Eibl: „Wir können stolz sein“
DJK Vilzing: Jünger, Hoch und Kordick lösen beim letzten Spiel Wettschulden ein

22.05.2024 | Stand 22.05.2024, 15:52 Uhr
Thomas Mühlbauer

Erblondet: Andreas Jünger (am Ball), Tobias Hoch und Tobias Kordick färbten sich vor dem letzten Spiel die Haare. Foto: Mühlbauer

Der letzte Gegner der DJK Vilzing war der Beste – mit Abstand. Am 34. und letzten Spieltag ging es auf den Würzburger Dallenberg. Dort wartete der Meister der Fußball-Regionalliga, die Würzburger Kickers. Der Primus, der nun die Aufstiegsspiele zur dritten Liga gegen Hannover 96II bestreitet, zeigte von Beginn, dass er im Spielrythmus bleiben möchte.

Trainer Josef Eibl kannte dies nach der 0:4-Niederlage neidlos an: „Wir haben gegen die beste Mannschaft der Liga gespielt und die Kickers haben absolut verdient gewonnen, auch in dieser Höhe. Da kann man nur Glückwunsch an Würzburg sagen, das ist wirklich eine Topmannschaft.“

Allerdings wollte er nicht verhehlen, dass seine Truppe durchaus gut in die Partie gestartet war. „Ich denke, wir haben nicht so schlecht begonnen, wir hatten die erste Chance und damit die Möglichkeit in Führung zu gehen.“ Bis zur 20. Minute lieferte die DJK vor den mehr als 2000 Zuschauern eine sehr gutes Spiel ab. „Ich finde, wir hatten durchaus ein leichtes Übergewicht. Durch eine Kontersituation bekommen wir dann das 1:0. Die Tore zwei und drei kassieren wir dann ebenfalls einfach zu schnell, dann ist es einfach in Würzburg extrem schwer“. befand Eibl.

Hier geht es zur Bildergalerie: Würzburger Kickers – DJK Vilzing

So ging es mit einem 3:0 für die Kickers in die Pause und so mancher Würzburger Fan träumte wohl schon von einem Kantersieg. Doch Vilzing tat alles dafür, dass der letzte Eindruck der so hervorragenden Saison nicht ein Debakel am Dallenberg wird. Eibl nötigte diese Einstellung ebenfalls Respekt ab: „Die Jungs haben sich mit aller Macht dagegen gestemmt.“ Allerdings gehörte in mancher Situation auch das nötige Glück dazu, wie der DJK-Trainer einräumte.

Doch die wichtigste Aussage, die die DJK-Saison und das Spiel treffend beschreibt, tätigte Eibl zum Abschluss: „Ich denke, wir brauchen den Kopf keinesfalls unten haben, wir können einfach stolz sein auf diese Saison.“ Denn gegen eine individuelle Qualität, wie bei Saliou Sanes 4:0 ist die DJK-Abwehr einfach auch mal machtlos. Eibl, der schon viel gesehen hat in seiner Spieler- und Trainerlaufbahn, war angetan von diesem Treffer: „Wir haben Überzahl, aber er spielt uns einfach schwindelig. Das ist einfach Qualität.“

Beschwerde beim Schiedsrichter



Paul Grauschopf, der immer wieder eingriff, um die Verteidigung zu unterstützen, sagte: „Ich denke, wir haben es phasenweise ganz gut gemacht.“ Nach dem 2:0 beschwerte sich die Mannschaft vehement beim Schiedsrichter. Grauschopf brachte Licht ins Dunkel: „Ich weiß nicht, ob es was geändert hätte, aber der Schiedsrichter stellt die Mauer nicht neun Meter weg, sondern fast 13 bis 14 Meter.“ Dass es am Ende eine 0:4-Niederlage geworden ist, konnte Grauschopf verschmerzen: „Allein der Punkteunterschied zwischen uns und Würzburg und dann wiederum zum Dritten zeigt, dass diese Mannschaft für die Liga zu gut ist.“

Auch Grauschopf unterstrich, dass man als DJK-Mannschaft stolz auf die Spielzeit sein könne. Für ihn war es seine erste Spielzeit bei der DJK: „Ich hatte vor der Saison keine Erwartungen nach oben oder nach unten. Ich hatte aber schon das Gefühl, dass man mit dieser Mannschaft mehr erreichen kann, als nur um den Abstieg zu spielen. Dass das Pendel dann so nach oben ausschlägt, ist auf die ganze Saison gesehen, nicht einmal so überraschend.“

Tobias Kordick lief neben Andreas Jünger und Tobias Hoch mit einer ganz speziellen Haarfarbe auf: „Da ging es um eine kleine Wette vor der Saison, wie wir als Mannschaft abschneiden und wie wir persönlich abschneiden. Das haben wir alles deutlich übertroffen und deswegen haben wir uns vor dem letzten Spiel entschlossen, die Haare zu färben. Sein Saisonfazit lautet folgendermaßen: „Das hat uns vor der Saison keiner zugetraut, wir sind selber alle begeistert, deswegen nehmen wir das alle gerne mit.“

Die Atmosphäre bei den Kickers empfand Kordick durchaus als speziell, mit dem ganzen Drum herum: „Man merkt einfach, dass man hier unter Profibedingungen unterwegs ist.“ Ansonsten stimmte er seine Teamkameraden sowie den Fans der Schwarz-Gelben zu: Nach dieser Saison steht die DJK Vilzing zurecht auf Platz zwei.