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18.10.2019 | 17:04 Uhr

"Wir sind keine Herrgötter" − Fußballkreis nicht ganz glücklich mit Schiedsrichter-Pilotversuchen

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Unterstützung an der Linie: Unparteiische in Kreisliga-Spielen im Bezirk Inn/Salzach haben in dieser Saison zwei Assistenten zur Seite. Mujo Lozic (Mitte) leitete vor kurzem die Partie TSV Waging gegen SV Kay mit Hilfe von Dennis Tahiri (links) und Markus Perschl. Bisher war das erst ab der Bezirksliga aufwärts üblich. Kreisschiedsrichter-Obmann Josef Kurzmeier erhofft sich von diesem Pilotversuch, dass jüngere Schiedsrichter eher am Ball bleiben. Doch die Resonanz bei den Vereinen fällt nicht durchweg positiv aus. −Fotos: Zucker

Unterstützung an der Linie: Unparteiische in Kreisliga-Spielen im Bezirk Inn/Salzach haben in dieser Saison zwei Assistenten zur Seite. Mujo Lozic (Mitte) leitete vor kurzem die Partie TSV Waging gegen SV Kay mit Hilfe von Dennis Tahiri (links) und Markus Perschl. Bisher war das erst ab der Bezirksliga aufwärts üblich. Kreisschiedsrichter-Obmann Josef Kurzmeier erhofft sich von diesem Pilotversuch, dass jüngere Schiedsrichter eher am Ball bleiben. Doch die Resonanz bei den Vereinen fällt nicht durchweg positiv aus. −Fotos: Zucker

Unterstützung an der Linie: Unparteiische in Kreisliga-Spielen im Bezirk Inn/Salzach haben in dieser Saison zwei Assistenten zur Seite. Mujo Lozic (Mitte) leitete vor kurzem die Partie TSV Waging gegen SV Kay mit Hilfe von Dennis Tahiri (links) und Markus Perschl. Bisher war das erst ab der Bezirksliga aufwärts üblich. Kreisschiedsrichter-Obmann Josef Kurzmeier erhofft sich von diesem Pilotversuch, dass jüngere Schiedsrichter eher am Ball bleiben. Doch die Resonanz bei den Vereinen fällt nicht durchweg positiv aus. −Fotos: Zucker


Beschimpfungen stehen bei ihnen auf der Tagesordnung. Schmeichelhaft wird es, wenn ihnen nur ein "Hast du Tomaten auf den Augen?" um die Ohren fliegt. Viele sind aber das Ziel wesentlich ausgeprägterer und kräftigerer Schimpftiraden: Schiedsrichter. Vielleicht mag auch gerade das der Grund sein, warum der Nachwuchs an allen Ecken und Enden fehlt. Im Fußball-Kreis Inn/Salzach wird seit dieser Saison daher die C-Klasse nicht mehr besetzt. Zugleich läuft in dem Gebiet aber auch ein Pilotversuch: Assistenten schon in der Kreisliga. Nach 13 Spieltagen in der 8. Liga und elf Runden in der 12. Spielklasse ist es Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Nichts miteinander zu tun habe der Abzug der Spielleiter aus der C-Klasse mit dem Einsatz von Linienrichtern in der Kreisliga, einem Pilotversuch im Kreis Inn/Salzach, sagt der Kreisschiedsrichterobmann Josef Kurzmeier. "Wir haben einfach nicht mehr die Leute dafür, dass wir die C-Klasse besetzen", so der Ramerberger. Schon vor einiger Zeit habe er die Tatsache angemahnt, dass es einfach keine Unparteiischen mehr gebe. "Und ich kann nicht im Jugendbereich immer noch eine Klasse weniger besetzen." 40 Spiele waren es in der vergangenen Saison, vor allem im Jugend- und Frauenbereich, für die sich niemand fand.

Sie haben ihre Schiedsrichter-Zukunft noch vor sich: Lukas Windfellner (17/von links), Dominik Petzke (16) und Felix Braun (16). Das Trio leitete am 12. Spieltag Anfang Oktober das AÖ-Derby SG Tüßling/Teising gegen FC Töging II (3:0) und bekam für seine Leistung großes Lob.

Sie haben ihre Schiedsrichter-Zukunft noch vor sich: Lukas Windfellner (17/von links), Dominik Petzke (16) und Felix Braun (16). Das Trio leitete am 12. Spieltag Anfang Oktober das AÖ-Derby SG Tüßling/Teising gegen FC Töging II (3:0) und bekam für seine Leistung großes Lob.

Sie haben ihre Schiedsrichter-Zukunft noch vor sich: Lukas Windfellner (17/von links), Dominik Petzke (16) und Felix Braun (16). Das Trio leitete am 12. Spieltag Anfang Oktober das AÖ-Derby SG Tüßling/Teising gegen FC Töging II (3:0) und bekam für seine Leistung großes Lob.


Wenn nun vornehmlich jüngere Schiedsrichter in der Kreisliga bei einem erfahrenen Mann im Team sind, hätten diese einen Ansprechpartner, von dem sie zugleich lernen. "Natürlich kann nicht alles gleich klappen, aber das habe ich den Vereinen deutlich gesagt." Negatives sei ihm noch nicht zu Ohren gekommen, im Gegenteil: "Überwiegend sehr positiv" sei die Resonanz bisher gewesen.

Und mit der Zeit werde es immer besser, ist er überzeugt: "Mit der Schiedsrichterei ist es wie mit dem Fußballspielen: Das muss man lernen und trainieren. Wir sind keine Herrgötter, da gibt es nur wenige, die das glauben." Aber auch diese könnten sich nicht teilen, auch wenn es manchmal dringend notwendig wäre. Oft müssen nämlich die Schiedsrichter in anderen Gebieten aushelfen, weil Not am Mann ist.

Bis dahin wird auch weiter der Verband keine Spiele in der C-Klasse besetzen können. "Ich kann keinen 15-Jährigen, der selbst noch nicht in der A-Jugend ist, in die C-Klasse schicken." Doch auch ohne die Unparteiischen scheint es in der untersten Spielklasse zu laufen: Die Sportgerichtsfälle bewegen sich in etwa auf dem gleichen Niveau, erst ein Verein hat sich bei Kurzmeier beschwert.

Er hofft vor allem auf die ehemaligen Kicker, die jenseits der 30, die "sind Gold wert für uns. Wenn sie nicht mehr spielen, haben einige doch sicher Freude daran, ein Spiel zu leiten. Mit 30 ist die Karriere als Schiedsrichter noch lange nicht vorbei." Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich ja noch eine offizielle Schiri-Karriere daraus? Wenn diejenigen 15 Spiele pro Saison leiten und fünf Lehrabende besuchen, rentiert es sich auch für die Vereine. Die sehen sich dann nicht einer Strafe gegenüber, die sie zahlen müssten, wenn sie keinen Unparteiischen stellen. − ala

Das sagt die KreisligaChristoph Deißenböck (Trainer TSV Reischach): "Wir hatten bisher überhaupt keine Probleme mit den jungen Unparteiischen. Als Trainer muss man halt besser aufpassen, dass man seine Emotionen im Griff hat, denn es steht ja jetzt auch jemand an der Linie, der alles mitbekommt. Am Trainingsbetrieb hat das bei uns aber nichts geändert, wir üben jetzt nicht auf Abseits zu spielen. Das ist zu gefährlich und man bräuchte immer alle Leute im Training."

Daniel Winkelmaier (Trainer TSV Peterskirchen): "Es läuft mal so und mal so. Oft sind es junge Burschen, die manchmal ein bisschen überfordert wirken. Beim Abseits kommt es schon vor, dass es wirre Entscheidungen gibt; da fehlt es zum Teil schon weit. Aber man muss ihnen natürlich Zeit geben, Stück für Stück wird das dann besser. Kritisch sehe ich, dass sie kaum Entscheidungen selbst treffen, weil sie sich nicht trauen, den Schiedsrichter zu überstimmen."

Franz Holzlechner (Abteilungsleiter Fußball in der SG Tüßling/Teising): "Wir haben bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Das Projekt sollte man unbedingt fortführen, es funktioniert sehr gut. Allerdings ist es halt auch eine Kostensache. Pro Jahr kommen ungefähr 1000 Euro mehr auf die Vereine zu, da es jetzt ja zwei Unparteiische mehr gibt."

Manfred Oellerer (Abteilungsleiter BSC Surheim): "Das Projekt läuft bisher nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. In der Kreisliga geht es dann doch um ein bisschen was. Natürlich sind auch gute Leute dabei, es gibt aber auch das Gegenteil. Ich denke, es ist gescheiter, wenn man diese jungen Leute – oft sind sie ja nur 14, 15 Jahre alt – in der C-Klasse einsetzt und sie sich die Erfahrung da holen lässt, learning by doing eben. Und bei uns in der Kreisliga geht man dann einfach wieder zurück zur Regelung aus dem letzten Jahr, als wir einen Schiedsrichter und jeweils einen Linienrichter von jedem Verein hatten. Klar machen es die Linienrichter vom Verband einem Unparteiischen leichter, aber dann muss auch alles funktionieren."

Sebastian Leitmeier (Trainer TSV Altenmarkt): "Es hört sich gut an und wertet das Spiel auf, aber die Linienrichter treffen halt keine Entscheidungen und überstimmen ihren Chef nicht. Vor allem in brisanten Partien mag es daher mit jungen Leuten schwierig werden. Sie müssen eben erst einmal Erfahrung sammeln."

Das sagt die C-KlasseAndreas Stadler (Abteilungsleiter TSV Fridolfing): "Wir haben anfangs ein paar ehemalige Schiris ausgepackt, aber es wird immer schwieriger, weil nicht jeder will. Man macht es zunehmend ungern, dass man sie immer fragt. Wir haben da ein, zwei Kandidaten in der Hinterhand. Auf der anderen Seite: Die Notwendigkeit für Gespanne in der Kreisliga sehe ich nicht; ich tue da den Jungen keinen großen Gefallen. Da lasse ich sie besser in der C-Klasse pfeifen und nicht an der Linie stehen, da werden sie sonst nur von den Trainern bearbeitet."

Manuel Korhammer (Abteilungsleiter SV Hirten): "Wir hatten bisher noch überhaupt keine Probleme damit, einen Schiedsrichter zu organisieren, da wir das Glück haben, dass ein ausgeschiedener bei uns meist die Spiele übernimmt. Andere haben aber sicherlich Probleme, qualifiziertes Personal zu finden. Da pfeift halt dann einer, der gerade da ist. Parteilichkeit war bisher kein Problem. Das würde auch keinem was helfen, denn dann würde einer im Rückspiel gegen dich pfeifen. Deshalb gab es da von mir eine klare Anweisung und die befolgen unsere Leute. "

Thomas Mooser (Trainer BGL International Freilassing): "Für uns als neugegründeter Verein war es schwierig, gleich auch noch einen Schiedsrichter zu finden. Aber ich habe einen ganz guten Draht zu einigen Unparteiischen, die uns immer wieder helfen. Wenn diese an einem Wochenende nicht eingeteilt werden, dürfen wir sie einsetzen. Generell würde ich mir aber schon wünschen, dass die C-Klasse besetzt wird. Es lässt sich halt einfach nicht vermeiden, dass manchmal die Frage der Neutralität auftaucht. Glücklich bin ich nicht mit der Situation, aber wir müssen alle zusammen das Beste draus machen."

Florian Schörgnhofer (Sportlicher Leiter SV Kay): "Wir kämpfen damit, dass wir Leute motivieren. Um die zehn haben wir immer, die wir abfragen. Dazu gehören ehemalige Trainer oder Spieler, die selbst nicht mehr aktiv sind. Natürlich fallen da mal so Aussagen wie: ’Das ist ja ein Heimschiri‘, aber das ist bisher noch nie ausgeartet."

Andreas Mayerhofer (Abteilungsleiter SV Haiming): "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es relativ schwierig ist, jemanden zu finden. Dafür reagieren die Spieler aber nachsichtiger, weil sie wissen, dass der Spielleiter jemand ist, der das nicht gelernt hat. Man schimpft ja immer leicht über die Schiedsrichter, aber was sie leisten, sieht oft keiner. Es kommt sogar durchaus vor, dass mehr für den Gegner gepfiffen wird, weil man sich nichts nachsagen lassen will."












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