Nach vier Spielzeiten in der Landesliga
Absturz nach Elfmeter-Drama – Ampfing ist nach 7:8 im Elfmeterschießen gegen Schwabing Bezirksligist

02.06.2024 | Stand 02.06.2024, 16:47 Uhr |

Betretene Mienen gab es bei den Ampfingern, nachdem der Abstieg feststand. − Foto: mb.presse

Was für ein Drama für den TSV Ampfing, was für ein bitteres Ende einer schwierigen Saison! Nach vier Spielzeiten in der Fußball-Landesliga Südost müssen die Schweppermänner in die Bezirksliga absteigen, recht viel unglücklicher hätte es nach einem unfassbaren Krimi am Samstag gegen den FC Schwabing nicht laufen können. Am Ende besiegelte ein verschossener Elfmeter das Schicksal der Ampfinger.

Während die Schwabinger nach dem 8:7 im Elfmeterschießen vor 480 Zuschauern den Landesliga-Aufstieg ausgelassen feierten, lagen die Ampfinger nach einer irren Achterbahnfahrt der Emotionen fassungslos am Boden, schauten sich aus leeren Augen an und konnten nach dem finalen Elfmeterschuss von Mohenned Al-Dulaimi nur schwer begreifen, was gerade passiert war.

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70 Minuten wirkten die Gastgeber in der entscheidenden Partie extrem verkrampft, trugen auf einmal die ganze Last der Saison. „Da haben die Spieler so richtig gemerkt, was sie verlieren können“, deutete Trainer Björn Hertl die kollektive Lähmung, die sein Team erst ablegte, als es eigentlich schon zu spät war. Nach torloser erster Hälfte geriet der TSV bei zwei individuellen Fehlern zu Beginn des zweiten Durchgangs durch Treffer von Jonas Jehle (48.) und Marco Musso (53.) in Rückstand. „Wir haben dann aber ab der 70. Minute plötzlich gekämpft, die Mannschaft war konditionell gut drauf und hat sich gute Chancen herausgespielt. Da hat man dann gesehen, wie geil die Jungs eigentlich kicken können, wenn die Leidenschaft und der Kopf passen“, freute sich Hertl über ein verdientes „Mega-Comeback“ in der Nachspielzeit: Erst lupfte Birol Karatepe die Kugel in den Winkel (90.+4), zwei Minuten später gab es dann noch eine letzte Ecke für die Gastgeber: Irgendwie kam der mit nach vorne geeilte Keeper Domen Bozjak an die Kugel und drückte sie aus kurzer Distanz über die Linie – unfassbarer Jubel im Lager der Hausherren, was für eine verrückte Geschichte! „Absolut verdient“, so Hertl.

In der Verlängerung kontrollierten die Gastgeber weitgehend das Geschehen. In der 108. Minute zog der eingewechselte Ruslan Klimov im Strafraum ab und traf zum scheinbar erlösenden 3:2. Ampfing war nun läuferisch stärker, doch dann holte sich Julian Höllen eine Zehn-Minuten-Strafe ab, als er nach einem Foul seinen Gegenspieler unnötig attackierte (114.). „Mensch, da bleibt man liegen und nimmt Zeit von der Uhr“, so Hertl. Stattdessen war Ampfing in der Schlussphase in Unterzahl und kassierte drei Minuten vor dem Ende den „tödlichen Gegentreffer“ durch Joker Leonard Everts, der nach einem weiten Ball und einer Ping-Pong-Situation das Leder aus zwölf Metern an Bozjak vorbeispitzeln konnte.

Das Elfmeterschießen war Dramatik pur: Keeper Bozjak übernahm als Erster Verantwortung, verwandelte sicher, es folgten Florian Mayer, Jaume Gonzalez und Lasse Bethäuser, ehe Schwabings Keeper Sebastian Minich den Versuch von Andreas Bobenstetter mit den Fingerspitzen um den Pfosten drehte. Weil der Rest der Schützen souverän verwandelte, muss Ampfing in die Bezirksliga runter.

− mb