1:1 in Aschaffenburg
Last-Minute-Rettung durch Bosnjak: Wacker mit „gutem Gefühl“ in die Winterpause

26.11.2023 | Stand 26.11.2023, 11:21 Uhr

Der Mann für die wichtigen Tore: Andrija Bosnjak. Beim Regionalliga-Jahresfinale in Aschaffenburg trifft der kroatische Wacker-Goalgetter in der Schlussminute zum 1:1. − Foto: mb-Presse

Die letzten Wochen vor der Winterpause sind meist besonders fordernd: Die nasskalte Witterung, den Herbst mit vielen Spielen in den Knochen, doch der SV Wacker Burghausen hat diese Phase sehr gut gemeistert und mit dem 1:1 am Samstag in Aschaffenburg noch mal einen wichtigen Punkt geholt, der berechtigte Hoffnungen zulässt, dass die Mannschaft von Trainer Robert Berg im Frühjahr nichts mehr unmittelbar mit dem Abstiegskampf in der Fußball-Regionalliga Bayern zu tun hat.

Lange Zeit sah es im Stadion am Schönbusch nicht nach einem versöhnlichen Jahresausklang für die Salzachstädter aus, denn die Mannschaft von Trainer Simon Goldhammer verteidigte den Führungstreffer von Jan-Philipp Stein, der in der 35. Minute nach einem Standard erfolgreich war, bis tief in die Nachspielzeit. Doch nach einem abgefälschten Schuss gab’s in der 96. Minute noch mal eine Ecke für die Gäste, getreten von Dennis Schmutz und von Andrija Bosnjak mit seinem neunten Saisontreffer per Kopf zum 1:1 vollendet. „Wir haben nie aufgegeben, die Moral war wieder wirklich gut. Bis zum Schluss haben wir immer an uns geglaubt. Und zwar mit voller Überzeugung“, freut sich Berg, der auf dem immer seifigeren Boden schon einer schier unmöglichen Aufgabe ins Auge gesehen hatte: „Wir waren die erste Halbzeit wirklich nicht gut. Und wenn man dann bei diesen Verhältnissen einem Rückstand hinterherläuft, wird es nicht einfach. Aschaffenburg hat nach vorne nicht die überragenden Lösungen, aber hinten steht die Mannschaft gut, ist griffig und hat gute Kopfballspieler.“
Dass Bosnjak den entscheidenden Treffer noch markieren konnte, freut den Coach aus Peterskirchen, der ja selbst früher ein exzellenter Stürmer war, besonders: „Andrija haut sich in jeden Ball rein, scheut keinen Zweikampf und hat jetzt in den letzten Wochen auch die Tore gemacht, die er sich verdient hat.“ Lob gab es vom Coach auch für die Einwechselspieler: „Unser Neuzugang Alexis Fambo hat es ebenso wie Schmutzi ab der Halbzeit richtig gut gemacht. Aber auch Luca Schmitzberger und Kenny Sigl haben die Erwartungen voll erfüllt. Dieses Mal haben wir von der Bank wirklich Betrieb gemacht.“
Nach der schwachen ersten Halbzeit stellte Berg mit Wiederbeginn auf eine Viererkette um, die ganz großen Chancen blieben zwar aus, aber bis auf eine dicke Möglichkeit von Daniel Cheron, die Markus Schöller mit einer Glanztat entschärfen konnte, ließ die Wacker-Defensive dann auch nicht mehr viel zu.
„Wir haben jetzt elf Punkte Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze, das hat vor ein paar Wochen noch ganz anders ausgesehen. Mit den acht Punkten aus den letzten Spielen haben wir uns ein kleines Polster geholt, auch wenn es zu den Relegationsrängen noch etwas dünn ist, können wir mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen. Wir müssen im Frühjahr dann so weitermachen wie in der zweiten Herbsthälfte“, sagt Berg nach einem anstrengenden Arbeitstag, der bereits um 6 Uhr morgen mit der Busfahrt nach Aschaffenburg begonnen hat: „Gerne hätten wir drei Punkte mitgenommen, wenn man so weit fährt. Das ist schon ein echter Nachteil. Aber nach dem Spielverlauf können wir mit dem 1:1 schon zufrieden sein und selbstbewusst nach vorne schauen.“

− M.B.