Ex-Bundesliga-Profi beim Gegner
Vorfreude auf das Endspiel: TSV Jetzendorf kann mit Heimsieg gegen Kempten die Bayernliga-Relegation perfekt machen

16.05.2024 | Stand 16.05.2024, 18:00 Uhr

Setzt der TSV am Samstag erneut zu Freudensprüngen an? Die Jetzendorfer sind jedenfalls bereit für ihr Endspiel gegen Kempten, verspüren aber keinen Druck, wie Trainer Stefan Kellner meint. Foto: Cesarec

Die Fußballer des TSV Jetzendorf fiebern ihrem Endspiel um die Bayernliga-Relegation entgegen: Sollte das Team von Trainer Stefan Kellner an diesem Samstag (14 Uhr) ihr abschließendes Landesliga-Spiel gegen den FC Kempten gewinnen, würde es die Allgäuer überholen und die Saison auf Platz zwei abschließen.

„Die Vorfreude war in dieser Trainingswoche spürbar. Wir sind heiß auf die Partie“, sagt Kellner. Der Trend spricht dabei klar für seinen TSV: Während Jetzendorf die vergangenen fünf Spiele gewann, holte Kempten aus den letzten drei Partien nur einen Punkt. „Ich sehe unsere Chancen nicht schlecht“, sagt Kellner und verweist dabei nicht nur auf die oben genannte Bilanz. „Wir können befreit aufspielen und haben Klarheit, dass uns nur ein Sieg weiterhilft. Der Druck liegt bei Kempten. Kellner stellt in diesem Zusammenhang noch einmal klar, dass die Saison bereits jetzt ein riesen Erfolg für den TSV ist: „Wenn uns zur Winterpause jemand gesagt hätte, dass wir Dritter werden, hätten wir das sofort unterschrieben. Zudem freue ich mich, dass wir vor dem FSV stehen, auch wenn wir beide Spiele gegen sie verloren haben.“ Optimistisch für das Spiel am Samstag stimmt den Coach auch, dass die Jetzendorfer ihre Heimbilanz im Vergleich zur Hinrunde ordentlich aufpoliert haben.

Dass Kempten „eine sehr hohe Qualität“ hat, ist Kellner bewusst und deswegen erwartet er auch ein „50:50-Spiel“. Bereits in der Hinrunde trennten sich beide Mannschaften mit einem leistungsgerechten 1:1. „Sie haben eine junge Mannschaft mit quirligen Spielern in der Offensive, dazu mit Thilo Wilke und Thomas Rathgeber zwei erfahrene Spielertrainer.“ Der 32-jährige Unterfranke Wilke, der schon für Memmingen in der Regionalliga auflief und vor der Saison 2021/22 vom norwegischen Klub Alta IF nach Kempten kam, ist laut Kellner der Taktgeber im Mittelfeld beim Tabellenzweiten. Sein Co-Trainer Rathgeber – inzwischen 39 – kommt, wie Jetzendorfs Coach festgestellt hat, zwar oft nur von der Bank, kann dem Spiel der Kemptner aber trotzdem noch seinen Stempel aufdrücken. „Er ist sehr groß, kann Bälle gut festmachen und weitergeben – damit bringt er ein neues Element ins Kemptner Spiel“, sagt Kellner. Der Ex-Profi (Unterhaching, Offenbach, Saarbrücken, Bochum), der für den FCK in dieser Saison bislang sechsmal traf, bestritt für den VfL Bochum sogar ein Bundesliga-Spiel. Dazu kommen 18 Zweit- und 156-Drittligapartien. Grundsätzlich sei Kempten eine Mannschaft, die spielerische Lösung suche und den Gegner hoch anlaufe. „Dazu stehen sie in der Defensive gut, wie ihre erst 38 Gegentore belegen.“ Einen Torjäger hatten die Allgäuer heuer nicht. Am erfolgreichsten waren Levi Kraus und Alessandro Mulas mit jeweils sieben Treffern.

Optimistisch stimmt den Jetzendorfer Coach die Kadersituation beim TSV: „Alle Spieler aus der Startelf des Memmingen-Spiels stehen voraussichtlich zur Verfügung“, sagt Kellner. Dazu bietet sich ihm mit Frederic Rist eine weitere Option. Eventuell steht Stefan Nefzger wieder im Kader. Der Vizekapitän brenne natürlich auf einen Einsatz. „Aber wir müssen sehen, ob es nach seinem Muskelfaserriss reicht“, sagt Kellner. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Dustin Kothmair und Marius Fiederer (beide Grippe).

PK