Kreisligist kämpft um den Klassenerhalt

Kein „Knipser“ und zu viele Verletzte: SV Geiersthal hadert mit der bisherigen Saison

30.11.2022 | Stand 01.12.2022, 10:36 Uhr

Zuletzt in Kirchberg versäumten es Simon Baumgärtner und seine Kollegen, die spielerische Überlegenheit in Zählbares umzumünzen. −Fotos: Thomas Gierl

Von Thomas Gierl

„Durchwachsen” ist zweifellos die richtige Einschätzung, für die Leistungen des Straubinger Kreisligisten SV Geiersthal in den bisherigen 16 Saisonspielen. Mit 19 Punkten rangiert die Pauli-Elf auf Platz neun in der Tabelle und hat Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen. „Wir wussten, dass uns eine schwierige Saison bevorsteht“, sagt Spartenleiter Thomas Ketzer in seiner Zwischenbilanz. „Leider hatten wir gravierende Verletzungen von Stammspielern zu verkraften und enorme Schwankungen in der Leistung. Letztlich fehlen einfach vier, fünf Punkte.“

Es wäre mehr drin gewesen, folgt man den Worten des Spartenleiters. Vor allem in den direkten Duellen gegen die hinteren Tabellennachbarn hat das Team schlecht gespielt: „Gegen Motzing (1:2) und in Degernbach (1:2) fehlten die geistige Frische und der absolute Siegeswille.“ In einer Liga, wo quasi die Hälfte aller Teams gegen den Abstieg spielt, schmerzen verschenkte Punkte doppelt. Zudem versäumten es Kilger, Weindl und Kameraden in Partien gegen Auerbach (2:3) oder in Kirchberg (0:0) ihre Überlegenheit in Zählbares umzumünzen. Insbesondere gegen vermeintlich schwächere Teams hat Geiersthal seit Jahren Schwierigkeiten, eine vernünftige Leistung auf den Rasen zu bringen. Ketzer: „Vielleicht fehlt manchmal auch die notwendige Motivation.“ Auch wenn der ehemalige Torhüter die schwierigen Rahmenbedingungen in seine Zwischenbilanz einfließen lässt, kommt er zum Schluss: „Insgesamt bin ich unzufrieden mit der Punktebilanz.“

Bereits in der Vorbereitung lief es nach den Worten von Spielercoach Matthias Pauli nicht rund. Ein sehr dünner Kader und immer wieder verletzte Stammspieler machten ihm das Leben schwer. „Die Spieler, die da waren, haben Außergewöhnliches geleistet“, bilanziert der 38-Jährige. Teilweise waren sie mehr beim Physiotherapeuten oder in der Arztpraxis als auf dem Fußballplatz. Improvisieren war angesagt.

Letztlich musste die Truppe immer an ihr Limit gehen, um Zählbares zu erreichen. „Das kostet viel Kraft und dann fehlte gerade in den vermeintlich leichteren Spielen die Frische.“ Gegen Top-Teams hingegen sei seine Elf immer hochmotiviert gewesen. Ein weiteres Manko: „Wir haben viele Großchancen liegen gelassen.“

In Geiersthal fehlt derzeit ein „Knipser“, der zweistellig „einnetzt“. Über vier Saisontore ist bisher kein Spieler hinausgekommen. Auch aus Standardsituationen kam kaum Ertrag. Matthias Pauli selber, eigentlich ja Stürmer, musste aufgrund der Personalsituation mehrmals in der Innenverteidigung aushelfen und trat nur zweimal als Torschütze in Erscheinung.

Trotz etlicher Baustellen hoffen die SV-Verantwortlichen auf eine erfolgreichere Frühjahrsrunde, um den Klassenerhalt zu erreichen. „Ab Anfang Februar werden wir uns intensiv auf die restlichen zehn Spiele vorbereiten und bereits im Winter einiges machen“, so der Plan des Trainers. Auch der ein oder andere Langzeitverletzte soll dann wieder zur Verfügung stehen. Ob es personelle Verstärkungen geben wird, ist noch unklar. Thomas Ketzer: „Auf alle Fälle werden wir kein Geld in die Hand nehmen - das steht fest.“

„Jeder Spieler kennt die Tabellensituation und wird im Frühjahr Vollgas geben“, verspricht Pauli. Der Saisonauftakt im März mit dem Heimspiel gegen den Tabellenführer SpVgg Niederalteich hat es gleich in sich. Motivationsprobleme sollte es gegen das Spitzenteam sicherlich nicht geben. Beste Voraussetzungen also für die Rot-Weißen, um gut in die Frühjahrsrunde zu starten.