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Unruhe beim Kreisklassisten | 19.04.2021 | 12:08 Uhr

Erkenntnis nach 57 Jahren: Rudertings Fußballplätze sind Schwarzbauten

von Sabine Kain

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Die Rudertinger Fußballplätze gibt es seit 1964. Jetzt fiel auf, dass sie nie genehmigt worden sind. −Foto: Sabine Kain

Die Rudertinger Fußballplätze gibt es seit 1964. Jetzt fiel auf, dass sie nie genehmigt worden sind. −Foto: Sabine Kain

Die Rudertinger Fußballplätze gibt es seit 1964. Jetzt fiel auf, dass sie nie genehmigt worden sind. −Foto: Sabine Kain


Für den FC Ruderting könnte ein Wunsch wahr werden: eine LED-Flutlichtanlage für seine beiden Rasenplätze. Ein Förderprogramm macht sie finanzierbar. Die Gemeinde hilft gern. Der Zuschussantrag wird gestellt, der Pachtvertrag für die Plätze modifiziert, ein Planer beauftragt und der Bauantrag gebilligt. Die Sache läuft. Dann sagt das Landratsamt Nein. Eine Genehmigung für den Bau der Flutlichtanlage sei nicht möglich. Der Grund: Die Fußballplätze selbst wurden nie genehmigt. "Das sind Schwarzbauten", sagte Bürgermeister Rudolf Müller am Donnerstagabend im Gemeinderat. "Seit 57 Jahren."

1964 wurden die Plätze angelegt. Das einzige Dokument über ihren Bau ist die Vereinschronik des FC. Warum die Anlagen nicht genehmigt wurden, konnte der Bürgermeister nicht erklären. Die Plätze sind älter als er. Doch eine Verjährungsfrist gibt es nicht, wie Müller erklärte. Und die fehlende Genehmigung stellte den Gemeinderat nun vor eine knifflige Entscheidung: Das Landratsamt besteht darauf, dass die Gemeinde einen Bebauungsplan für die Sportanlagen aufstellt. So ließe sich das Dilemma rechtssicher klären. Das Problem: Die Fußballplätze von 1964 müssten ein Verfahren mit den Rechtsgrundlagen von 2021 bestehen. Und das bereitet den Rudertingern Sorgen.

Die vielleicht kleinste Sorge sind die Verfahrenskosten für die Gemeinde, der die Sportanlagen gehören. Müller rechnet mit einer "nicht unerheblichen Summe", unter anderem für ein Emissionsschutzgutachten und die Prüfung von Umweltbelangen. Alles in allem könnten es 40.000 Euro werden. Außerdem kann sich die Aufstellung des Bebauungsplans hinziehen: Gutachten sind zu beauftragen, Pläne auszulegen, Stellungnahmen einzuholen und abzuwägen. Alles für Fußballplätze, die es schon seit 57 Jahren gibt.

"Ich wundere mich schon ein bisschen", formulierte der Bürgermeister vorsichtig sein Unverständnis. Denn rund um die Fußballplätze wurden zig Bauten schon ohne Bebauungsplan genehmigt: die Vereinsheime, die Tribüne, die Stockschützenhalle und der Beachvolleyballplatz, den es noch nicht gibt. Der läge sogar außerhalb des im Flächennutzungsplan eingetragenen Sportareals. Trotzdem gab es auch dafür eine Einzelfallgenehmigung. Für die beiden Fußballplätze wäre dies die einfachste Lösung. Doch das Landratsamt lehnt ab. "Stattdessen machen wir ein Riesenfassl auf", klagte Müller vor kopfschüttelnden Gemeinderäten. "Jeder Fachstelle wird was einfallen", befürchtet er Ungemach. Und er war nicht der einzige.

Die gewünschte LED-Flutlichtanlage für den FC, deren Bauantrag den Stein erst ins Rollen gebracht hatte, hängt damit in der Schwebe. Ohne Bebauungsplan keine Baugenehmigung. Und die Zeit drängt, denn das Förderprogramm, auf das der Verein schielt, ist befristet. Das Landratsamt machte der Gemeinde einen Vorschlag, wie der Bürgermeister berichtete: "Wenn wir den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen und versichern, das Verfahren durchzuziehen, bekommt der FC die Genehmigung." Doch auf diesen Handel wollte sich das Gremium nicht einlassen. Albert Bonell (BfR) musste selbst schmunzeln, als er das schlimmste mögliche Szenario durchspielte: "Wenn die Lichtmasten genehmigt werden, der Bebauungsplan dann aber nicht, haben wir da einen Naturpark mit Flutlicht."

Das Landratsamt bestätigte auf PNP-Anfrage, "dass in dieser Sache schon länger ein intensiver Austausch zwischen Landratsamt und Gemeinde besteht". Aus rechtlicher Sicht, "auch im Hinblick auf die Angreifbarkeit der Entscheidung im Nachhinein durch Anlieger, Naturschützer etc.", lasse sich die Angelegenheit aber nicht per Einzelfallgenehmigung erledigen. "Ein Bebauungsplan ist die solideste Lösung mit der größten Rechtssicherheit für die Gemeinde und wurde daher von uns vorgeschlagen", schreibt das Amt. "Aber natürlich bleiben wir weiterhin im Gespräch, um gemeinsam eine Lösung zu finden."

Der Artikel ist bereits am Samstag, 17. April, erschienen. Den ganzen Bericht lesen Sie hier nach kostenloser Anmeldung bei PNP Plus.












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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Obernzell-Erlau
12
28:13
28
2.
Ruderting
13
27:13
25
3.
Straßkirchen
12
28:10
24
4.
Passau-West
12
29:17
23
5.
Oberdiendorf
12
33:18
23
6.
FC Schalding
12
28:24
20
7.
Eging
13
23:26
20
8.
SG Preming
13
23:22
17
9.
SG Preying/Tittling II
13
29:39
14
10.
SG Hochwinkl/Wildenranna
12
21:28
13
11.
Büchlberg
12
20:33
11
12.
Haselbach
13
23:35
9
13.
1.FC Passau II
13
19:35
9
14.
Kirchberg v.W.
12
20:38
7




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