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10.07.2018 | 08:00 Uhr

Nach 30 Saisonen und 2500 (!) Spielen: Schlusspfiff für Vollblut-Betreuer Fredi Kreiner

von Werner Schötz

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Mädchen für alles über drei Jahrzehnte beim FC-DJK Tiefenbach: Hier versorgt Fredi Kreiner eine blutende Platzwunde bei Verteidiger Sebastian Paulik. − Foto: Andreas Lakota

Mädchen für alles über drei Jahrzehnte beim FC-DJK Tiefenbach: Hier versorgt Fredi Kreiner eine blutende Platzwunde bei Verteidiger Sebastian Paulik. − Foto: Andreas Lakota

Mädchen für alles über drei Jahrzehnte beim FC-DJK Tiefenbach: Hier versorgt Fredi Kreiner eine blutende Platzwunde bei Verteidiger Sebastian Paulik. − Foto: Andreas Lakota


Es sind die Unersetzlichen, die so bescheiden auftreten – und so leise abtreten wie Alfred Kreiner. "Einen Artikel im Heimatsport? Naa geh’, des muaß doch ned sein", wiegelt der weitum einfach als Kreiner-Fredi bekannte Team-Betreuer des FC-DJK Tiefenbach bei der Anfrage der Heimatzeitung zu seinem Abschied vom Fußball-Ehrenamt erstmal ab. Doch, das muss schon sein – nach sage und schreibe 30 Saisonen und hochgerechnet an die 2500 Partien von erster und zweiter Mannschaft, in denen der 56-Jährige mit Medizinkoffer, Wassertragl und oft auch noch dem Linienrichter-Fahndl an der Seitenlinie stand.

Eigentlich, meint der Fredi, sei es doch Ehre genug, dass ihm seine "Buam" vor ein paar Tagen bei einer internen Feier ein schönes Abschiedspräsent überreicht haben – einen gravierten Weißbier-Stutzen mit allen Unterschriften, dazu einen schönen Gutschein. "Wir haben miteinander WM geschaut, und als Deutschland noch Schweden geschlagen hatte, waren wir noch alle frohen Mutes für die WM, des hat gut zur Stimmung an dem Abend gepasst."

Das deutsche WM-Aus nimmt er nach außen ähnlich gelassen wie den Abstieg der ersten FCT-Mannschaft aus der Bezirksliga. Der knapp verpasste Klassenerhalt habe im Übrigen bei der Entscheidung aufzuhören keine Rolle gespielt, vielmehr die eigene Gesundheitsvorsorge. Das Herz hat ihm im letzten Jahr schon die Gelbe Karte gezeigt – und nach einem Infarkt soll er jetzt besser zu viel Aufregung und Stress vermeiden – und Aufreger gibt’s in jedem Fußballspiel mehr als genug.

Gewohntes Bild auf den Sportplätzen: Alfred Kreiner mit Eiskoffer.

Gewohntes Bild auf den Sportplätzen: Alfred Kreiner mit Eiskoffer.

Gewohntes Bild auf den Sportplätzen: Alfred Kreiner mit Eiskoffer.


Bei Kreiner freilich überwiegen die positiven Erinnerungen. "So ist halt der Fußball. Natürlich sind die Aufstiege und das Feiern viel schöner, aber auch Abstiege gehören zum Leben." Und selbiges wird auch in der Kreisliga bzw. für die Reserve in der Kreisklasse weitergehen. Ohne den Fredi freilich wird das alles andere als einfach, wissen auch die Tiefenbacher Verantwortlichen.

"So einer wie der Fredi ist einfach unbezahlbar", lobt 2. Vorsitzender Horst Lux Kreiners Pflichtbewusstsein, seine absolute Verlässlichkeit und Gründlichkeit in der Vorbereitung. "Der Verein wird ihn dafür sicher noch extra ehren", so Lux. Bereits zum 25-jährigen Jubiläum hatte ihn die Vorstandschaft zum "Ehrenbetreuer" ernannt. Die Lösung für kommende Saison: "Wir haben vereinbart, Fredis Aufgaben vorerst auf mehrere Schultern zu verteilen, hoffen aber, dass wir noch einen zuverlässigen Nachfolger finden."

Das wird schwer genug – denn wer verschreibt sich heute noch so bedingungslos mit Haut und Haaren einer solch zeitaufwändigen Aufgabe? Der Fredi war ja seit 1988 – da kickte er selbst noch aushilfsweise in der "Zweiten" – nicht nur Betreuer an der Seitenlinie, sondern auch Medizinmann, Seelenmasseur, Kümmerer um Getränke, Obst und Snacks in der Kabine . Dazu war der Bankkaufmann jahrelang auch in die Leitung der Fußball-Abteilung eingebunden.

Hobbys außerhalb des Fußballs? "Mei, do bleibt kaum Zeit für was anderes, wenn man jeden Samstag und Sonntag stundenlang aufm Fußballplatz steht." Wie oft das genau in den letzten 30 Jahren der Fall war, weiß der Fredi selbst nicht genau. "I hob ned mitzählt." Wenn man aber zwei Mannschaften zu je 25 bis 30 Liga-Spielen über drei Jahrzehnte hochrechnet, dazu noch Pokal- und Freundschaftsspiele sowie diverse AH-Punkterunden addiert, dann wird nicht viel auf 2500 von ihm betreute Partien fehlen. Seine "Buam" vermissen ihn jetzt schon.












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