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26.11.2018  |  08:38 Uhr

In der Kabine: Bayern-Spieler sollen sich gegen Kovac gestellt haben – Kommt jetzt Wenger?

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Seine Tage in München sind wohl gezählt: Nico Kovac. −Foto: dpa

Seine Tage in München sind wohl gezählt: Nico Kovac. −Foto: dpa

Seine Tage in München sind wohl gezählt: Nico Kovac. −Foto: dpa


Nachdem Uli Hoeneß "völlig down" und innerlich brodelnd den Fußball-Notstand beim FC Bayern ausgerufen hatte, zog sich der Vereinspatron zum Nachdenken an den Tegernsee zurück. Die Münchner Bosse verspüren nach einem weiteren Schockerlebnis akuten Handlungsbedarf: "Das, was heute passiert ist, ist absolut nicht akzeptabel", sagte Hoeneß drohend. Und wer dem Präsidenten am Samstagabend über eine Stunde nach dem alarmierenden 3:3 (2:1) gegen Fortuna Düsseldorf bei dessen siebenminütiger Zustandsbeschreibung zuhörte, muss bezweifeln, dass Niko Kovac noch Teil der Lösung sein wird. Zumal der Präsident dem 47-jährigen Kroaten nur noch eine Gnadenfrist einräumte: "Wir spielen am Dienstag gegen Benfica, und da wird unser Trainer sicherlich Niko Kovac sein." Aber Hoeneß sagt auch: "Es gibt internen Gesprächsbedarf. Wir müssen uns zusammensitzen." So ähnlich klangen die Bayern-Bosse auch im September vor einem Jahr – wenig später wurde Carlo Ancelotti gefeuert.

Die Jobgarantie für Kovac gilt also bis zu dieser Champions-League-Partie, in der die Bayern gegen Lissabon das Achtelfinal-Ticket lösen können. Selbst ein Erfolg würde keine dauerhafte Garantie für Kovac bedeuten. "Dann müssen wir mal eine Analyse machen, wo wir stehen", sagte Hoeneß. Schockiert hatte er auf der Tribüne mit Sitznachbar Karl-Heinz Rummenigge Szenen wie in "Slapstick-Filmen" (O-Ton Hoeneß) erlebt. Nach dem dritten Torstreich des Düsseldorfers Turbostürmers Dodi Lukebakio dachte Hoeneß spontan, "die Welt geht unter".

Weltuntergang in München? Den werden die Münchner Bosse, die Kovac eine überalterte und schwer anzuleitende Mannschaft übertragen haben, nicht zulassen wollen. Hoeneß blutet das Bayern-Herz. Der 66-Jährige rückte erstmals ab von Kovac, für den er bislang "bis aufs Blut" kämpfen wollte. Die Frage, ob der Nachfolger von Jupp Heynckes an der Dimension FC Bayern scheitern könnte, wich Hoeneß aus: "Das kann ich im Moment nicht sagen. Wir müssen beim FC Bayern jetzt alles hinterfragen, warum wir so spielen, wie wir spielen. Wir können nicht sagen, es wird schon werden. Das ist nie Position des FC Bayern gewesen." Es gehe nun darum, die "richtige Lösung zu finden".

Vielleicht ist ja Arsene Wenger die richtige Lösung. Immer öfters fällt der Name des langjährigen Arsenal-Coachs – offenbar auch intern bei den Bayern. Was für ihn spricht: Er redet Deutsch, ist nicht gebunden – und kann mit Stars umgehen. Letzteres scheint das große Problem von Kovac zu sein. Die Bayern-Spieler sollen den Trainer und seine Methoden nicht akzeptieren. Nach Informationen der "Bild" sollen sich am Samstag nach dem Spiel gegen Düsseldorf zahlreiche Spieler in der Kabine gegen Kovac ausgesprochen haben, als dieser nicht im Raum war. Die "Süddeutschen Zeitung" berichtet, dass sich die Vereinsführung "zuletzt schon vorsichtig im Umfeld der Mannschaft umgehört hat".

Tatsächlich verweilten die Bosse nach dem vierten sieglosen Heimspiel am Stück und einer verspielten 2:0- und 3:1-Führung ungewöhnlich lange bei der Mannschaft in der Kabine, zwangen sich dann aber dazu, nicht aus der Emotion heraus zu handeln. "Uns ist jetzt wichtig, dass wir Ruhe bewahren. Das fällt schwer, das gebe ich absolut zu", gestand Hoeneß. Der Trainermarkt dürfte spätestens jetzt intensiv sondiert werden.

Denn Hoeneß" Zustandsbeschreibung der "total verunsicherten Mannschaft" fiel verheerend aus. Er prangerte die "dilettantischen Fehler" bei den Gegentoren an. Bei jedem Angriff der Gegner herrsche inzwischen höchste Gefahrenstufe. Das Gesamturteil war vernichtend, gerade für Kovac: "Wir spielen sehr schlechten Fußball, einen uninspirierten Fußball und einen Fußball ohne Selbstvertrauen."

Der Daumen über Kovac senkt sich. "Nach den ersten sechs Wochen hatte ich das Gefühl, wir haben alles richtig gemacht. Und jetzt die letzten sechs Wochen ist es ins Gegenteil umgekehrt", sagte Hoeneß. Schon nach zwölf Spieltagen geht es um Schadensbegrenzung. "Tatsache ist, dass wir natürlich jetzt eine schwierige Ausgangsposition für den Rest der Saison sehen", sagte Hoeneß. Bei nun neun Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund noch vom Meistertitel zu reden, nannte der Präsident "etwas überheblich".

Unterstützung bekommt Kovac derweil von Kollegen aus der Branche. "Wenn ich sehe, wie Boateng beim zweiten Tor auf Abseits spielt, mein lieber Mann, das war schon dramatisch", analysierte Düsseldorf-Trainer Friedhelm Funkel nach der Partie knallhart – um am Sonntagmittag bei "Sky" noch einmal nachzulegen: "Da kann kein Trainer der Welt etwas für, wenn Boateng auf Abseits spielt, nur weil er zu bequem ist, hinterherzurennen." Auch Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic gab seinem ehemaligen Trainer Rückendeckung. "Ihn als einziges Problem hinzustellen, das sehe ich komplett anders. Ein neuer Trainer hin oder her: Was soll der erstmal besser machen?", fragte Bobic am Sonntag in der Sendung "Doppelpass" von Sport1. Und weiter: "Die Tore, die sie bekommen, da kann kein Trainer was dafür." Die Bayern-Bosse sehen das offenbar ein bisschen anders ... − red/dpa












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Dokumenten Information
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Letzte Änderung am






Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Borussia Dortmund
14
39:14
36
2.
Bor. Mönchengladbach
14
33:16
29
3.
FC Bayern München
14
28:18
27
4.
RB Leipzig
14
24:13
25
5.
Eintracht Frankfurt
14
30:17
23
6.
Hertha BSC
14
22:20
23
7.
TSG 1899 Hoffenheim
14
30:21
22
8.
SV Werder Bremen
14
24:23
21
9.
VfL Wolfsburg
14
20:20
19
10.
1.FSV Mainz 05
14
13:15
19
11.
Bayer Leverkusen
14
20:25
18
12.
SC Freiburg
14
19:22
17
13.
FC Schalke 04
14
15:20
14
14.
FC Augsburg
14
20:23
13
15.
1.FC Nürnberg
14
14:33
11
16.
VfB Stuttgart
14
9:29
11
17.
Hannover 96
14
16:29
10
18.
Fortuna Düsseldorf
14
14:32
9





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