Relegationsstart in Parsberg
Regenstaufs Trainer Stefan Wagner: „Die Jungs sollen es genießen“

22.05.2024 | Stand 22.05.2024, 18:45 Uhr
Gerd Winkler

Weit weg davon, Trübsal zu blasen: Innenverteidiger Maxi Hupfloher (in Rot) und Regenstauf müssen in der Relegation für den Klassenerhalt zwei Runden überstehen. Foto: Thomas Schneider

Was ein Abstieg für eine Lawine auslösen kann, diese schmerzliche Erfahrung musste Fußball-Landesligist TSV Kareth-Lappersdorf im Frühjahr 2014 machen. Kaum in die Bezirksliga abgestiegen verließ fast der komplette Kader geradezu fluchtartig den Verein.

Die Verantwortlichen nahmen den in der Oberpfalz bestens vernetzten Trainer Franz Koller unter Vertrag, der im Alleingang eine neue Mannschaft auf die Beine stellte. Am Saisonende konnte der Betriebsunfall korrigiert werden.

Nun kämpft der TB/ASV Regenstauf in der Relegation um den Verbleib in der Landesliga, ein solches Szenario wie auf Kareths Höhen bleibt den Blitzern im Fall des Scheiterns erspart. Der Großteil der Spieler hat vor dem heutigen Auftakt um 18.30 Uhr im Hinspiel beim Bezirksliga-Süd-Zweiten TV Parsberg dem Verein ligaunabhängig bereits die Zusage erteilt. Seit dem Pfingstmontag ist überdies amtlich, dass Coach Stefan Wagner so oder so 2024/25 das Zepter an der Jahnstraße schwingt.

Fünf Neue sind sicher

Vor dem vorigen Wochenende waren drei Neuzugänge eingetütet, nun sind es bereits fünf. Bei dem wird es wohl nicht bleiben. „Ich stehe gerade vor unserem Vereinsheim, um halb drei Uhr habe ich das nächste Gespräch“, sagte am Mittwochnachmittag Wagner am Handy. Die Abteilungsführung habe ihn beauftragt, seine vielen Verbindungen und Beziehungen zu nutzen. Das gewichtigste Argument für die nächsten Zugänge wäre sicherlich der Klassenerhalt. Dafür muss Regenstauf zwei Runden überstehen. Ist Parsberg nach dem Rückspiel am Sonntag eliminiert, wäre der Sieger des Aufeinandertreffens von Ligakollegen Ruhmannsfelden und Nord-Bezirksligist Weiden-Ost zu bespielen.

Im Vorfeld ist Wagner bemüht „den Druck von der Mannschaft wegzunehmen“. Wenn es in der Relegation nicht klappe, gehe die Welt auch nicht unter. „Die Jungs sollen mit Spaß an die Sache rangehen und es genießen. Auch, dass wir vor 800 bis 1000 Zuschauer spielen werden.“ Angesichts von sieben Pleiten in Serie sowie fünf ungeschlagenen Spielen von Parsberg sieht Wagner den Gegner psychologisch dennoch nicht im Vorteil. Das Gegenteil sei der Fall: „Parsberg ist vor einem Jahr in der Relegation gescheitert, das wird noch in den Hinterköpfen stecken.“ Selbstbewusst schiebt er hinterher: „Die kommen aus der Bezirksliga, wir sind Landesligist – genauso müssen wir auch auftreten.“ Fehlen werden Julian Wiefarn, Leonhard Bösl und Luis Haag, Alper Sökmez ist fraglich.

Wie Wagner ist der spielende Co-Trainer Sven Hofmann weit weg davon, Trübsal zu blasen. „Trotz der Situation ist die Stimmung überraschenderweise sehr gut“, sagt der Innenverteidiger, der bereits 192 Landesliga-Spiele auf den Buckel hat. Jeder habe Bock, in der Relegation die Klasse zu halten. Für die vielen jungen Spieler sei es sicher ein anderes Feeling, für ihn persönlich mache es keinen Unterschied, ob Punktspiel oder Relegation. Eine Verlängerung der Saison hatte der 34-Jährige schon – damals ohne Happyend. 2015/16 stieg er im Trikot des FC Tegernheim nach dem 2:2 Am Hohen Sand und dem 0:0 in Neukirchen Hl. Blut in die Bezirksliga ab. Die damals geltende Auswärtstor-Regel gab den Ausschlag. Für Hofmann war es doppelt bitter, weil verletzt zum Zuschauen verurteilt.

Als Zuschauer wird sich der bis Anfang April als Co-Spielertrainer fungierende Sven Leppien auf dem Weg nach Parsberg machen. Eine Woche nach dem Rücktritt vom damaligen Coach Matthias Egelseder ging Leppien nach Unstimmigkeiten von Bord. „Ich wünsche viel Glück und gehe davon aus, dass die Mannschaft in der Landesliga bleibt“, zeigt er sich verbunden. Er habe seit seinem Rückzug jedes Spiel im Liveticker oder im Livestream verfolgt.

Leppien nach Wenzenbach

Gleichzeitig hätten sich viele Vereine bei ihm gemeldet: „Irgendwann habe ich dann mit dem Zählen aufgehört.“ Darunter war auch ein Anruf von Wenzenbachs Trainer Thomas Prinz. Beim Bezirksligisten übernimmt zur neuen Saison Ex-Jahn-Trainer Günter Brandl, einer seiner Schützlinge wird Leppien sein. „Wenzenbach ist sehr gut strukturiert und die haben einen Plan“, begründet der 31-Jährige seine Zusage.