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16.05.2018  |  10:21 Uhr

Titz, Ulreich, Stöger und der Videobeweis: Die Gewinner und Verlierer dieser Bundesliga-Saison

von Alexander Augustin

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Absteiger-Tränen: Der HSV muss erstmals in die Zweite Liga.

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Es hat schon spannendere Spielzeiten gegeben. Die 55. Bundesliga-Saison ist Geschichte und wird in selbige sicher nicht als besonders denkwürdig eingehen. Für einige Akteure war diese Saison trotzdem außergewöhnlich – aus ganz unterschiedlichen Gründen.

GewinnerSven Ulreich: Dass er in dieser Saison 46 Pflichtspiele im Bayern-Dress machen würde, hat Sven Ulreich sicher selbst nicht erwartet. Die langwierige Verletzung von Manuel Neuer machte den Schwaben zur Nummer eins im Bayern-Tor. Anfangs noch als Unsicherheitsfaktor verschrien, entwickelte sich Ulreich im Verlauf der Saison zum Weltklasse-Torhüter. Einziger Makel einer ganz starken Saison des 29-Jährigen: der folgenschwere Patzer gegen Real Madrid.

Vizemeister-Jubel: Naldo feiert mit seinen Schalkern den zweiten Platz.

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Vizemeister-Jubel: Naldo feiert mit seinen Schalkern den zweiten Platz.


1899 Hoffenheim: Der Umbruch vor der Saison war riesig in der Mannschaft von Julian Nagelsmann. Süle weg, Rudy weg, im Winter dann auch noch Top-Stürmer Sandro Wagner (alle zum FC Bayern). Viele erwarteten einen Absturz des letztjährigen Tabellen-Vierten. Doch die junge Mannschaft hat es, trotz Dreifachbelastung, allen gezeigt und sich durch den Sieg am letzten Spieltag gegen Dortmund erstmals direkt für die Champions-League qualifiziert. Doch nun beginnt der Aderlass von Neuem: Leistungsträger wie Serge Gnabry (zum FC Bayern) und Mark Uth (zu Schalke 04) gehen zur neuen Saison.

Sieger-Typ: Tayfun Korkut hat den VfB Stuttgart auf Platz 7 geführt.

Sieger-Typ: Tayfun Korkut hat den VfB Stuttgart auf Platz 7 geführt.

Sieger-Typ: Tayfun Korkut hat den VfB Stuttgart auf Platz 7 geführt.


Tayfun Korkut: Was musste er sich alles gefallen lassen bei seinem Amtsantritt in Suttgart Ende Januar. Ausgerechnet Korkut, der personifizierte Misserfolg (bei Hannover, Kaiserslauten und Leverkusen), soll den VfB vor dem Abstieg retten, hieß es damals. Der gebürtige Stuttgarter ließ sich nicht beirren, stabilisierte die Mannschaft. Seither hat der VfB nur ein Spiel verloren (0:3 in Dortmund). Nach dem 4:1-Sieg in München am Wochenende haben die Schwaben die Saison auf Platz sieben beendet und sogar noch die Chance auf die Teilnahme an der Europa League – vorausgesetzt der FC Bayern gewinnt am Samstag gegen Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal.

Schiri-Ärger: Der Videobeweis sorgte mehrmals für Unmut. − Fotos: dpa

Schiri-Ärger: Der Videobeweis sorgte mehrmals für Unmut. − Fotos: dpa

Schiri-Ärger: Der Videobeweis sorgte mehrmals für Unmut. − Fotos: dpa


FC Schalke 04: Huub Stevens ist bei den Königsblauen wieder allgegenwärtig. Also nicht körperlich, aber zumindest von der Spielphilosophie her. Die Null muss stehen, hat der Holländer immer gesagt. Domenico Tedesco hat diese Maßgabe zurück in den Pott gebracht. Hurra-Fußball gibt’s in Gelsenkirchen deswegen selten, dafür aber umso mehr Siege. Tedesco hat den Erfolg zurück gebracht. Vizemeister und damit die Champions-League-Qualifikation im ersten Jahr als Bundesliga-Trainer – kann sich sehen lassen. Höhepunkt: die Derbys gegen Dortmund (4:4 nach 0:4 im Hinspiel und 2:0 im Rückspiel).

Christian Titz: Der Gewinner unter lauter Verlierern. Er hat dem Hamburger SV Leben eingehaucht, als es schon zu spät war. Setzte auf junge Spieler und mutigen, offensiven Fußball. Beinahe wäre sein Mut noch mit dem Klassenerhalt belohnt worden. Die schlechte Nachricht: Der HSV muss nächstes Jahr erstmals in der 2. Bundesliga spielen. Die gute Nachricht: mit Christian Titz auf der Trainerbank.

FC Augsburg: Mit Platz 12 und 41 Punkten war es keine außergewöhnlich gute Saison der Schwaben. Und doch sind sie in Augsburg hochzufrieden. Vor der Saison hatten viele Experten die Fuggerstädter als Abstiegskandidat Nummer eins gesehen. Doch mit effizientem Fußball sicherte sich die Mannschaft des Niederbayern Manuel Baum frühzeitig den Klassenerhalt.

Verlierer

Videobeweis: Ein einziges Ärgernis. Macht den Fußball rein statistisch gerechter. Trotzdem werden ähnliche Szenen unterschiedlich bewertet. Entscheidungen dauern oft einige Minuten. Die Fans im Stadion wissen nicht, wieso sich der Videoschiedsrichter einschaltet. Die Neuregelung in der Winterpause, nur noch bei klaren Fehlentscheidungen einzuschreiten, hat auch nichts verbessert. Der Gipfel: der Elfmeterpfiff in der Halbzeitpause beim Spiel zwischen Mainz und Freiburg.

Hamburger SV: Der Bundesliga-Dino stand ja schon länger auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Nun hat es ihn erwischt. Viele sagen: endlich. Die Rothosen wurschtelten sich irgendwie durch die Saison, bäumten sich dann unter Christian Titz noch einmal auf, allerdings zu spät. Bevor ein paar Chaoten zündelten, ließen die HSV-Fans am letzten Spieltag einen Hauch von Neuanfang durchs Volksparkstadion wehen. Der Abstieg könnte in Hamburg – ähnlich wie vergangenes Jahr in Stuttgart – auch positive Folgen haben.

Peter Stöger: In Köln nach einem Fehlstart im Herbst entlassen, heuerte der Österreicher wenig später bei Borussia Dortmund an und sah bei seinem ersten Spiel auf der BVB-Trainerbank aus, als hätte er gerade den Fanshop überfallen. Mit defensivem, manchmal destruktivem Fußball stabilisierte er den BVB zwar, von international konkurrenzfähigem Fußball war Dortmund aber weit entfernt.

VfL Wolfsburg: 2015 waren die Niedersachsen noch Vize-Meister und Pokalsieger. Jetzt spielen sie zum zweiten Mal in Folge Relegation. Eine Ansammlung von (teilweise exzellenten) Einzelspielern, dazu großes Verletzungspech. Das Lazarett wird sich auch bis zu den Spielen gegen Holstein Kiel (17. und 21. Mai) nicht lichten.












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