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50 Jahre Frauenfußball in Deutschland | 31.10.2020 | 06:00 Uhr

Silke Ramls Weg vom Bolzplatz am Großarmschlager Dorfanger zum DFB

von Werner Schötz

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Begeisterte Fußballerin: Silke Raml (rechts) war in ihrer aktiven Zeit Spielmacherin beim TSV Grafenau – heute ist sie erfolgreiche Funktionärin bei BFV und DFB. −Foto: privat

Begeisterte Fußballerin: Silke Raml (rechts) war in ihrer aktiven Zeit Spielmacherin beim TSV Grafenau – heute ist sie erfolgreiche Funktionärin bei BFV und DFB. −Foto: privat

Begeisterte Fußballerin: Silke Raml (rechts) war in ihrer aktiven Zeit Spielmacherin beim TSV Grafenau – heute ist sie erfolgreiche Funktionärin bei BFV und DFB. −Foto: privat


Der Frauenfußball feiert in Deutschland seinen 50. Geburtstag. Die Bayerwäldlerin Silke Raml (45) steht seit knapp 40 Jahren auf dem Platz. Heute ist sie Vizepräsidentin des BFV und Vorsitzende des Frauen- und Mädchenfußballausschusses des DFB.

Die Nummer 10, die Spielmacherin – nicht von ungefähr kommt das Faible für die Position der Regisseurin, der Ballverteilerin, der Taktgeberin auf dem Rasen bei Silke Raml. Schon als Sieben- oder Achtjährige war das so beim "Bolzen" auf dem Dorfanger im Bayerwald-Dörfchen Großarmschlag im Landkreis Freyung-Grafenau, erinnert sich die heute 45-jährige Fußball-Funktionärin an ihre ersten fußballerischen Schritte Anfang der 1980-er Jahre. "Da haben sich nach der Schule einfach alle Kinder am Dorfanger zum Spielen getroffen, die einen halt an Schaukel oder Sandkasten, die anderen – wie ich – zum Fußballspielen."

Knapp vier Jahrzehnte später steht Silke Raml wie keine andere Frau in der Region stellvertretend für den Aufschwung des Damen-Fußballs auch in Niederbayern. Sie hat es als Fußballerin bis in die Bayernliga geschafft, als Funktionärin sogar bis in höchste Ämter beim Bayerischen Fußball-Verband als Vizepräsidentin sowie beim Deutschen Fußball-Bund als Vorsitzende des Frauen- und Mädchenfußball-Ausschusses.

Als die junge Bayerwäldlerin 1991 beim TSV Grafenau erstmals offiziell in einer Frauenmannschaft zu trainieren und spielen begann, gab es eine Handvoll Damen-Teams in der Region, 1994 waren es in Niederbayern schon 52 – heute stehen immerhin 134 Mannschaften im Spielbetrieb der Frauen und Juniorinnen.

"Vor allem die Heim-WM, das Sommermärchen 2006, hat auch dem Frauenfußball hierzulande eine rasante Aufwärtsentwicklung beschert, dazu kam dann auch noch die Heim-WM der Frauen 2011", rekapituliert Silke Raml den Hype, der nach den Heimturnieren einsetzte – damals gab’s Rekord-TV-Quoten von bis zu 19 Millionen Zuschauern. Ihr Übriges zu der positiven Entwicklung taten zwei WM-Titel (2003/2007) und sage und schreibe acht EM-Erfolge – wobei der letzte schon von 2013 datiert. Und seither stagniert die Entwicklung eher. "Die Erfolge der Frauen-Nationalmannschaft sind leider abgeebbt und das nächste große Heim-Turnier, die EM 2024 der Männer, ist noch zu weit weg." Dazu kommt, dass auch der Frauenfußball mit einer stark gewachsenen Konkurrenz anderer Sportarten leben muss.

"Wir dürfen die Realitäten nicht ausblenden, wir können sie aber ändern", sagt Raml. "Überall in unserem Land gibt es diese Geschichten, allerdings immer noch zu wenige. Wir brauchen mehr Geschichtenschreiberinnen und Kümmerer. Wir müssen sie gezielt suchen, sie entdecken, sie stützen und animieren."

Zum Thema "50 Jahre Frauenfußball" finden Sie am Wochenende (31. Oktober/1. November) in unseren Heimatsport-Ausgaben eine Geschichte über die Vereine, die den Damenfußball in der Region geprägt haben und immer noch prägen.












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