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26.03.2020 | 06:00 Uhr

Englische Wochen, K.o.-System oder Abbruch? – Welche Möglichkeiten die Altöttinger Vereine der Kreisklasse 3 sehen

von Wolfgang Czernin

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Die Kapitäne Sascha Seehuber vom TV Altötting (links) und Marco Lebesmühlbacher (SG Kirchweidach/Halsbach) stehen auf diesem Archivbild bereit. Derzeit weiß jedoch niemand wann, wie und ob die Saison in den heimischen Fußball-Amateurklassen fortgesetzt werden kann. −Foto: Zucker

Die Kapitäne Sascha Seehuber vom TV Altötting (links) und Marco Lebesmühlbacher (SG Kirchweidach/Halsbach) stehen auf diesem Archivbild bereit. Derzeit weiß jedoch niemand wann, wie und ob die Saison in den heimischen Fußball-Amateurklassen fortgesetzt werden kann. −Foto: Zucker

Die Kapitäne Sascha Seehuber vom TV Altötting (links) und Marco Lebesmühlbacher (SG Kirchweidach/Halsbach) stehen auf diesem Archivbild bereit. Derzeit weiß jedoch niemand wann, wie und ob die Saison in den heimischen Fußball-Amateurklassen fortgesetzt werden kann. −Foto: Zucker


Der Ball ruht, aufgrund der Corona-Krise und der Ausrufung des Katastrophenfalls im Freistaat wurde der Spielbetrieb im Bereich des Bayerischen Fußball-Verbands vorläufig bis 19. April unterbrochen. Dass die Zwangspause verlängert wird, ist möglich – mittlerweile sogar wahrscheinlich. Keiner weiß, welche Entscheidung der Verband trifft, wenn die Saison gar nicht zu Ende gespielt werden kann. Heimatsport.de hat bei den Verantwortlichen der Vereine in der Altöttinger "Landkreisliga", der Kreisklasse3, nachgefragt: Wie kann die Saison zu Ende gebracht werden? Wie kann im Falle des Abbruchs eine faire Wertung erfolgen? Soll es eine Aufstiegssonderregelung geben? Welche Vorschläge die Funktionäre aus dem Landkreis haben, lesen Sie hier:

TV Altötting (Claus Uretschläger/sportlicher Leiter): Natürlich würde die Mannschaft gern spielen, doch die Umstände lassen des nun mal nicht zu. Wenn man den Spielbetrieb nochmal aufnehmen will, müsste das schon sehr bald nach Ostern geschehen und wäre mit vielen Englischen Wochen verbunden. Wir als Tabellensechster können das natürlich gelassen abwarten, wir haben keine Ambitionen nach oben und sehen auch keine Gefahr nach unten. Die aktuelle Tabelle als Endstand zu werten, ist auch keine Lösung, weil nicht alle Vereine die gleiche Spieleanzahl bestritten haben. Reizvoll wäre vielleicht auch, für die Klubs mit Blickrichtung nach oben, zum Beispiel für die ersten Vier, eine Art Aufstiegsrunde mit K.o.-System einzuführen.

FC Perach (Reinhard Antholzner/Abteilungsleiter): Sollte es tatsächlich möglich sein, dass man nochmal spielt, müsste man die Saison bis Ende Juli durchziehen und dann nach einer kurzen Sommerpause wie geplant mit der Spielzeit 2020/21 beginnen. Aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage aber ist das kaum denkbar. Aus sportlicher Sicht wird es sicherlich nicht die eine Königslösung geben, die alle zufrieden stimmt. Es ist klar, dass die, die oben stehen, die Situation anders beurteilen als die, die um den Klassenerhalt zittern. Das aktuelle Tabellenbild als Endstand zu werten, ist auch keine faire Lösung. Man braucht nur uns anzuschauen: Wir sind Zweiter, haben aber zwei Spiele weniger bestritten als der punktgleiche Tabellenführer.

TSV Neuötting (Herbert Höfler/ Abteilungsleiter): Ich gehe fest davon aus, dass die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann. Man muss auch bedenken, dass – falls es weiter ginge – man eine gewisse Vorlaufzeit braucht, um wieder einen vernünftigen Trainingsstand zu erlangen. Man sollte die Saison streichen, quasi so tun, als hätte sie nie stattgefunden und eine Regelung finden, wie man dennoch den Aufstieg regeln kann. Dass man die Vereine, die jetzt unten stehen, in die A-Klasse schickt, kann ich mir aber nicht vorstellen.

SV Unterneukirchen (Wolfgang Hirn/Abteilungsleiter): Sollten wir nach den Osterfeien wieder beginnen können, dann wäre ich für eine Verlängerung der Saison. Durch die Absage der EM haben wir ja Zeit nach hinten. Wir haben noch sieben Spiele, das sollte machbar sein. Kann man erst im Mai wieder beginnen, müsste man schon kreativer sein und vielleicht eine Art Turnierform oder Pokalmodus einführen. Man könnte daran denken, dass man auch mal zwei Spiele an einem Tag mit verkürzter Spielzeit absolviert. Zweimal 30 Minuten zum Beispiel. Sollte es wirklich zu einem Abbruch der Saison kommen, darf es jedenfalls keinen Absteiger geben.

DJK-SV Pleiskirchen (Josef Stumvoll/stellvertretender Abteilungsleiter): Ich gehe davon aus, dass wir die Saison nicht fertig spielen können. Man sollte die Runde komplett annullieren. Es gibt keinen Aufsteiger, keinen Absteiger und wenn es die Situation bis dahin zulässt, könnte man im August in gleicher Ligen-Zusammensetzung wieder beginnen. Im Moment ruht der Sportbetrieb ja bis 19. April. Nur wenn danach sofort gestartet werden könnte, wär es mit viel Aufwand möglich, die Saison noch zu beenden. Aber das ist unrealistisch. Selbst wenn in wenigen Wochen das gesellschaftliche Leben wieder hochgefahren werden könnte, wird das sicher nicht in einem Zug erledigt. Man muss davon ausgehen, dass dann schrittweise vorgegangen wird, nach Wichtigkeit gestaffelt. Da wird der Amateurfußball sicher weit hinten stehen und das ist auch richtig so.

TuS Garching (Drazen Cindric/ Abteilungsleiter): Am liebsten würde man die Saison natürlich zu Ende spielen, aber ich glaube, das ist nicht machbar. Ich bin der Meinung, dass man den Mannschaften mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit geben muss. Andernfalls, also untrainiert, riskiert man zu viele Verletzungen. Sollten die Sportanlagen tatsächlich nach dem 19. April wieder freigegeben werden, wäre man mit dem Ligastart dann schon im Mai und wenn man bedenkt wie viele Studenten in den Vereinen spielen, die dann nicht jeden Mittwoch da sein können, um englische Wochen zu spielen, sehe ich da schwarz. Man sollte die Saison abbrechen, auch wenn es für die Mannschaften, die jetzt oben stehen und mit der Kreisliga geliebäugelt haben, bitter wäre. Auch wir hätten uns noch viel erhofft, nachdem wir vor der Winterpause fünf Siege in Serie gefeiert haben.

SG Kirchweidach/Halsbach (Christian Lebesmühbacher/Abteilungsleiter): Die Gesundheit der Spieler hat jetzt erst mal Vorrang, deswegen kann ich mir nicht vorstellen, dass in den nächsten Wochen wieder Ligaspiele stattfinden werden. Alles hinten raus zu schieben, macht meiner Meinung nach auch keinen Sinn und kann auch nicht geplant werden, solange niemand weiß, wie sich die Lage weiter entwickelt. Eine Englische Woche nach der anderen ist im Amateurbereich ohnehin nicht zu machen. Dann käme noch die Relegation dazu, wie soll das gehen? Wir können froh sein, wenn wir im August in die neue Runde starten können.

SV Gendorf Burgkirchen (Paul Hutterer/Abteilungsleiter): Ich bin mir sicher, dass die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann. Es wird wohl zum Abbruch der Spielzeit kommen. Allerdings sollte man den Vereinen, die jetzt auf den Aufstiegsplätzen stehen, die Möglichkeit geben, aufzusteigen. Dann müsste man die Ligen nach oben hin eben entsprechend aufstocken. Einen Absteiger dürfte es nicht geben. Wir müssen froh sein, wenn wir im Herbst mit der neuen Saison beginnen können. Die Ausgangsbeschränkung wird nicht ewig zu halten sein und wenn alles wieder gelockert wird, steigt womöglich auch die Zahl der Erkrankten erneut an. Egal, welche Entscheidung getroffen wird, für uns im Amateurbereich ist das sportlich alles verkraftbar. Härter trifft es natürlich die Vereine weiter oben im Bezahlfußball.












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