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17.04.2019  |  11:56 Uhr

"Für Mbappé fehlt uns das Geld": Bayern-Präsident Uli Hoeneß im großen Interview

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Wie lange bleibt er noch im Rampenlicht? "Ob ich noch einmal antrete, entscheide ich bis Ende Juni", sagt Uli Hoeneß. −Foto: dpa

Wie lange bleibt er noch im Rampenlicht? "Ob ich noch einmal antrete, entscheide ich bis Ende Juni", sagt Uli Hoeneß. −Foto: dpa

Wie lange bleibt er noch im Rampenlicht? "Ob ich noch einmal antrete, entscheide ich bis Ende Juni", sagt Uli Hoeneß. −Foto: dpa


Der Aufstieg des FC Bayern München zur Nummer 1 in Deutschland und einem Global Player im internationalen Fußball ist maßgeblich mit dem Wirken von Uli Hoeneß verbunden. Vor 40 Jahren wird er mit erst 27 Jahren Manager. Seit 2016 ist er zum zweiten Mal Präsident des deutschen Rekordmeisters. Amtsmüde wirkt Hoeneß im Interview nicht, zumal sein Lebenswerk mal wieder mitten im Umbruch steckt. "Es ist gerade so viel Arbeit da. Wir haben so viele Themen anzupacken", sagt der 67-Jährige.

Herr Hoeneß, welche Erinnerungen haben Sie an den 1. Mai 1979, Ihren erster Arbeitstag?

Uli Hoeneß: Ich war ganz unternehmungslustig und sehr motiviert, als ich in einem grauen Sakko ankam, einen Notizblock hatte ich unter den Arm geklemmt. Damals habe ich das alte Büro von Robert Schwan übernommen. Da stand ein Schreibtisch drin, und ein Sideboard mit einem Telefon drauf – das war’s. Eine Sekretärin hatte ich nicht. Ich habe zwei Stunden rumtelefoniert, dann bin ich wieder nach Hause gegangen.

Hätte der 27 Jahre junge Uli Hoeneß die Dinge mit der Erfahrung des 67 Jahre alten Uli Hoeneß anders angepackt?

Antwort: Damals bin ich wilder gewesen. Ich bin heute viel milder in der Auseinandersetzung. Ich wollte mit dem FC Bayern nach oben kommen. Meine Auseinandersetzungen mit Gladbachs Helmut Grashoff, Bremens Willi Lemke oder anderen Managern waren legendär. Da habe ich viel mehr mit den Ellbogen gekämpft. Wenn man oben angekommen ist, kann man verteilen. Aber bis du ganz oben bist, musst du fighten.

Haben Sie die persönlichen Fehden mit Lemke oder später mit dem Trainer Christoph Daum auch als Antrieb gebraucht?

Hoeneß: Durch die Polarisierung haben wir den FC Bayern viel interessanter gemacht als die meisten anderen Vereine. Es gab viele Clubs in großen Städten, die Möglichkeiten hatten wie der FC Bayern: Ich denke an Hamburg, Köln, Stuttgart, Frankfurt, Berlin. Oder an 1860!

Ist Kontinuität das Erfolgsgeheimnis des FC Bayern?

Hoeneß: Die schlechtesten Jahre waren immer die, wenn wir auf der Trainerposition große Fluktuation hatten. Ich denke, dass heute viele Vereine nach München schauen, was der Marktführer macht, und dann versuchen, das Beste abzukupfern.

Beckenbauer, Hoeneß, Rummenigge: Warum ist es Ihnen so wichtig, Spieler mit einer FC-Bayern-Vita an den Schaltstellen des Vereins zu installieren?

Hoeneß: Es ist hilfreich, wenn du in wichtigen Positionen Leute einbauen kannst, die Stallgeruch haben, die als Spieler die DNA des FC Bayern aufgesaugt haben. Das ist keine unabdingbare Voraussetzung, aber es ist hilfreich. Klar ist aber: Irgendwann müssen Karl-Heinz und ich hier die Plätze freimachen. Auch ich hatte mit 27, als ich angefangen habe, keine Ahnung, wie es geht. Aber ich habe es gelernt. Das war learning by doing. Die Chance gibt es auch jetzt für junge Ex-Spieler. Hasan Salihamidzic etwa macht einen sehr guten Job als Sportdirektor.

Wenn über die nächste Führungsgeneration beim FC Bayern gesprochen wird, fällt der Name Oliver Kahn.

Hoeneß: Wir sind in sehr konkreten Gesprächen mit Oliver. Wir sind aber nicht unter Zeitdruck, weil Karl-Heinz seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender bis Ende 2021 verlängert hat.

Es war von einer Art Probejahr für beide Seiten die Rede. Wann beginnt es?

Hoeneß: Es ist derzeit vorgesehen, dass es am 1. Januar 2020 losgeht.

Das Fußballgeschäft hat sich in Ihren 40 Jahren als Macher rasant entwickelt. Wie liefen zum Beispiel Transfers früher ab?

Hoeneß: Da war viel mehr Abenteuer dabei. Als wir Rabah Madjer, der in unserem Europapokalfinale gegen den FC Porto 1987 dieses legendäre Hackentor erzielte, verpflichten wollten, bin ich nicht direkt nach Porto, sondern nach Lissabon geflogen. Mit einem Leihwagen bin ich dann quer durch die Pampa gefahren, nur, um mich in Porto heimlich mit der Familie Madjer treffen zu können. Oder als wir Roque Santa Cruz 1999 in Paraguay abgeworben haben. Da haben wir mit dem Vereinspräsidenten in dessen Haus verhandelt. Die ganze Familie war dabei. Und nebenan im Wohnzimmer warteten die ganze Zeit 25 Journalisten. Das waren schon verrückte Erlebnisse.

Versteckspiel gehört also dazu?

Hoeneß: Als wir Michael Sternkopf verpflichten wollten, bin ich mit Jupp Heynckes mit dem Zug nach Karlsruhe gefahren zu dessen Eltern. Am Bahnhof habe ich gesagt: Jupp, wir brauchen noch Blumen. Und am nächsten Tag stand’s dann groß in der Zeitung: Heynckes und Hoeneß mit Blumenstrauß im Taxi bei der Familie Sternkopf.

Der Jungstar des KSC wechselte 1990 für 3,4 Millionen Mark zu Bayern. Jetzt haben Sie 80 Millionen Euro für den französischen Weltmeister Lucas Hernández ausgegeben. Die 100-Millionen-Marke ist ganz nah. Fällt sie noch in diesem Sommer?

Hoeneß: Dieses Jahr sicherlich nicht. Und ich muss zugeben, auch 80 Millionen hätte ich mir vor zehn Jahren nicht vorstellen können. Aber man muss berücksichtigen, dass wir in diesem Zeitraum auch unseren Umsatz verdoppelt haben. Da ist es klar, dass auch die Ausgaben zunehmen. Die Gehälter sind gestiegen, ebenso die Transfersummen. Dass sie diese Dimensionen erreicht haben, hat damit zu tun, dass ausländische Investoren, Oligarchen, amerikanische Hedgefonds und sogar ganze Staaten wie Abu Dhabi und Katar ins Fußballgeschäft eingestiegen sind.

Paris hat schon vor knapp zwei Jahren 180 Millionen Euro für Mbappé bezahlt. Würden Sie den gern zum FC Bayern holen?

Hoeneß: Mbappé würde ich sofort kaufen. Der Spieler ist toll. Aber für den fehlt uns das notwendige Geld.

Sie haben die Bedeutung der Trainer für den Erfolg angesprochen. Sie haben viele erlebt − und manche entlassen müssen...

Hoeneß: ...und das ist das Schwierigste. Das sind Tiefpunkte der eigenen Karriere. Denn ich habe dabei immer auch die menschliche Komponente gesehen. Ich kann mich an Fälle erinnern, da ist mir der Hals zugegangen, wenn man einem Mann, mit dem man oft jahrelang prima zusammengearbeitet hat, sagen musste, dass es nicht mehr weitergeht.

Können Sie Beispiele nennen?

Hoeneß: Die Entlassung von Jupp Heynckes 1991 habe ich ja schon oft als meinen größten Fehler bezeichnet. Verrückt war es auch bei Ottmar Hitzfeld. Den habe ich mit seinem Assistenten Michael Henke und den Ehefrauen zu mir nach Hause eingeladen. Meine Frau hat gekocht. Erst haben wir die Trennung besprochen und anschließend schön gegessen und bis drei Uhr morgens gefeiert. So geht es auch.

Niko Kovac hat kein einfaches erstes Jahr als Bayern-Trainer. Was muss er leisten, damit Sie ihm die Zukunft anvertrauen?

Hoeneß: Was heißt, was muss er leisten? Mir hat gefallen, wie er die Mannschaft aus dem schwierigen Tal im November herausgeführt hat. Die Mannschaft ist im Umbruch. Wir haben Niko Kovac auch aufgebürdet, mit Arjen Robben und Franck Ribéry den Übergang zu schaffen. Da ist klar, dass man auch mal Geduld haben muss.

In dieser Saison gab es viel Kritik. Sie hätten den Umbruch verpasst. Kovac galt als Notlösung. Wie sehr hat Sie das angestachelt?

Hoeneß: Mir hat es furchtbar gestunken, weil es sehr unsachliche Kritik gab. Einen Übergang könnte man so abwickeln, dass man Leute, denen man dankbar sein muss und die viel geleistet haben, vor den Kopf stößt. Das ist aber nicht meine Welt. Ich habe hier beim FC Bayern immer dafür gekämpft, dass wir Persönlichkeiten wie Arjen und Franck, auch einem Rafinha, einen vernünftigen Abgang verschaffen. Und zwar in einem Jahr des Übergangs, ohne einen totalen sportlichen Einbruch zu erleben.

Sie haben den Zeitpunkt für den Umbruch also nicht verpasst?

Hoeneß: Ich habe mich letztens sehr gewundert. Beim tollen 3:2 im Länderspiel in den Niederlanden standen fünf Bayern-Spieler in der Startelf. Kein anderer Verein stellte mehr als einen Spieler. Der Verein, der am meisten kritisiert wurde, dass er den Übergang nicht geschafft haben soll, erfreut beim Neuaufbau der Nationalmannschaft am meisten.

Ist das größte Investitionsprogramm der Vereinsgeschichte eine Reaktion auf die Befürchtung, international abgehängt zu werden. Oder wollen Sie die nationale Dominanz wiederherstellen?

Hoeneß: Weder noch. Wir sind der Meinung, es ist der Zeitpunkt gekommen, an dem der FC Bayern sein hart erarbeitetes Geld in den Markt gibt, um wieder eine neue, junge Mannschaft auf den Platz zu führen.

Seit 1979 bestimmen Sie bis auf eine kurze Phase während Ihrer Haftstrafe die Geschicke des FC Bayern. Im November läuft Ihre Amtszeit als Präsident ab. Wie geht es weiter?

Hoeneß: Ich werde mich nach der Saison in aller Ruhe mit meiner Familie zusammensetzen und bis Ende Juni entscheiden, ob ich noch einmal antrete. Diesen Fahrplan kennen alle im Verein. Es ist gerade so viel Arbeit da. Wir haben so viele Themen anzupacken. Ich denke an den Einstieg von BMW für Audi oder den Aufbau der neuen Mannschaft. Ich bin in der Sache total entspannt. Eines ist aber auch klar: Man darf sich nicht einbilden, dass man unersetzlich ist. Jeder ist ersetzbar. Der eine mehr, der andere weniger.

Interview: Klaus Bergmann und Christian Kunz (dpa).












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