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Startelf-Comeback nach fast zwei Jahren | 23.01.2021 | 07:00 Uhr

Hauptsache gesund: Wie der Ex-Burghauser Maxi Thiel eine schier endlose Leidenszeit überwand

von Alexander Augustin

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Endlich zurück auf dem Rasen: Für den 1. FC Heidenheim feierte Maximilian Thiel sein Startelf-Comeback nach fast zwei Jahren – den Verlauf hatte er sich allerdings etwas anders vorgestellt. −Foto: Doerder/imago images

Endlich zurück auf dem Rasen: Für den 1. FC Heidenheim feierte Maximilian Thiel sein Startelf-Comeback nach fast zwei Jahren – den Verlauf hatte er sich allerdings etwas anders vorgestellt. −Foto: Doerder/imago images

Endlich zurück auf dem Rasen: Für den 1. FC Heidenheim feierte Maximilian Thiel sein Startelf-Comeback nach fast zwei Jahren – den Verlauf hatte er sich allerdings etwas anders vorgestellt. −Foto: Doerder/imago images


Er hatte auf diesen Tag so lange hingearbeitet. Nach einer schier endlosen Verletzungs-Pause hat der Burgkirchener Maximilian Thiel Anfang Januar sein Startelf-Comeback nach fast zwei Jahren für den 1. FC Heidenheim gefeiert. Doch wie erträumt lief die Rückkehr nicht.

Er hatte sich das schon etwas anders vorgestellt. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren sollte Maximilian Thiel (27) Anfang Januar wieder ein Pflichtspiel von Anfang bestreiten. Nach Kreuzbandriss, Meniskus-OP und langem Aufbautraining hatte sich der Burgkirchener (Lkr. Altötting) vorgenommen, das neue Jahr zu seinem zu machen. 2020 war für ihn mit insgesamt 22 Pflichtspielminuten zu Ende gegangen. Der 8. Januar 2021 sollte sein Tag werden. Auswärtsspiel mit Zweitligist Heidenheim in Sandhausen. "Der Trainer hat mit mir gesprochen und gefragt, ob ich bereit bin für die Startelf", sagt Thiel. "Ich hatte mir dieses Comeback so schön ausgemalt." Nach 36 Minuten ist es vorbei.

"Ein rabenschwarzer Tag, für mich und die ganze Mannschaft", sagt der Linksaußen. Bei der 0:4-Niederlage verschuldet er ein Tor mit, Teamkollege Kevin Sessa sieht schon nach 22 Minuten die Rote Karte. Trainer Frank Schmidt nimmt früh zwei taktische Wechsel vor – und beendet Thiels Arbeitstag nach nicht einmal einer Halbzeit. Bei der Wiedergutmachung eine Woche später beim 3:0 gegen Darmstadt steht er nicht einmal mehr im Kader. "Natürlich war das eine harte Entscheidung für mich", sagt der Oberbayer. Aber er hat in den letzten Jahren zu viel erlebt, um sich darüber ernsthaft aufzuregen.

"Ich saß in der Kabine und habe geweint"

"Ich saß in der Kabine und habe geweint." Maximilian Thiel erinnert sich mit einem Schaudern an den Tag zurück, an dem seine Leidenszeit begann. Im Sommer 2019 reißt er sich bei einem Testspiel das rechte vordere Kreuzband. Es folgt eine monatelange Reha, die er zu einem großen Teil in München verbringt.

Ein harter Weg zurück sei das gewesen, sagt er heute, aber je näher das Comeback rückte, desto mehr geriet der Schock aus dem Sommer in Vergessenheit. Doch der erste Corona-Lockdown im März verschiebt seine Rückkehr auf den Rasen erneut. Als er mit der Mannschaft auf den Re-Start hintrainiert, zwickt das Knie wieder. Untersuchungen ergeben: Der Meniskus macht Probleme. Er muss erneut unter das Messer, wieder wochenlange Pause. Während sein Verein gerade in der Relegation gegen Werder Bremen um den Aufstieg in die Bundesliga kämpft (und knapp scheitert), schuftet Thiel weiter für die langersehnte Rückkehr auf den Rasen.

Im Oktober kommt er dann erstmals wieder zu zwei Kurzeinsätzen. Für mehr reichte es bisher nicht – bis zum Sandhausen-Debakel. "Ich habe schon gemerkt, dass ich gerade im muskulären Bereich noch Defizite habe, deswegen musste ich mich lange wieder reinkämpfen."

Heidenheim und Burghausen: "Kann man schon sehr gut vergleichen"

Ein ruhiges Umfeld wie in Heidenheim habe ihm auf dem Weg zurück sehr geholfen, sagt Thiel: "Sie haben gesagt: Nimm dir die Zeit, die du brauchst und gehe deinen Weg. Das tut gut." Ein bisschen erinnere ihn der 1. FC Heidenheim an den Klub, bei dem er groß wurde, sagt Thiel – den SV Wacker Burghausen.

"Man kann die Gegebenheiten schon sehr gut vergleichen." Beide Städte seien beschaulich, das Umfeld etwas ruhiger als bei Union Berlin und dem 1. FC Köln, seinen anderen beiden Ex-Klubs. Der gravierende Unterschied zwischen dem SV Wacker und dem FCH: Heidenheim gehört seit Jahren zu den Top-Mannschaften in der 2. Bundesliga, Burghausen dümpelt im Mittelfeld der Regionalliga Bayern umher. Der Erfolg der Württemberger hänge auch mit der Kontinuität auf dem Trainerposten zusammen: Seit 2007 ist Frank Schmidt Chefcoach. "Er ist ein ganz großer Motivator" sagt Thiel. "Er ist sehr direkt und kritisch", was er nach dem Debakel in Sandhauen selbst zu spüren bekommen habe. "Aber ich finde das gut, da passiert nix hintenrum. Fachlich und menschlich ist er ein super Typ." Wenn es einer wissen muss, dann Thiel. Er kennt Schmidt schon lange.

"Wir haben ja damals mit Wacker in der 3. Liga schon gegen ihn und Heidenheim gespielt." Damals, im April 2011, macht Thiel eines seiner ersten Profi-Spiele gegen seinen heutigen Klub. Thiel ist 18, einer der Shooting-Stars in Burghausen und Wacker selbst noch ambitionierter Drittligist. Die großen Zeiten an der Salzach sind vorbei, was auch Thiel bedauert: "Wenn ich an meine Zeit als Balljunge in der 2. Liga zurückdenke, da haben wir gegen 1860 München gespielt, das Stadion war voll, sogar Zusatztribünen wurden aufgebaut. Das sind tolle Erinnerungen. Es wäre schön, wenn Burghausen in den nächsten Jahren sportlich wieder erfolgreicher wäre."

Thiel verfolgt den Amateurfußball in der Region intensiv

Doch erst einmal gehe es für den Verein darum, die Corona-Krise gut zu überstehen, sagt Thiel. Dazu hat auch er seinen Teil beigetragen. Im ersten Lockdown beteiligte er sich an einer Crowd-funding-Aktion des Klubs.

Überhaupt hat Thiel den Blick auf den Fußball in der Region nie verloren. Sein Bruder Leonhard kickt nach einem kurzen Gastspiel beim SV Schalding wieder beim TSV Kastl in der Landesliga. Einige seiner ehemaligen Mitspieler spielen bei Klubs in der Region. "Vor Corona habe ich jede Chance genutzt, mir Spiele anzuschauen." Bis auf die Tatsache, dass er ein paar Klassen höher spiele, unterscheide ihn ja auch nichts von seinen Ex-Teamkollegen aus der Jugend, die den großen Sprung nicht geschafft haben. "Jedes Spiel dauert 90 Minuten und sie fighten genauso. Das Wichtigste ist, dass der Spaß am Fußball nie verloren geht."

Maxi Thiel hat viele Freunde im regionalen Fußball (r.). Im November 2019 besuchte er seinen ehemaligen Mitschüler Mario Eller, als der noch in der Landesliga für den TSV Seebach kickte. −Foto: Müller

Maxi Thiel hat viele Freunde im regionalen Fußball (r.). Im November 2019 besuchte er seinen ehemaligen Mitschüler Mario Eller, als der noch in der Landesliga für den TSV Seebach kickte. −Foto: Müller

Maxi Thiel hat viele Freunde im regionalen Fußball (r.). Im November 2019 besuchte er seinen ehemaligen Mitschüler Mario Eller, als der noch in der Landesliga für den TSV Seebach kickte. −Foto: Müller


Den hat auch Thiel nicht verloren, trotz seiner langen Leidenszeit. "Ich bin sehr dankbar, dass es mir möglich ist, mit meinem Hobby Geld zu verdienen. Als ich damals bei Burghausen gespielt habe, war mein Ziel, irgendwann in der 2. Bundesliga zu spielen. Das habe ich geschafft." Diesen Traum würde er gerne noch ein paar Jahre weiterleben – ob in Heidenheim oder bei einem anderen Klub, ist noch unklar. Sein Vertrag an der Brenz läuft im Sommer aus. "Es noch zu früh, darüber zu sprechen. Gerade in Corona-Zeiten werden sich die Verhandlungen noch etwas nach hinten verschieben." An Thiel sollte es nicht scheitern. "Ich kann mir gut vorstellen, dass ich hier bleibe", sagt er. "Aber die nächsten Wochen werden da eine Entscheidung bringen. Da muss man jetzt einfach cool bleiben – und gesund." Bei Maximilian Thiel ist das vielmehr als eine Floskel.

Der Text erschien bereits in der Freitagsausgabe der Passauer Neuen Presse (Sportteil).












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Dokumenten Information
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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Bochum
29
54:33
57
2.
Greuther Fürth
28
53:34
51
3.
Hamburger SV
28
57:35
50
4.
Heidenheim
29
44:36
48
5.
Kiel
26
39:25
46
6.
Düsseldorf
28
42:37
46
7.
St. Pauli
29
48:44
44
8.
Karlsruhe
27
39:33
42
9.
Paderborn
29
38:34
39
10.
Aue
28
37:40
37
11.
Hannover
28
44:40
36
12.
Darmstadt
29
47:49
36
13.
Regensburg
28
29:36
34
14.
Nürnberg
28
36:42
33
15.
Braunschweig
29
27:46
30
16.
Osnabrück
29
25:48
26
17.
Sandhausen
27
29:47
25
18.
Würzburg
29
30:59
20





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