Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...





Club rettet sich in Minute 96 | 11.07.2020 | 20:11 Uhr

Irres Relegations-Drama: Nürnberg feiert, Ingolstadt fühlt sich verschaukelt

Lesenswert (20) Lesenswert 6 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken


  • Artikel 10 / 25
  • Pfeil
  • Pfeil




Völlige Eskalation: Nürnbergs Spieler feiern nach dem Last-Minute-Tor durch Fabian Schleusener. −Foto: dpa

Völlige Eskalation: Nürnbergs Spieler feiern nach dem Last-Minute-Tor durch Fabian Schleusener. −Foto: dpa

Völlige Eskalation: Nürnbergs Spieler feiern nach dem Last-Minute-Tor durch Fabian Schleusener. −Foto: dpa


Was für ein Relegations-Drama. Das Horrorszenario 3. Liga wird beinahe wahr für den Club. Nach dem 0:2 im Hinspiel hat der FC Ingolstadt bis zur 96. Minute das Fußball-Wunder vor Augen.

Nach dem rettenden Joker-Tor von Fabian Schleusener in der sechsten Minute der Nachspielzeit rasteten beim 1. FC Nürnberg alle aus. Interimscoach Michael Wiesinger raste jubelnd auf den Rasen, auch Sportvorstand Robert Palikuca war dabei. Mit dem Tor zum 1:3 (0:0) beim FC Ingolstadt wendete der Club im letzten Moment das Horrorszenario des Drittliga-Absturzes am Samstag ab. Nach dem 2:0-Hinspielsieg gab das erzwungene Auswärtstor den Ausschlag für die Franken. "Das war sehr verrückt. Ich bin auch schon lange dabei, aber das hat natürlich nochmal alles getoppt", meinte Wiesinger.

Fassungslos: Ingolstadts Spieler nach dem Schlusspfiff. −Foto: dpa

Fassungslos: Ingolstadts Spieler nach dem Schlusspfiff. −Foto: dpa

Fassungslos: Ingolstadts Spieler nach dem Schlusspfiff. −Foto: dpa


"Mein Puls ist bei 200. Ich bin unheimlich erleichtert. Ich dachte, ich überlebe das nicht", stammelte Nürnbergs Aufsichtsratschef Thomas Grethlein nach dem erlösenden Abpfiff. Die Club-Delegation konnte am Ende einer verkorksten Saison nach dem Bundesliga-Abstieg 2019 doch noch feiern.

Dem FC Ingolstadt fehlten nur Augenblicke zum Aufstieg. "Das ist natürlich brutal", meinte Trainer Tomas Oral und fügt an: "Ich habe eine Mannschaft gesehen, die etwas Unglaubliches geleistet hat, aber leider um den Lohn ihrer Arbeit gebracht wurde." Gemeint war damit die Entscheidung des Schiedsrichters, länger als die angezeigten fünf Minuten nachspielen zu lassen. Zudem sahen die Ingolstädter unmittelbar vor dem Tor ein Foulspiel. "Da geht es drunter und drüber in der letzten Minute. Fakt ist, dass wir eine Nachspielzeit hatten, die für mich unverständlich ist. Wenn Kontakt da ist, ist es ein Foul. Das ist natürlich brutal. Was soll ich dazu sagen", meinte ein völlig frustrierter Oral.

Nach dem Spiel gerieten die Profis heftig aneinander. −Foto: dpa

Nach dem Spiel gerieten die Profis heftig aneinander. −Foto: dpa

Nach dem Spiel gerieten die Profis heftig aneinander. −Foto: dpa


Bis zur 96. Minute stand sein FC Ingolstadt nach dem 0:2 im Relegations-Hinspiel vor einem Fußball-Wunder, führte im leeren heimischen Sportpark nach drei Freistößen von Marcel Gaus durch Toren von Kapitän Stefan Kutschke (52. Minute), Tobias Schröck (62.) und Robin Krauße (62.) mit 3:0. Dreimal agierte die "Club"-Abwehr viel zu passiv. Der vorsichtig beginnende Außenseiter hatte den Favoriten zuvor erfolgreich eingeschläfert – Orals Abwarte-Taktik ging bis zum K.o. in quasi letzter Sekunde einer ultralangen Corona-Saison auf.

Die Ingolstädter Hoffnung trug vor dem Anpfiff eines denkwürdigen Abends einen Namen: Stefan Kutschke. Der Mittelstürmer, der beim Hinspiel verletzt gefehlt hatte, meldete sich fit. "Stefan ist als Typ unersetzbar", betonte FCI-Coach Oral. Die Rückkehr des baumlangen Rammbocks im Sturm war aber kein Signal zum Ingolstädter Sturmlauf. Vielmehr belauerten sich beide Teams 45 Minuten lang.

Hinten zu Null – das hätte für den Club, der durch Mikael Ishak eine erste Kopfballchance hatte (9. Minute), genügt. Der FCI hatte seine einzige echte Torchance vor der Pause bei einem indirekten Freistoß, den Krauße aus 19 Metern knapp am Nürnberger Tor vorbeizirkelte (27.). Der Rest war Rasenschach – unspektakulär!

Das änderte sich nach der Pause. Jetzt entwickelte sich noch ein Relegationsdrama. Dreimal flankte Gaus Freistöße in den Strafraum, dreimal landete der Ball im Netz. Das Entsetzen im Club-Lager war groß. Interimscoach Michael Wiesinger versuchte es mit Wechseln - brachte unter anderem Angreifer Schleusener. Einen Kopfball von Joker Nikola Dovedan klärte FCI-Verteidiger Nico Antonitsch kurz vor der Torlinie (80.). Und dann kam der 28-jährige Schleusener. Eine hohen Ball von Patrick Erras verlängerte der Joker irgendwie ins Tor.

"Für uns, für den ganzen Verein war das ein überragendes Tor, weil wir in der 2. Liga bleiben. Für uns ist das elementar wichtig. Für Fabian Schleusener freut es mich, dass er sich belohnt hat. Wenn man das Hinspiel sieht, hätten wir die Dinge besser gestalten sollen. Es ist ein Kampfsieg, den nehmen wir so mit", meinte Wiesinger. "Wir müssen uns für nichts entschuldigen. Wir sind in der 2. Liga und das zählt. Ich wusste, der Tag x wird kommen, der war jetzt. Ich wusste, da werden wir im Bus nach Nürnberg sitzen und in der 2. Liga sein. Dass es so kommt, ist brutal. Es war ein Gefühlsbad. Wir haben Ingolstadt zurück ins Leben geholt. Das war schon ein Spiel mit dem Feuer, das muss man sagen. Das muss man jetzt analysieren."

Der Interimscoach selbst bekräftigt erneu, dass er bei den Franken künftig wieder als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums fungieren will. Eine Abkehr von diesem Plan verneinte der 47-Jährige kurz nach Schlusspfiff. "Der Auftrag war, mit dem 1. FC Nürnberg in der 2. Liga zu bleiben. Der Auftrag ist erfüllt, wenn auch am Ende glücklich", sagte Wiesinger in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Er gehe davon aus, ab Sonntag wieder Leiter des NLZ beim Club zu sein. Wiesinger hatte gemeinsam mit Vereins-Legende Marek Mintal nach der Trennung von Coach Jens Keller für die Relegation die Führung der Profis übernommen. − red/dpa












Sicherheitscode:




Dokumenten Information
Copyright © heimatsport.de 2020
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am






Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
DSC Arminia Bielefeld
33
62:30
65
2.
VfB Stuttgart
33
61:38
58
3.
1. FC Heidenheim
33
45:33
55
4.
Hamburger SV
33
61:41
54
5.
SV Darmstadt 98
33
45:42
49
6.
VfL Bochum
33
53:49
46
7.
Hannover 96
33
52:49
45
8.
SpVgg Greuther Fürth
33
45:43
44
9.
FC Erzgebirge Aue
33
44:47
44
10.
SSV Jahn Regensburg
33
49:54
43
11.
Holstein Kiel
33
52:55
42
12.
SV Sandhausen
33
38:44
40
13.
VfL Osnabrück
33
44:46
39
14.
FC St. Pauli
33
38:45
39
15.
1.FC Nürnberg
33
44:57
36
16.
Karlsruher SC
33
43:55
34
17.
SV Wehen Wiesbaden
33
40:62
31
18.
SG Dynamo Dresden
33
30:56
31





Leere Stadien auch zum Saisonstart? Dieses Szenario wird immer wahrscheinlicher, nachdem die Zweifel an der Fan-Rückkehr wachsen. −Foto: Hoppe, dpa

Die Fußball-Bundesliga hat bei ihren Bemühungen für eine Rückkehr der Fußball-Fans in die Stadien...



Kreisspielleiter Wolfgang Heyne hat am Montagvormittag die Einteilung der Vorrundengruppen für den...



"Paar Angebote aus dem Herrenbereich ausgeschlagen" hat Helmut Lemberger, der nun Trainer der U11 in Osterhofen ist. −Foto: Franz Nagl

Helmut Lemberger (50) hat eine neue Aufgabe als Trainer übernommen. Wer jetzt denkt...



Der Eishockey-Oberligist Deggendorfer SC kommt seinem Ziel, demnächst das Eistraining zur...



Hier spielt er noch gegen Tottenham und Dele Alli (r.) - in der kommenden Saison könnte Pierre-Emil Höjbjerg für die Spurs auflaufen. −Foto: dpa

Der ehemalige Fußball-Bundesligaspieler Pierre-Emile Höjbjerg steht unmittelbar vor einem Wechsel...





Das Coronavirus legt den bayerischen Amateurfußball weiterhin nahezu lahm: Nur Training ist erlaubt. −Symbolfoto: Imago Images

Die Ampel steht weiter auf Orange: Fußball-Freundschaftsspiele auf bayerischem Boden bleiben...



Duelle mit dem Gegner wird es auf dem Platz des SC Herzogsreut (grüne Trikots) in diesem Jahr nicht geben. −Archivfoto: Duschl

Ein kleiner Verein aus dem Landkreis Freyung-Grafenau wird sich dem Vorstandsbeschluss des...



Testspiele in Bayern sind ab sofort möglich, sofern beide Mannschaften aus Bayern stammen. −Foto: Lakota

Das dürfte für großen Jubel bei den bayerischen Amateurfußballern sorgen: Wie die Passauer Neue...



Präsident Dr. Rainer Koch. −Foto: BFV

Rainer Koch ist ungehalten. Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands verlangt von der...



Ohne Zuschauer: Vorerst dürfen Zuschauer die Sportanlage bei Testspielen nicht betreten. −Symbolfoto: Imago Images

So viel Aufwand für Testspiele hat es im bayerischen Amateurfußball noch nie gegeben...







Facebook


 Facebook Like-Box aktivieren 

(dies stellt eine direkte Verbindung Ihres Browsers zu Facebook her)









realisiert von Evolver