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20.04.2019  |  21:17 Uhr

Weinzierl nach 0:6-Debakel in Augsburg vor dem Aus: "Keine Argumente geliefert"

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War es sein letzter Auftritt als VfB-Trainer? Markus Weinzierl steht nach dem 0:6 in Augburg vor dem Aus. −Foto: dpa

War es sein letzter Auftritt als VfB-Trainer? Markus Weinzierl steht nach dem 0:6 in Augburg vor dem Aus. −Foto: dpa

War es sein letzter Auftritt als VfB-Trainer? Markus Weinzierl steht nach dem 0:6 in Augburg vor dem Aus. −Foto: dpa


Nach diesem historischen Debakel wollte auch Markus Weinzierl in seinen voraussichtlich letzten Stunden als Trainer des VfB Stuttgart nichts mehr schönreden. "Ich habe heute keine Argumente mit diesem Ergebnis geliefert für mich", sagte er am Samstag nach dem blamablen 0:6 (0:3) beim FC Augsburg und der höchsten Niederlage der Clubgeschichte. "Ich kann mich für die Leistung nur entschuldigen." Mit einem fußballerischen Offenbarungseid verspielten die Schwaben "praktisch die letzte Chance auf den direkten Klassenerhalt" in der Bundesliga, wie ein fassungsloser Torhüter Ron-Robert Zieler sagte.

Auch wenn unmittelbar nach dem Spiel am Abend noch keine Entscheidung verkündet wurde, wäre eine Weiterbeschäftigung Weinzierls nach diesem Rückschlag verwunderlich. "Das ist jetzt, glaube ich, nicht der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt, um die Frage so klar zu beantworten", sagte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger zur Zukunft von Weinzierl. "Es wird weiter in meinem Kopf rattern, wir sprechen und dann schauen wir mal", ergänzte der Ex-Profi. Einen geplanten TV-Auftritt bei Sky am Sonntag sagte der Stuttgarter Sportchef ab.

Gegen die nun fast sicher geretteten Augsburger hatte sich Stuttgart fast kampflos in sein Schicksal ergeben, fast alle wichtigen Zweikämpfe verloren, kein Rezept gegen die schnellen Konter der Gastgeber gefunden und offensiv komplett versagt. "So können wir uns definitiv nicht präsentieren, so kann es nicht weitergehen", sagte Weinzierl. Ob er den Rauswurf erwarte, ließ er offen. Selbst hinschmeißen will er nicht.

Auch wenn der VfB weiter auf dem Relegationsrang 16 steht und den Vorsprung von drei Punkten auf den Tabellenvorletzten 1. FC Nürnberg (0:2 in Leverkusen) hielt, müsse gehandelt werden. "Das war sicher ein Tiefpunkt in der aktuellen Situation", sagte Zieler. "Es gibt keine zwei Meinungen, dass wir uns so in der Bundesliga nicht präsentieren können. Die Mannschaft hat heute versagt."

Rani Khedira (11. Minute) und André Hahn (18.) eröffneten den Torreigen, mit zwei Doppelpacks sorgten Philipp Max (29./58.) und Marco Richter (53./68.) für den höchsten Augsburger Sieg in der Bundesliga. "Wir sind noch nicht durch", meinte Trainer Martin Schmidt zwar - bei nun zehn Punkten Vorsprung auf den VfB und nur noch vier Partien zu spielen ist die Aussage aber reines Understatement.

Vor 30 660 Zuschauern in der ausverkauften Augsburger Arena hatten sich die Stuttgarter neuen Mut holen wollen. Doch es wurde alles noch viel schlimmer und der VfB kassierte zum vierten Mal in seiner Bundesliga-Historie - und erstmals nach mehr als 33 Jahren - ein 0:6.

Mit einfachen, schnellen und schnörkellosen Kontern nahm der FCA den VfB auseinander. "Aufwachen!", skandierten die vielen mitgereisten VfB-Anhänger nach 25 Minuten beim Stand von 0:2 - vergeblich. Kurz danach ließ sich Stuttgart wieder übertölpeln. "Alle könnt ihr gehen! Alle könnt ihr gehen", brüllten die frustrierten Gäste-Fans ihren Spielern zu, und Weinzierl versank immer tiefer im Trainersessel.

Dabei hatte Augsburg große Personalprobleme: Stammtorhüter Gregor Kobel wurde nach einer leichten Gehirnerschütterung nicht fit, zudem fehlten die Offensiv-Stammspieler Ja-Cheol Koo und Alfred Finnbogason. Während den Koreaner eine Grippe stoppte, ließ sich der Torjäger aus Island am Donnerstag an der Wade operieren und wird den Rest der Saison fehlen, wie der FCA vor Anpfiff mitteilte.

Die Ausfälle fielen nicht ins Gewicht, auch ein Rumpfteam überzeugte. Nachdem die Stuttgarter Fans ihr Team mit einem lauten Pfeifkonzert zur 2. Halbzeit auf dem Rasen willkommen geheißen hatten, verließen die meisten schon nach weniger als einer Stunde Spielzeit die Arena. "Ich habe vollstes Verständnis, dass sie sagen: Das wollen wir uns nicht mehr antun. Das ist die traurige Wahrheit", sagte Hitzlsperger. Immerhin blieben den Anhängern dann die weiteren Gegentore erspart. - dpa












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