Abstiegsplatz nach 3:7-Pleite

Traditionsclub in Abstiegsnot: Darum ist der SC Zwiesel in der Ergebniskrise

20.09.2022 | Stand 21.09.2022, 13:10 Uhr

Viel Redebedarf: Seit seinem Amtsantritt Ende August wartet Zwiesels Neu-Trainer Andreas Wagner (l.) noch auf seinen ersten Punktgewinn.

Von Felix Drexler

Der SC Zwiesel in der Kreisklasse? Ein solches Szenario will man sich beim Traditionsverein und früheren Viertligisten aus der stolzen Glasstadt gar nicht ausmalen – und war ohnehin lange Zeit undenkbar. Doch nach dem verkorksten Saisonstart in die Kreisliga Straubing und einem Trainerwechsel, der bislang (noch) nicht fruchtet, ist der Sportclub angekommen im Tabellenkeller. Mit lediglich sieben Punkten aus den ersten acht Partien sind Niedermeier, Mihalev und Co. inzwischen auf Rang zwölf abgerutscht. Und spätestens jetzt läuten die Alarmglocken in Zwiesel. Klar ist: In seiner 103 Jahre andauernden Geschichte muss der Verein derzeit eine der schwierigsten Phasen durchstehen.

Neu-Trainer Andreas Wagner, der seit Ende August im Amt ist und auf Markus Dengler folgte, startete denkbar ungünstig in seine neue Aufgabe: mit dem Totopokal-Aus und einer 3:5-Pleite beim Kreisklassen-Aufsteiger SV Haibach. Auch in der Liga wartet der 50-Jährige seither noch auf seinen ersten Punktgewinn, drei Mal in Folge setzte es klare Niederlagen. Wie groß die Probleme bei den Zwieselern sind, macht besonders das jüngste Ergebnis deutlich: Gegen den bis dato Tabellenletzten Neuhausen/Offenberg kamen die Glasstädter vor heimischem Publikum mit 3:7 unter die Räder und ließen dabei vor allem Kampfgeist und Laufbereitschaft vermissen.

Dennoch: Dem neuen Übungsleiter stellt Philip Scheuenpflug (29), Sportchef beim SC, ein gutes Zeugnis aus. „Wir sind mit der Arbeit von Andy zufrieden. Auf diese kurze Zeit kann man keine Wunder erwarten. Es liegt jetzt an der Mannschaft, die Spieler müssen sich beweisen.“ Gerade die Defensive treibt den Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn. 29 Gegentore haben die Zwieseler kassiert – der mit Abstand schlechteste Wert der Liga. Woran das liegt, glaubt Scheuenpflug zu wissen. „Wir machen zu viele einfache Fehler, bekommen sinnlose Gegentore, obwohl wir zum Teil sogar die bessere Mannschaft auf dem Platz sind.“

Dass mit Markus Borgschulze (20) der Stammtorhüter seit Wochen verletzungsbedingt ausfällt, macht die Sache nicht leichter. Aushilfsweise springen die Routiniers Christian Kraus (36) und Daniel Fischer (34) in die Bresche. Weil sich aber Letzterer gegen Geiersthal (1:6) verletzte, musste mit Lukas Haase (20) ein Feldspieler eine Halbzeit lang das Tor hüten.

Trotz der frustrierenden Umstände hofft man in Zwiesel auf schnelle Besserung. „Wir dürfen den Kopf nicht zu verlieren. Die Führungsspieler müssen jetzt vorangehen, nur so können wir gemeinsam den Weg aus dieser Lage fnden“, ist Scheuenpflug überzeugt. Hoffnung gibt ihm auch der Blick auf den Spielplan. So stehen in den kommenden Wochen fast ausschließlich Duelle gegen Teams an, die ebenso im Abstiegskampf verwickelt sind. Den Neustart einleiten wollen die SC’ler am Sonntag (15 Uhr) beim neuen Schlusslicht in Motzing.