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Urteil noch nicht rechtskräftig | 09.09.2021 | 11:04 Uhr

1.FC Poppenberg siegt über BFV: Paragraf 94 wird nicht nach Wortlaut ausgelegt

von Sebastian Lippert

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Frohe Kunde für den 1.FC Poppenberg: Das Kreissportgericht Niederbayern Ost entschied zugunsten des Vereins, der laut eigener Darstellung aus Rücksichtnahme nicht zu einem Reserve-Spiel angetreten war. Weniger als 48 Stunden vor Anstoß waren sechs Corona-Infektionen entdeckt worden. −Foto: Lippert

Frohe Kunde für den 1.FC Poppenberg: Das Kreissportgericht Niederbayern Ost entschied zugunsten des Vereins, der laut eigener Darstellung aus Rücksichtnahme nicht zu einem Reserve-Spiel angetreten war. Weniger als 48 Stunden vor Anstoß waren sechs Corona-Infektionen entdeckt worden. −Foto: Lippert

Frohe Kunde für den 1.FC Poppenberg: Das Kreissportgericht Niederbayern Ost entschied zugunsten des Vereins, der laut eigener Darstellung aus Rücksichtnahme nicht zu einem Reserve-Spiel angetreten war. Weniger als 48 Stunden vor Anstoß waren sechs Corona-Infektionen entdeckt worden. −Foto: Lippert


Am Dienstag stellte Manfred Jakob ein Dokument in die interne Chat-Gruppe des 1.FC Poppenberg. Auf den Beitrag des 1. Vorsitzenden hin schnellten bald virtuelle Daumen nach oben: Das Dokument war das zweiseitige, vorläufige Urteil des Kreissportgerichts – und damit die Nachricht vom Sieg über den Bayerischen Fußball-Verband vor dem Kreissportgericht Niederbayern Ost.

Wie von der Passauer Neuen Presse ausführlich berichtet, sollte die Partie der 2. Mannschaft vom 29. August gegen den SV Bernried II in der Kreisklasse Deggendorf-Reserve wegen "Nichtantritts" gegen Poppenberg gewertet werden. Der Verein hatte an jenem Tag – nach sechs PCR-bestätigten COVID-19-Infektionen innerhalb der "Zweiten" und weiteren ausstehenden Tests – keine Mannschaft stellen können; und so recht auch nicht wollen: Die Poppenberger wollten laut eigener Aussage weder die eigenen noch die gegnerischen Akteure einer Infektionsgefahr aussetzen. Es war zu dem Zeitpunkt schlicht nicht klar, wie viele Spieler tatsächlich infiziert waren. Heute weiß man: Es blieb bei sechs.

Die angeführte Rücksichtnahme auf die eigenen Spieler als auch die des Gegners wurde dem 1.FC vom Kreissportgericht erstens geglaubt und zweitens positiv ausgelegt. Das dreiköpfige Gremium um Peter Rixinger, Lienhart Huber und den Vorsitzenden Robert Mühlbauer führt in seinem vorläufigen Urteil vom 7. September (Berufung bis 14. September möglich) wie folgt an: "Der vorliegende Einzelfall ist dadurch geprägt, dass vom betroffenen Verein plausibel vorgetragen wurde, dass zur Vermeidung einer möglichen Weiterverbreitung – gerade auch unter Berücksichtigung einer Inkubationszeit – und zur Unterbrechung einer etwaigen Infektionskette man sich aus Gründen der Vorsicht gegen einen Antritt entschieden hat."

KSG: "Keine pauschale und streng formale Entscheidung möglich"

Das Kreissportgericht schlussfolgerte daraus, dass in dieser Sache "keine pauschale und streng formale Entscheidung möglich" sei. Es seien "jeweils die konkreten Umstände des Einzelfalls zu prüfen". Die Prüfung führte wiederum zum noch nicht rechtskräftigen Urteil pro Poppenberg. Was auch bedeutet, dass der umstrittene Paragraf 94 der Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbands nicht nach Wortlaut ausgelegt wurde. Berechnete man die theoretische Anzahl an einsatzfähigen Poppenbergern an jenem Tag, landete man bei einer Anzahl von 13 Spielern – und damit der Mindest-Anzahl. Rein auf dem Papier hätte der 1.FC also antreten müssen.

Dass der Verein aus dem Schöllnacher Ortsteil diese 13 Spieler gar nicht hatte – weil zwei verletzt, einer beruflich absent und einer im Urlaub waren –, darf bei der Auslegung von §94 nicht berücksichtigt werden. Die Spielordnung darf dabei durchaus als Daumenschraube verstanden werden: In der Vorsaison hatten manche Klubs das Schlupfloch der "Corona-Absage" genutzt, um unliebsame Spieltermine ohne Zustimmung des Gegners verschieben zu können. Diesen Missbrauch sollte der Paragraf unterbinden. Mit Blick auf den Einzelfall aus Poppenberg aber würde eine buchstabengetreue Auslegung die besonderen Umstände nicht würdigen. Das Kreissportgericht kommt daher zum Schluss: "Angesichts der plausiblen Darlegung einer durchaus möglichen Infektionskette und -gefahr ist eine Neuansetzung sachgerecht."

Spielleiter Alfons Lallinger, dem das Kreissportgericht betreffend diesen Fall "absolutes korrektes" Handeln attestierte, wird das Spiel also neu ansetzen. Die Kosten des Verfahrens trägt der Bayerische Fußball-Verband. In Poppenberg fühlen sie sich bestätigt: "Uns ging es nicht um Punkte oder Geld, sondern ums Prinzip. Jeder ist froh über das Urteil", sagt Manfred Jakob.

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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Winzer
17
52:11
44
2.
Deggenau
17
56:21
42
3.
Schwanenkirchen
16
51:22
33
4.
Natternberg
16
42:26
32
5.
Osterhofen II
17
31:21
31
6.
Bernried
16
45:22
30
7.
SG Edenstetten
16
43:26
28
8.
Lalling
17
39:31
27
9.
Moos
17
27:25
20
10.
Poppenberg
17
28:51
15
11.
Grafling
17
18:50
11
12.
SG Innernzell/Schöfweg II
17
18:41
9
13.
Zenting
17
25:48
8
14.
Plattlinger Kickers
17
12:92
2




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