gutem Essen" seien Manuel Neuer und Co. "auf andere Gedanken gekommen. Genau richtig, um den Kopf freizubekommen", teilte der Rekordmeister mit.

Doch die schönen Bilder vor Christbaum und Glitzerkulisse ändern an der brisanten Lage nichts. Vor dem sportlich bedeutungslosen Gruppenfinale in der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) gegen Tottenham Hotspur ist der Rekordmeister zum Siegen verdammt, um nach zwei Bundesliga-Pleiten in Folge nicht noch tiefer in eine Winterkrise zu schlittern.

"Wir müssen in die Erfolgsspur zurück", forderte Sportdirektor Hasan Salihamidzic unmissverständlich. Vor allem in der Liga sind drei Siege vor der Winterpause gegen Werder Bremen, beim SC Freiburg und gegen den VfL Wolfsburg oberste Pflicht für den auf Rang sieben abgestürzten Titelverteidiger. Ansonsten, mutmaßte bereits Thomas Müller, "wird es schattig" – es droht Alarmstufe rot.

20 Gegentore haben die Münchner bereits kassiert, die defensive Stabilität fehlt komplett. Rang 7 in der Liga nach einem Drittel der Saison – absolutes Neuland für den Rekordmeister. "Das ist eine Meldung im Jahrhundertbuch. Am 7. Dezember 2019 stand der SC Freiburg am 14. Spieltag mal, weil das ist ja Fakt, vor Bayern", sagte jüngst Freiburgs Trainer Christian Streich und verdeutlichte das Dilemma der Münchner, die – so findet – Ex-Kapitän Stefan Effenberg zu sehr von Robert Lewandowski abhängig sind. "Die Bayern haben keinen Backup für ihn auf der Bank, der reinkommen kann und ein Spiel auch mal drehen kann", sagte er beim Sport1-Doppelpass.

Effenberg sieht in der Kader-Zusammenstellung des Tabellen-Siebten ein Problem – vor allem in der Offensive. "Da haben sie vielleicht auch nicht gut eingekauft", meinte der 51-Jährige. "Wenn Lewandowski trifft, war in der Vergangenheit immer alles gut, aber die Abhängigkeit von Lewandowski ist zu groß. Das hat man in den letzten Spielen gesehen." Der "Tiger" vermisst einen zweiten Stoßstürmer im Kader der Bayern. "Ein Sandro Wagner war so ein Typ", fügte er an.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat einen anderen Grund für die schwindende Dominanz der Bayern ausgemacht. "Die Gegner haben die Angst und die Ehrfurcht vor Bayern München verloren. Selbst wenn Mannschaften in Rückstand geraten, glauben sie noch an einen Sieg und einige schaffen das auch", schrieb Matthäus in seiner wöchentlichen Sky-Kolumne: "So etwas gab es in der Vergangenheit äußerst selten."

Sollten die Münchner weiter schwächeln und Tabellenführer Borussia Mönchengladbach, Verfolger RB Leipzig und Vizemeister Borussia Dortmund weiterhin konstant gut weiterspielen, "haben wir bis zum Ende Spannung in unserer Liga. Bis auf die Bayern und deren Fans freut das jeden", schrieb der 58-Jährige.

Der FCB bestrafe sich momentan zu oft selbst, sagte der langjährige Bayern-Profi Matthäus. "Javi Martinez hätte in Gladbach in der entscheidenden Aktion überhaupt nicht grätschen müssen. Dann hätte es weder den Platzverweis noch den Elfmeter gegeben. Und wenn er grätscht, dann muss er Ball treffen. Ähnlich war es bei der frühen roten Karte für Boateng in Frankfurt", erklärte Matthäus.

Dabei hatte es nach der Entlassung von Niko Kovac so ausgesehen, als würden die Münchner unter Hansi Flick in eine glorreiche Zukunft durchstarten. Der 54-Jährige wurde nach vier Siegen mit 16:0 Toren bereits irgendwo zwischen Wunderheiler und Lichtgestalt verortet. Jupp Heynckes lobte Flick in höchsten Tönen als "Juwel", das eine "Epoche prägen kann".

Und jetzt? Noch ist nicht einmal sicher, ob Flick über Weihnachten hinaus weitermachen darf. Er habe im Moment "andere Dinge, um die ich mich kümmern muss", sagte er. Die jüngsten Niederlagen gegen Leverkusen (1:2) und in Gladbach (1:2) stärkten jedoch nicht unbedingt die Position des Trainers. Der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw muss nun beweisen, dass er auch Krise kann.

Die freundlichen Gesichter bei der Weihnachtsfeier täuschten deshalb nur kurz über die schlechte Grundstimmung hinweg. Vor allem Kimmich hatte seinem Unmut vehement Luft gemacht und dabei auch seine Kollegen frontal angegriffen. Erneut Meister zu werden sei diesmal "deutlich schwieriger. Wer das jetzt noch nicht begriffen hat, der ist komplett auf dem falschen Weg. Wer glaubt, dass es einfach wieder so wird wie letzte Saison, ist fehl am Platz", schimpfte der Nationalspieler.

Vor allem die mangelhafte Chancenverwertung und die fehlende Kaltschnäuzigkeit gibt Rätsel auf. Das sei eine Sache, so Flick, "die wir besser machen müssen". Am besten schon gegen Tottenham, auch wenn es in der Partie gegen das Team von Jose Mourinho tabellarisch um nichts mehr geht. Die Bayern haben Platz eins in ihrer Gruppe B schon sicher, die Spurs gehen als Zweiter ins Achtelfinale.

Doch ein Erfolg würde den Münchnern nicht nur einen Königsklassen-Rekord bescheren – noch nie hat eine deutsche Mannschaft die Gruppenphase ohne Punktverlust überstanden –, er wäre auch für das Binnenklima sehr wichtig. Nicht, dass Joshua Kimmich wieder wütet. − sid/red












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Dokumenten Information
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Letzte Änderung am






Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
FC Bayern München
34
100:32
82
2.
Borussia Dortmund
34
84:41
69
3.
RB Leipzig
34
81:37
66
4.
Borussia Mönchengladbach
34
66:40
65
5.
Bayer 04 Leverkusen
34
61:44
63
6.
TSG 1899 Hoffenheim
34
53:53
52
7.
VfL Wolfsburg
34
48:46
49
8.
Sport-Club Freiburg
34
48:47
48
9.
Eintracht Frankfurt
34
59:60
45
10.
Hertha BSC
34
48:59
41
11.
1. FC Union Berlin
34
41:58
41
12.
FC Schalke 04
34
38:58
39
13.
1. FSV Mainz 05
34
45:66
37
14.
1. FC Köln
34
51:69
36
15.
FC Augsburg
34
45:63
36
16.
SV Werder Bremen
34
42:69
31
17.
Fortuna Düsseldorf
34
37:68
30
18.
SC Paderborn 07
34
37:74
20





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