Landesligist SSV Eggenfelden

Beim „V“ rollt die Kugel schon wieder – Wie geht’s weiter mit Trainer Huber?

20.01.2023 | Stand 20.01.2023, 12:51 Uhr
Michael Scherer

Einen Schritt schneller sein als der Gegner: Eggenfeldens Spielertrainer Tobias Huber setzt in der Frühjahrsrunde auch auf die Heimstärke, 10 der 14 Partien bestreitet der SSV an der Birkenallee. −Foto: Caroline Wimmer

Der SSV Eggenfelden startet an diesem Samstag in die Mission Klassenerhalt in der Landesliga Südost. Vor dem Trainingsauftakt an der Birkenallee dreht sich auch Einiges um die Zukunft von Trainer Tobias Huber. Der hat keine Eile.

Während der WM hat er in Mexiko abgeschaltet, jetzt beherrscht der Fußball wieder sein Leben: Vor dem Trainings-Auftakt beim Landesligisten SSV Eggenfelden an diesem Samstag freut sich Tobias Huber (30) auf die kommenden Wochen, das Trainingslager in Kroation und den Frühjahrsstart am 4. März gegen Holzkirchen. Das Ziel ist klar: den Abstieg vermeiden, „mit 45 Punkten sind wir auf der sicheren Seite“, sagt Huber – momentan weist das Konto des Tabellenneunten 30 Zähler aus.

Über seine sportliche Zukunft an der Birkenallee macht sich der Nachfolger von Johannes Viehbeck noch keine Gedanken. „Ich bin nicht der Typ, der schon im Dezember wissen muss, was im Sommer passiert.“ Sorgen um seinen Job beim Rottaler Landesligisten macht er sich nicht: „Wenn der Verein mit mir weitermachen möchte, werden die Verantwortlichen sicher auf mich zukommen“, sagt der 30-Jährige optimistisch. So geht der Spielertrainer davon aus, dass entsprechende Gespräche folgen werden.

Für sein Team geht’s schon am Samstag voll zur Sache: morgens mit einer Athletik-Einheit im Stadion an der Birkenallee, nachmittags geht’s dann auf den Kunstrasen in Johannesbrunn. Mit Ball.

SSV auch in der Halle aktiv – zum Leidweisen von Huber



Gegen die Kugel haben die Landesliga-Kicker schon mehrfach in der Halle getreten, allerdings eher mit angezogener Handbremse, „aber wir wollten ja uns ein bisschen auf den Hofbauer-Cup in Simbach vorbereiten“. Und dabei zog sich Johannes Rudlof gleich eine Außenband-Verletzung zu und konnte beim Turnier am Inn (2. Platz hinter ASCK Simbach) nicht ins Geschehen eingreifen. Huber ist per se kein Freund der Hallenkickerei, „das Verletzungsrisiko ist doch zu hoch“.

Verteidiger Rudlof wird zum Trainingsstart vielleicht wieder eingreifen können, andere hingegen nicht: Thomas Wohlmannstetter (30) und Thomas von Sommoggy (24). Der Kapitän wurde Anfang der Woche am Kreuzband operiert, für ihn beginnt das Fußball-Jahr wohl heuer erst gar nicht. Mit von Sommoggy plant der Spielertrainer in dieser Saison nach dessen Kreuzband-OP auch nicht mehr. „Thomas macht zwar schon Teile des Trainings mit, Ziel bei ihm ist aber, dass er in der neuen Saison wieder auflaufen kann.“

Aufatmen beim vermeintlichen Kreuzbandpatienten Bräuhauser



Bei einem weiteren Rekonvaleszenten sieht’s dagegen wieder besser aus: Philipp Bräuhauser (23). Beim angriffslustigen Links-Verteidiger hat sich ein erneuter Kreuzband-Riss zum Glück nicht bestätigt – es wäre der dritte am selben Knie gewesen. Bräuhauser hat die Pause für intensive Athletik-Einheiten genutzt, fühlt sich laut Huber fit. „Aber wir machen ihm keinen Druck, er muss sich wieder trauen, in die Zweikämpfe zu gehen, das ist bei dieser Verletzung das größte Problem. Vorrangig ist, dass er gesund ist.“


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Ob der vielen angeschlagenen Verteidiger ergibt sich nach den Worten des spielenden Trainers indes kein Defizit für die Defensive: „Wir haben viele Spieler, die flexibel eingesetzt werden können, deshalb mussten wir in der Winterpause auch nicht handeln“, sagt Huber, der trotzdem einen Neuen an der Birkenallee begrüßen konnte: Nicolas Barth (20) wechselte vom SV Erlbach zum SSV. Und vom jungen Mittelfeldmann ist der Coach begeistert: „Wir erhoffen uns einiges von ihm und er hat beim Hallen-Turnier schon eins bewiesen: Er ist heiß.“

Mit frischem Elan will auch Stefan Seidl (30) im neuen Jahr zu Werke gehen. Der Neuzugang aus Pfarrkirchen hat ob einer Verletzung noch kein einziges Spiel im neuen Dress bestritten, will laut Huber jetzt angreifen „und wir hoffen, dass er wertvolle Impulse setzen kann“.

Übungsleiter wollen alle Phase des Spiels „anschneiden“



Obschon es in der Offensiv-Abteilung am Fach-Personal keineswegs mangelt. Aber mitunter an der Chancenverwertung: „In der 1. Hälfte der Hinserie haben wir sehr, sehr viele Chancen herausgespielt, jedoch viele nicht genutzt. In der 2. Hälfte kam etwa der letzte Pass zu oft zu ungenau, oder es fehlte das richtige Timing“, bilanziert der Spielertrainer. „Daran werden wir in der Vorbereitung intensiv arbeiten“, verspricht der 30-Jährige.

Apropos Vorbereitung: Der SSV unter seinen beiden Übungsleitern Huber und Manuel Schmidhuber (32) will bis zum Restart alle Phasen des Spiels „anschneiden“, speziell das „Spiel im letzten Drittel“. Zunächst steht die körperliche Fitness der Akteure im Vordergrund – der Kader trifft sich jedoch fast im Zwei-Tages-Rhythmus und dann sollte genug Schweiß fließen, um das für die Landesliga nötige Niveau zu erreichen.

Vom 8. bis zum 12. Februar macht der SSV dann Station in Kroatien, ein Trainingslager in Novigrad steht auf dem Programm. Verhindert sind Simon Schie, Francisco Manasse, Maxi Grötzinger, Simon Eichinger und Marius Koskowski – „ansonsten sind wir komplett“.

In Istrien wollen Huber und sein Co Schmidhuber auch diskutieren, ob und in welcher Form der SSV in der Frühjahrsrunde rotieren will. Im Herbst tauschte das Trainer-Team fleißig durch, „denn wir haben einen Kader mit hoher Qualität“. Natürlich sei nicht immer jeder zufrieden, „alle wollen ja spielen, das ist in dieser Liga ja auch verständlich“, sagt Huber, „aber jeder hat es selber in der Hand, sich im Training für die Startelf zu empfehlen“. Bestes Beispiel sei für ihn in der vergangenen Saison Francisco Manasse gewesen: Bis zum Winter 21/22 habe der 19-Jährige nicht einmal gespielt und sich dann zur Stammkraft entwickelt. „Geht alles“, sagt Huber.

Nur der Torwart ist gesetzt



Für den Spielertrainer ist praktisch nur ein Kicker gesetzt: der Torwart. „Klaus Malec geht als Nummer 1 in die Vorbereitung, er hat seine Sache bisher sehr gut gemacht.“ Und mit Malec geht’s auch in die Testspiele, die an der Grünwalder Straße in München beginnen. Auf Giesings Höhen geht’s gegen den Bayernligisten 1860 München II (Samstag, 4.2., 13 Uhr). Die weiteren Testspiele: am Samstag, 28.1., in Johannesbrunn gegen den TSV Seebach, am Mittwoch, 15.2., in Johannesbrunn gegen den FC Töging (19.30 Uhr); am Sonntag, 19.2., in Hauzenberg gegen den FC Sturm (14 Uhr) und am 25.2. in Eggenfelden gegen den Bayernligisten SV Erlbach (14.30 Uhr) zur Generalprobe.

Huber ist optimistisch, dass er mit seiner Truppe das Saisonziel erreicht. Zumal die Rottaler noch 10 (!) ihrer 14 restlichen Spiele vor heimischem Publikum austragen werden. „Wenn wir unsere Heimstärke (7 Spiele, 5 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage, Anmerkung der Redaktion) konservieren können, werden wir unser Ziel sicher erreichen“, sagt der Spielertrainer, „aber das sind alles keine Selbstläufer.“