Verrückte Situation im Saisonfinale
„Kann so viel ohne unser Zutun passieren“: Schalding zwischen Relegation, Abstieg und Rettung

17.05.2024 | Stand 17.05.2024, 16:07 Uhr |

Der Routinier kehrt zurück: Mit Chris Brückl bestreitet der SV Schalding das letzte Liga-Spiel beim 1. FC Nürnberg II. − Foto: Lakota

So einen Final-Spieltag muss man sich erstmal geben. Der SV Schalding und die letzten 90 Minuten der Regionalliga-Spielzeit 2023/24: Von Relegation bis Abstieg bietet das Spiel am Samstag (14 Uhr) beim 1. FC Nürnberg II, abhängig vom Ergebnis, alle Perspektiven. Eine Rettung kann dagegen nur von außen kommen.

Als ob das nicht schon genug der Unsicherheiten wäre, wird’s mit dem erweiterten Blick auf die Gesamt-Gemengelage so richtig unübersichtlich: In Buchbach und Bamberg könnten Siege der Abstiegskonkurrenten die Schaldinger Position weiter schwächen. Und dann sind da ja auch noch die Augsburger Schwaben, die erst am Freitagnachmittag erklärten, dass sie ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen wollen. Damit ist wenigstens das Relegationsszenario klar: Daran nehmen heuer nur drei Teams (keines aus der Bayernliga Süd) teil und die spielen im Modus jeder gegen jeden um mindestens zwei freie Plätze. Sollten die Würburger Kickers den Aufstieg in die 3. Liga packen

Reichlich Unwägbarkeiten begleiten also die Schaldinger auf der Fahrt rauf nach Nürnberg. Kein Wunder, dass Teammanager Jürgen Fuchs von einer Hin- und Hergerissenheit spricht. „Klar wollen wir am liebsten die Dinge selber regeln, aber es kann halt so viel ohne unser Zutun passieren“, sagt Fuchs. Bleibt vorerst nur, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Fünf Spiele in Folge haben die Kicker vom Reuthinger Weg verloren, natürlich nagt das an der Grundverfassung. „Aber die Mannschaft hat am Montag und Dienstag im Training Vollgas gegeben, im Abschlusstraining war gute Stimmung“, sagt Fuchs hoffnungsvoll. Und die Rückkehr des zuletzt fehlenden Chris Brückl haben sie in Schalding ebenfalls mit Erleichterung aufgenommen. Fuchs verweist auf die Erfahrung des SVS-Routiniers. „Zeit wär’s jedenfalls für einen Dreier“, stellt er fest. Damit würden die Schaldinger immerhin den ersten Relegationsplatz verteidigen und ihre Situation stabilisieren gegenüber allem, was da noch kommen mag.

Dabei gehört natürlich auch zur Wahrheit, dass der 1. FC Nürnberg II als Tabellendritter nicht zu den Mannschaften zählt, die man sich als Idealgegner in einer Lage wie jener der Schaldinger vorstellt. Das Team um Toptorjäger Julian Kania (23 Saisontreffer) hat im März zum letzten Mal verloren und geht mit einer Serie von fünf Siegen und einem Unentschieden ins Saisonfinale gegen Schalding. „Denen wird’s nicht wurscht sein“, stellt Fuchs fest. Wie bisher schon nicht: Der letzte Schaldinger Regionalliga-Sieg gegen die Nürnberger datiert vom Juli 2017 (4:2). Seither setzte es in sieben Spielen fünf Niederlagen. Das einzige, was für die Schaldinger spricht, ist, dass alles gegen sie spricht. Aber vielleicht ist das am Ende ja auch wurscht.

− mjf