Verrücktes Regionalliga-Finale
„Macht es noch grausamer“: Unglaublich − Schalding steigt nach Klatsche direkt ab

18.05.2024 | Stand 19.05.2024, 18:45 Uhr

Fassungslosigkeit nach Schlusspfiff in Nürnberg: Schalding rutschte am letzten Spieltag tatsächlich noch auf einen Abstiegsplatz. − Foto: Screenshot BFV

Irres Abstiegsdrama in der Fußball-Regionalliga Bayern − und ein brutaler Schock für den SV Schalding aus Passau.



Die Niederbayern steigen nach einer 0:4-Klatsche beim 1.FC Nürnberg II tatsächlich direkt ab, weil Bamberg den FC Bayern II durch ein spätes Tor mit 2:1 besiegt und Buchbach durch einen 5:2-Triumph gegen Aubstadt in Sachen Torverhältnis noch vorbeizieht. Bamberg und Buchbach gehen damit in die Relegation, die Mannschaft von Trainer Stefan Köck muss nur ein Jahr nach dem Wiederaufstieg gleich wieder zurück in die Bayernliga.

„Wir haben zwar alle gewusst, dass dies bei der Tabellenkonstellation passieren kann. Aber die Enttäuschung ist jetzt natürlich riesig“, sagte hinterher Teammanager Jürgen Fuchs. Bei der stark aufspielenden und nie nachlassenden Nürnberger Profireserve sei man chancenlos gewesen, „wir hätten auch fünf oder sechs Gegentore kassieren können“, gesteht Fuchs. Natürlich sei man über die Spielstände der Konkurrenz informiert gewesen, dass es trotz der drohenden klaren SVS-Niederlage lange ganz gut aussah für die Relegation und es am Ende dann doch nicht reichte, „macht das ganz natürlich noch grausamer“, sagt Fuchs.

Die Schaldinger hatten vor dem Schluss-Spieltag die klar beste Ausgangslage im Kampf um die beiden Relegationsplätze. Doch was sich schon in den letzten Wochen angedeutet hat, bestätigte sich auch in Nürnberg: Den Schaldinger ist jeder Punch und jeder Mut abhanden gekommen, beim kleinen Club zeigten die Gäste einen enttäuschenden Auftritt. Schon nach sechs Minuten kassierten die Niederbayern das erste Gegentor, das die ohnehin verunsicherte Mannschaft noch mehr durchschüttelte. Spätestens nach dem 0:3 kurz nach der Pause war dann klar: Es wird ganz, ganz eng für den SVS.

Zwischenzeitlich schien Schalding dennoch in die Relegation zu gehen, da Buchbach daheim gegen Aubstadt nur 3:2 führte und Bamberg gegen den FC Bayern spät den 1:1-Ausgleich schlucken musste. Doch in der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Erst traf Buchbach zum 4:2, dann ging Bamberg wieder in Front. Nun lagen Schalding und Buchbach nach Punkten und Toren gleichauf, der SVS hatte aufgrund der mehr erzielten Treffer in der Tabelle aber noch die Nase vorne.

Doch drei Minute vor dem Ende schockte Filip Ilic die Niederbayern mit dem 0:4, wenig später machte Buchbach auch noch das 5:2 – damit war der Schaldinger Abstieg besiegelt. Sechs Pleiten in Serie und nur magere vier Törchen aus den letzten sieben Spielen waren einfach zu viel, die Konkurrenz nutzte das schwache Saisonfinale der Grün-Weißen aus und zog vorbei.

Doppelt bitter: In der Relegation wären die Chancen auf den Ligaerhalt groß gewesen, drei Teams kämpfen um zwei Plätze, bei einem Aufstieg von Meister Würzburg in die 3. Liga werden sogar alle drei Relegations-Teilnehmer in der Liga geblieben. Für Schalding sind dagegen alle Hoffnungen dahin – Teammanager Fuchs rechnet auch nicht damit, dass Türkgücü München am Ende noch das Aus droht. „Ich denke, das ist durch, wir werden nächste Saison in der Bayernliga spielen. Wir müssen das alles jetzt erst einmal verdauen, es ist wie gesagt unglaublich bitter und enttäuschend. Aber wir müssen und werden wieder aufstehen.“

Endstände

Nürnberg II – Schalding 4:0

Buchbach – Aubstadt 5:2

Bamberg – FC Bayern II 2:1

Tabelle

15. Bamberg / 31 Punkte / – 36 Tore

16. Buchbach / 30 Punkt / – 24 Tore

17. Schalding / 30 Punkte / – 26 Tore

18. Memmingen / 29 Punkte / – 38 Tore